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Josef 'Beppi' Bachmaier * Foto: Harald Bischoff, Wikipedia

Heimspiel


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Albumtipp:


Schlagsaite, Vom Mond
(2018))



Westerwald Pipers


Wo das Neue Tradition hat

Die Volksmusiktage im Münchner Fraunhofer

Die Münchner Gaststätte Fraunhofer steht mit ihrer musealen Innenausstattung einerseits für Gemütlichkeit und das alte München, andererseits aber auch für Offenheit, liberales Denken und nicht zuletzt durch die nach ihr benannte Saitenmusik vor allem für Musik, die Neues mit alter Tradition verbindet.

Text: Ulrike Zöller

Als der ruhige, aber visionäre Wirt Josef „Beppi“ Bachmaier die Wirtschaft 1974 übernahm, waren zwei Elemente für ihn bestimmend: Hier sollte es gemütlich und friedlich sein und sollten die alten Münchner ihren Schweinsbraten genießen dürfen, gleichzeitig waren aber von Anfang an Gäste jeder sozialen Schicht, Hautfarbe und Herkunft genauso willkommen. Diese Mischung schlug sich bald in der Musik der sonntäglichen Frühschoppen nieder: Barney McKenna von den Dubliners spielte im Wirtshaus Banjo, die Münchner Iren hatten hier ihr Headquarter, Musiker aus dem Balkan mischten sich mit den „Münchner Russen“. Mit dabei: Richard Kurländer an Gitarre und Hackbrett, ab 1978 Mitgründer und Harfenist der Fraunhofer Saitenmusik. Er war es auch, der zusammen mit Beppi Bachmaier und dem Hackbrettspieler Rudi Zapf die Idee hatte, Musiker aus dem Bereich der traditionellen alpenländischen Musik und des heimischen und internationalen Folk zusammenzuführen. „Fraunhofer Hausmusiktage“ hieß das Projekt anfangs – ein vorsichtiger Beginn.

Volx-, Folk- und Volksmusik

Ab Anfang der Neunzigerjahre wurden die Hausmusiktage umbenannt in Volksmusiktage. Beppi Bachmaier, Rudi Zapf, Richard Kurländer und Peter Molinari waren sich anfangs nicht sicher, ob eine Veranstaltungsreihe mit traditioneller, experimenteller, heimischer und internationaler Musik an einem Veranstaltungsort – in dem Fall das etwa hundert Personen fassende Theater im Fraunhofer – angenommen werden würde. Gäbe es Streit und Angriffe, weil die Reihe „Volksmusik“ im Namen trägt, die in Bayern damals ausschließlich mit lokaler traditioneller Musik in Verbindung gebracht wurde? Fühlt sich ein Publikum, das nicht in Tracht „auf Hoagartn“, die Treffen der traditionellen Sänger und Musikanten geht, von dem Titel „Volksmusik“ angesprochen?

Erfolgskonzept im Minitheater

Das Konzept funktionierte weitaus besser als erhofft. Für Publikum wie Musiker wurde der Januar im Fraunhofer zum Standardtermin, wobei in einigen Fällen Publikum und Akteure miteinander „verschmolzen“. Bei den Volkstanzveranstaltungen der Brüder Well (Biermösl Blosn) beispielsweise, die von Anfang an dafür sorgten, dass sich jeder – ob Geübter oder Anfänger, ob im Dirndl oder in Jeans – auf die Tanzfläche traute.

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