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Ausgabe 3/2020


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Kurzrezensionen
A CHOIR OF GHOSTS
An Ounce Of Gold
(Greywood)


Der schwedische Musiker spielt auf seinem Debütalbum eine sehr eigenwillige Art von Indiefolk. Das Songmaterial und die Klangfarbe des Sängers tönen stark nach Nirvana unplugged. Man könnte die CD also guten Gewissens als Acoustic Grunge bezeichnen. Andererseits bedient der Künstler gängige Stadionchöre, wie sie von Arcade Fire zelebriert werden.
ce
ACHT EIMER HÃœHNERHERZEN
„album“
(Destiny Records)


Es wird auch Zeit für eine Reminiszenz an die wundervollen Lassie Singers. Die zweite Platte des Trios aus – natürlich – Berlin vereint 14 Themen des Individualkosmos, vorgetragen in markantem Stil, schwungvoll, punkig, voller Spaß an und mit der (deutschen) Sprache, dominiert vom ein- bis dreistimmigen Gesang, getrieben vom kräftigen Beat eines kleinen Schlagzeugs.
is

ALIOCHA
Naked
(Audiogram)


Der kanadische Sänger und Schauspieler liebt das Experimentelle. Auf seinem zweiten Album bewegt sich Nicolas Schneider alias Aliocha in zehn neuen Stücken sehr sicher zwischen Soul, Blues, Rock und Dream Pop. Nichts mehr zu spüren von seinen Folkwurzeln. Stattdessen wird der Sound des 26-Jährigen von stimmlichen Klangexperimenten und Synthesizern geprägt.
ep
TONY ALLEN & HUGH MASEKELA
Rejoice
(World Circuit)


Immer mal wieder sind sie sich begegnet, das nigerianische Drummerass Allen und die südafrikanische Trompeterlegende Masekela. Ein gemeinsames Album konnte erst 2010 angegangen, aber nicht vollendet werden. Die Rohaufnahmen landeten im Archiv. Nach Masekelas Tod 2018 wurden diese jetzt vervollständigt. Ein Mix aus Afrobeat und Afrojazz vom Feinsten.
rs

NELS ANDREWS
Pigeon And The Crow
(Eigenverlag)


Mit leicht keltischer Note kommen die Songs von Nels Andrews daher. Balladen sind es hauptsächlich, sorgfältig produziert, angenehm gesungen und ohne großen Firlefanz. Andrews versteht sein Handwerk und weiß eher durch Understatement zu überzeugen.
mf
LYDIE AUVRAY
Mon Voyage
(Westpark)


Die Kölner Akkordeonistin Lydie Auvray hat ihr 23. Album veröffentlicht. Der Albumtitel Mon Voyage („Meine Reise“) soll die Stilvielfalt auf der CD verdeutlichen, von Walzer über Tango bis zu karibischen und nordafrikanischen Stilanleihen. Die guten Kompositionen stammen von ihr oder den Bandmitgliedern. Abwechslungsreiches, zeitloses Album.
chr

BAMBA WASSOULOU GROOVE
Dankélé
(Lusafrica)


Der Percussionist Bamba Dembélé, 1969 Mitbegründer der Super Djata Band, formierte 2013 seine eigene Formation, die sich, basierend auf den Rhythmen und Melodien der Bambara im Süden Malis, moderner Instrumente wie E-Gitarren und Schlagzeug bedient. Das Album Dankélé („der Tapfere“) des Sextetts aus Bamako ist Dembélé gewidmet, der 2018 verstarb.
cs
ROBERT CARL BLANK
The Poet
(Eigenverlag)


Jahr für Jahr produziert der Künstler einzigartige Songperlen im Stil amerikanischer Singer/Songwriter. Auch sein neues Werk The Poet kann sich problemlos mit den Größen James Taylor oder Jackson Browne messen. Wie immer gibt es keine Lückenfüller, jeder einzelne Track hat das Zeug zu einem Evergreen. Jetzt muss The Poetce

BLAZIN’ FIDDLES
The Key
(Eigenverlag)


Album Nummer neun in gut zwanzig Jahren Bestehens dieses schottischen Sextetts, das durch den letzten Neuzugang, Anna Massie, neben der Gitarre auch noch die Option auf eine fünfte Fiddle hat. Meisterinstrumentalisten sind sie allesamt. Eine höchst unterhaltsame Kollektion von Reels, Jigs, Airs, Waltzes oder Marches, alles mit der gewohnten Dynamik.
mk
BART BUDWIG
Another Burn On The Astroturf
(Fluff & Gravy)


Live in einem still gelegten Theater hat Bart Budwig dieses Album eingespielt. Viele Freunde kamen vorbei, sodass ein abwechslungsreiches und kraftvolles Werk zustandegekommen ist. Budwig fing in Rockbands an, hat sich nun aber in Richtung Folk entwickelt. Referenz erweist er Nick Drake, dessen Song „Northern Sky“ er sehr eindringlich covert.
mf

RY CAVANAUGH
Time For This
(CAV Productions)


Der Singer/Songwriter aus Boston singt neun Songs aus der Feder seines Vaters George Cavanaugh. Zwei exzellent gespielte, sich wunderbar ergänzende Akustikgitarren untermalen Cavanaughs intime, warme und eindringliche Stimme, die gelegentlich von der großartigen Sängerin Jennifer Kimball unterstützt wird, und erzeugen emotionale Dichte.
uj
ÄŒENDEÅ 
Cossack Attack
(Molča Records)


Die Kosaken spielen zur Attacke. Die traditionellen und eigenen Kompositionen des sechsköpfigen slowakischen Ensembles sind voller Tempo und Intensität. Die vom Volk der Russinen abstammenden Musiker demonstrieren mit Zimbal, Gitarre, zwei Violinen, Viola, Kontrabass, Schlagzeug und mehrstimmigem Gesang eine aufregende Energie der reichen Musik des Balkans.
ep

AMBERLY CHALBERG
Hi-Line
(Eigenverlag)


Sie legt nicht nur musikalische Fährten zu Lucinda Williams, sie hat auch deren Rhythmusgruppe engagiert. Die Songschreiberin aus Denver kultiviert auf ihrem ersten Album jene raue Form von Country, die dem ursprünglichen Geist entspricht. Menschliche Beziehungen sind ihr Thema, geprägt auch vom Tod ihres Vaters. Wahrhaftig in jeder Beziehung.
vd
HARRY CHAPIN
Some More Stories Live
(MIG Music)


Am 11. April 1977 gastierte der US-amerikanische Songschreiber mit Band in Bremen, inspiriert durch das aufmerksame Publikum, eingefangen von Radio Bremen. Vier Jahre später starb er bei einem Autounfall. Die Aufnahme dokumentiert in guter Qualität 15 Songs der Legende, und auch „Cat‘s In The Cradle“ fehlt nicht. Harry Chapin, wieder lebendig.
vd

ROSE COUSINS
Bravado
(Outside Music)


Auch die neunte Veröffentlichung der preisgekrönten Kanadierin beeindruckt. Ihre sehr emotionalen Songs über den Kampf mit der Einsamkeit und den Wunsch nach Auszeit für sich selbst scheinen genau in die Zeit zu passen. Dass die Verletzlichkeit des Alleinleins durchaus eine Stärke ist, bringt Cousins, die erstmals auch als Produzentin wirkt, vor allem in ihren Pianoballaden überzeugend zum Ausdruck.
ep
THE CUMBERLAND RIVER PROJECT
The Cumberland River Project
(Dr. Music Records)


Megamutige Idee: Ich schreibe 13 abwechslungsreiche Countrysongs, die ich in Nashville von Studioprofis als Demos einspielen und -singen lasse, schau per Skype ein bisschen zu und veröffentliche das dann als Album. Wer wagt, gewinnt. Dass bestens gelungene Americana auch aus Deutschland kommen kann, beweist der Hagener Songwriter Frank Renfordt.
mw

AL DI MEOLA
Across The Universe
(Ear Music)


Er hat’s schon wieder getan. Gitarrenlegende Al Di Meola widmet sich zum zweiten Mal dem Werk der Fab Four. Üppig instrumentiert, ausladend und komplex arrangiert, mal akustisch, dann verzerrte E-Gitarre, solo und mit Band. Schön, dass nicht nur die ganz großen Klassiker dabei sind. Beatles-Fans und Freunde von Di Meolas eleganter Gitarre werden ihre Freude haben.
rb
DIVERSE
Scottish Tradition 28: Dhannsadh Gun Dannsadh – Dance Songs Of The Scottish Gaels
(Greentrax Recordings)


Eine weitere verdienstvolle Veröffentlichung aus den Archiven der School auf Scottish Studies, mit vorbildlichem und informativem Beiheft wie üblich. 32 gälische Lieder, zu denen mangels Instrumenten früher getanzt wurde, von 34 Sekunden Länge bis zu einem 4:40-Minuten-Set. Die gut bearbeiteten Feldaufnahmen stammen aus den Jahren 1949 bis 1972.
mk

DR. WILL
I Want My Money Back
(Solid Pack Records)


Etwas von vielem bietet Dr. Will, und das bedeutet Blues, Jazz, Soul, Vaudeville und New Orleans Vibes. Deutlich wird die Nähe zu Dr. John bereits auf „Hoodoo Moon“, unüberhörbar dann bei „High Jeopardy Thing“. Auch instrumentiert ist das Album üppig, neben der herkömmlichen Besetzung finden sich Orgel, Xylofon, Bläser und Backgroundgesang. Großartig!
ah
KAT EDMONSON
Dreamers Do
(Spinnerette Records)


Ein klassisches Album der Kategorie „File under: Female Vocalists. Jazzige Pianoballaden, Musicalhaftes. In diesem gelungenen Konzeptalbum der Texaneringeht es um die Nacht, Schlafen und Träume, inklusive Evergreens wie „All I Do Is Dream Of You“, „What A Wonderful World“ und dem Mary-Poppins-Klassiker „Chim Chim Cher-Ee“. Mit Edelgast Bill Frisell.
mw

IBRAHIM FERRER
Buenos Hermanos (Special Edition)
(World Circuit Records)


Das Buena-Vista-Label, das fast unbemerkt im Major aufging, erntet derzeit noch mal seine einstigen Erfolge. So auch dieses gelungene, 2003 erschienene Album des beachtlichen Crooners aus Havanna, dem Ry Cooder vier unveröffentlichte Tracks hinzufügte und ein Soundupdate verpasste. Weniger Novum als das letzte Auspressen einer Zitrone – sorry …
kw
FIERCE FLOWERS
Mirador
(Celebration Days Records)


Drei Frauen aus Paris, die auf ihrem ersten Album ihre musikalische Liebe zu Bluegrass und Old-Time ausdrücken und eigene Songs in Englisch und Französisch vortragen. Wer ihnen lauscht, den wickeln sie ein mit atmosphärischen Arrangements und Harmoniegesang, etwa in „Tell Me No“, einem Höhepunkt der Platte. Naiver Charme trifft Tiefgang.
vd

ANDY FLEET
The Sleepless Kind
(Low Vinyl Records)


Ein schönes, melancholisches und verträumtes Album hat der Pianist und Sänger Andy Fleet hier geschaffen. Die Songs erinnern an die Kompositionen – und manchmal auch den Gesangsstil – eines John Lennon. Nachdenklich und tiefgründig sind die Texte, sanft und gefühlvoll die instrumentale Begleitung, darüber schwebt die Trompete von Andre Canniere.
ah
FREY, HERRMANN, WILLIAM
Heart Ear Art
(GLM Music)


Matthias Frey (Piano) hat viele Musikreisen über den Globus gemacht und an rund dreißig CD-Produktionen mitgewirkt. Nun hat er sich mit Christopher Herrmann (Cello) und Rageed William (Ney und Duduk) zusammengetan. Einen Gastauftritt hat Ra’fat Muhammad (Percussion und Gesang). Feine Folk-Jazz-Kammermusik.
ink

TED GANGER
On The Edge
(Ars Vobiscum)


Vom ersten Ton an spürt man die große Musikalität des studierten Pianisten, Sängers und Dirigenten aus den USA. Auch wenn in seinen zwölf Liedern immer wieder Anleihen von klassischem Lied und Musical durchscheinen, bewegt er sich gekonnt in den Sphären von Jazz, Blues oder Pop. Nur seine Texte wirken zu konstruiert.
ep
NATHAN GRAY
Working Title
(End Hit Records)


Der amerikanische Master des Punkrocks und Emocores verwöhnt seine Fans dreifach. Zum eigentlichen Album bietet er eine Extra-CD an, darauf akustische Versionen der meisten Titel, plus eine DVD von Mitschnitten der Aufführung eines Akustiksets und mit Monologen Grays über seine Inspirationen und Motivationen. Pathos auf allen Kanälen.
is

AMIR-JOHN HADDAD (EL AMIR)
Andalucía
(Zoomusic)


Der vielbeschäftigte Virtuose der Flamencogitarre und anderer Saiteninstrumente (z. B. Bouzuki) durchquert mit seinem dritten Album diverse Regionen Andalusiens. Dort lebt der gebürtige Freiburger mit palästinensischen und kolumbianischen Wurzeln nach vielen Jahren in Madrid nun auch. Eine farbenprächtige, spielerisch meisterhafte, vergleichsweise traditionsnahe Arbeit.
kw
PETRI HAKALA & MARKKU LEPISTÖ
Nordic Route
(Rapu)


Zwei finnische Musiker bringen ihre musikalischen Vorlieben zusammen. Auf Akkordeon und Mandoline bzw. Gitarre spielen sie hinreißend intime und selbst komponierte Musik — von einem französisch-kanadischen Walzer über eine argentinische Milonga bis zum keltischen Jig und Reel. Herausragend ist der warme und sehr natürliche Klang der Aufnahme.
uh

LYNNE HANSON
Just Words
(Eigenverlag)


Wunderschönes Album der Kanadierin. „I’ve got sad songs on my mind“, gibt Albumhighlight „Long Way Home“ die Stimmung vor. Tief empfundene Songwriterinnen-Melancholie, die sich langsam aufbaut und stets die Spannung hält. Produziert in Kingston, Ontario, von Jim Bryson, mit erlesenen Landsleuten wie Justin Rutledge und Catherine MacLellan als Gästen.
mw
STEPHANIE HATFIELD
Out This Fell
(Free Box Music)


Mit kraftvoller Stimme singt Hatfield ihre eigenen Songs, die ohne viel Federlesens durchproduziert sind. Das überdeckt ein wenig die tieferliegende Melancholie, die ihren Songs zugrunde liegt. In den tragischen Geschichten, die diese häufig erzählen, liegt viel Persönliches.
mf

EWEN HENDERSON
Steall
(Eigenverlag)


Die Battlefield Band und Mànran sind nur zwei Stationen des Multiinstrumentalisten (Fiddle, Piano, Pipes, Whistle etc.) aus Fort William. Bei seinem ersten Soloausflug unterstützen ihn vier Freunde, und die Reise führt über drei gälische Lieder zu diversen eigenen, fremden und traditionellen Melodien. Sehr unterhaltsam! Zweisprachiges Beiheft gäl./engl.
mk
HENRIETTE
Henriette
(Dr. Music Records)


Die junge Vollblutmusikerin aus Deutschland hat sich für ihren Erstling entschieden, es mal mit dem boomenden Popcountry-Genre zu probieren. Die nette Single „Dream Boy“ addiert gerade genug Mandoline, um noch radiotauglich zu bleiben. Danach geriet die in Nashville aufgenommene EP bei allem erkennbaren Talent dann aber doch etwas zu beliebig.
mw

THE HENRY GIRLS
Shout Sister Shout – A Musical Tribute To The Boswell Sisters. Performed Live By …
(Beste! Unterhaltung)


Die drei Schwestern aus Irland von einer völlig anderen Seite – als Vokal-Jazz-Trio –, perfekt in ihrer Reverenz an die Boswell Sisters, die in den 1920er/30er-Jahren in den USA Berühmtheiten waren. Alles klingt vollständig authentisch, Klassiker wie Raritäten, und die Liveaufnahme lässt den Geist des frühen Jazz in die Jetztzeit überspringen.
vd
HERCZKU ÁGI ÉS A BANDA
Kamara
(Fonó)


Dieses Album ist eine Perle. Das siebenköpfige ungarische Ensemble um die Sängerin und Gordonspielerin Ágnes Herczku bezaubert mit zehn wunderschönen eigenen Liedern aus Ungarn, der Slowakei, Kroatien und Bulgarien. Eine Demonstration der großen Kraft lyrischer folkloristischer Kammermusik.
ep

JONATHAN HULTÉN
Chants From Another Place
(Kscope)


Der Sänger, Songwriter und Gitarrist der schwedischen Death-Metal-Band Tribulation stellt ein interessantes, melodisches Soloalbum vor, größtenteils mit Gitarre und Keyboards in atmosphärischen, gelegentlich bombastischen, düsteren Acoustic-Folkrock-Arrangements eingespielt, das seine modulationsfähige Stimme schön zur Geltung bringt.
uj
JAN JAMES
Justify
(Blue Palace Records)


Eine großartige Stimme hat sie, und mit dieser stand sie bereits als Janis Joplin auf der Musicalbühne in Chicago oder begleitete B. B. King oder Koko Taylor auf deren Tourneen. Auch hier zeigt sie sich als gestandene Bluessängerin, die vom Gitarristen Craig Calvert mit seinem rockorientierten Spiel immer wieder dramatisch in Szene gesetzt wird.
ah

JARNNA
Edge Of Time
(Eigenverlag)


Samisches Damenduo mit internationalen Gästen (Irland, Senegal). Ein buntes Gemisch, europäisch-afrikanischer Popfolk mit Joikeinsprengseln, irische Flöte und „Wimoweh“, alles ist vertreten. Viele Ohrwürmer, großes Hörvergnügen.
gh
HALEY JOHNSEN
Golden Days und London Sessions – Live From Abbey Road
(Eigenverlag)


Bei American Idol in die Finalrunden zu kommen, muss ja nichts Schlechtes sein. Im Studioalbum ergibt sich die stimmgewaltige Sängerin aus Portland, Oregon, mit ihrem souligen Timbre aber einem etwas zu flächigen Soundteppich. Dann lieber zu dem Solo-Livealbum greifen. Denn singen kann sie.
mw

KAMILYA JUBRAN & WERNER HASLER
WA
(Everest Records)


Kamilya Jubran (Stimme, Oud) und Werner Hasler (Trompete, Elektronik) musizieren seit 2002 zusammen und legen nun ihr drittes gemeinsames Album vor. Es enthält eine 45-minütige elfteilige Suite. Das Duo schafft einen eigenen Klangkosmos, Dissonanzen, Geräusche, überlappende Rhythmik und expressive Lautmalerei inklusive.
ink
DENISE KRAMMER
Coisa Linda
(Housemaster Records)


Für Sambafans, die, statt in die Ferne Brasiliens zu schweifen, auch gerne mal den kürzeren Weg nehmen, könnte das Album der Wahlkölnerin interessant sein. Die in Rio musiksozialisierte Sängerin hat dort auch die zehn selbst komponierten Songs mit Musikern aufgenommen, die mit diesem Genre vertraut sind. Dem wird mit der soliden Arbeit nichts grundsätzlich Neues hinzugefügt.
kw

STU LARSEN
Marigold
(Nettwerk)


Der australische Singer/Songwriter bleibt seinem beschwingten Folkstil treu. Das hat durchaus Hitpotenzial, wie Künstler wie Amy Macdonald und Al Stewart bewiesen haben. Die Songs sind allesamt hochwertig, aber es fehlt noch der geniale Wurf für den endgültigen Durchbruch. Mit seiner akustischen Gitarre, der treibenden Band und vor allem seinem einfühlsamen Gesang ist das aber wohl nur noch eine Frage der Zeit.
ce
RUBY LOVETT
It’s A Hard Life
(PuffBunny Records)


Akustischer Frauen-Country, wie er auch von Dolly oder Loretta in den Siebzigern aufgenommen wurde. Abgeklärt und geerdet kommen sowohl die geschmeidigen Cover des Titelsongs (Nanci Griffith) und von „Catfish John“ (Nitty Gritty Dirt Band) als auch die starken Eigenkompositionen wie „Where I’m Standing Today“, das sie unverhohlen bei Kenny Rogers’ „Lucille“ stahl.
mw

SUSANNE LUNDENG
Hold Dæ På Vingen
(Heilo)


Die norwegische Geigerin und Sängerin und ihre Mitstreiter (Nils-Olav Johansen, Erik Nylander) stellen Lieder und Instrumentalstücke vor, die allesamt von Susanne Lundeng geschrieben worden sind. Manchmal stark an die Tradition angelehnt, manchmal – durch Einsatz eines Midi-Controllers – auch angejazzter skandinavischer Einheitsbrei.
gh
SIMEN LYNGROTH
Looking For The Spark Like It’s Just Around The Corner
(Apollon Records)


Simen Lyngroth ist ein norwegischer Singer/Songwriter, der mit seinem Album ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Kurzgeschichten und Bildern erzeugen möchte. Dabei lässt der Künstler seine melancholischen Songs von einer herrlich altmodischen Indieband begleiten. Das klingt nach The Smiths oder Paul Roland, manchmal nach Progressivrock und ganz selten nach norwegischem Weltschmerz.
ce

LUKAS MAIER
The Magical Misery Tour
(Post Office Records)


Minimalistischer Elektrofolk. Der Grazer Lukas Maier zelebriert auf seinem Debütalbum in hochwertigem Vinyl einfühlsame Indiepopsongs voller Melancholie. Reduzierte Gitarre, sparsame Beats vom Computer und Retrosounds am Keyboard. Die luftigen Songs haben alle Zeit der Welt, bohren sich aber beim Hören ins Ohr. So klingt entschleunigte Musik.
uh
TOM MANK & SERA SMOLEN
We Still Know How To Love
(Eigenverlag)


Gitarre und Cello sind die vorherrschenden Instrumente auf diesem Album des Duos Mank und Smolen, wobei sie gelegentlich auf die Unterstützung einiger Gastmusiker zurückgreifen. Beide singen eher verhalten über eigene Schicksalswendungen und solche, die in der Menschheitsgeschichte geschehen sind. Folksongwriting von hoher Qualität.
mf

MARLÈNE
Feinstoff
(Kreismusik)


Sechs eigene Songs, liebevoll verpackt, die ein Lebensgefühl in der großen Stadt widerspiegeln – Berlin zwischen sich treiben lassen, Selbstverwirklichung, Einsamkeit und Liebe. Im sehr schönen Lied „Februar“ heißt es dann, dass die letzten Viren vorbeiziehen, und „bald sind die Bronchien wieder frei“. Na, wollen wir hoffen, dass Marlène Colle sich hier nicht vertut.
rk
EAMONN McCORMACK
Storyteller
(BEM Records)


Aus Dublin stammt der Bluesrockgitarrist Eamonn McCormack, der nach mehrjährigem Tourleben in den USA nun in Trioformation das Konzertpublikum in Irland und im restlichen Europa erfreut. Ein Vergleich zu Thin Lizzy und Rory Gallagher liegt aufgrund seiner Nationalität nicht fern, und für Fans dieser Spielart des Bluesrock ist das Album eine Offenbarung.
ah

MÉLINÉE
Alchimiste
(Time Zone)


Mélinée ist eine Chansonnière und kommt ursprünglich aus Toulouse. Seit 2010 lebt sie in Berlin. Alchimiste ist ihr drittes Album. Sie singt überwiegend Französisch, zwei Stücke aber auch in etwas holpriger deutscher Sprache. Die Musik könnte man als komplexen Adult Pop bezeichnen. Produzent, Mitspieler und Mitkomponist ist der Berliner Jazzgitarrist Jonathan Bratoëff.
chr
KATIE MELUA
featuring Gori Women’s Choir Live In Concert
(BMG)


Ein Doppelalbum vor allem für Fans. Die mit einem aufwendigen Booklet gestaltete Limited Edition präsentiert das Londoner Konzert von Meluas gefeierter Tour mit dem Frauenchor aus ihrem Heimatland Georgien im Jahre 2018. Die berührenden Harmonien der Sängerinnen in den traditionellen Liedern sind der eigentliche Höhepunkt der Aufnahme.
ep

MILLER/MacDONALD/CORMIER
South Haven
(Eigenverlag)


Ein energiegeladenes, gut eingespieltes Trio aus Cape Breton – Ben Miller (Small Pipes), Anita MacDonald (Fiddle, Gesang) und Zakk Cormier (Gitarre, Fußpercussion) –, live in einer Kirche in Nova Scotia aufgenommen. Ein gälischer Song und sieben Instrumentalmedleys überzeugen durch Leidenschaft und Können. Nur die 28:50 Laufzeit sind etwas enttäuschend.
mk
ROSS MILLER
The Roke
(Avontoun Records)


Der 25-jährige Piper aus Linlithgow gibt sein Debüt. Was bereits auf der diesjährigen Young-Scots-Tour (siehe auch „Ortstermin“ in diesem Heft) klar wurde: Dieser junge Mann hat eine ganze Menge Talent. Abwechslungsreiches Instrumentalalbum von kraftvoller Bandbesetzung bis zu ergreifenden Solopipes plus informatives Booklet – ist ja auch nicht selbstverständlich.
mk

MOKA EFTI ORCHESTRA
Erstausgabe
(Motor Music)


Aus der Produktion Babylon Berlin entstanden, den Namen von einem alten Berliner Café- und Vergnügungstempel entlehnt, wurde ein Revueorchester rekrutiert, das ein musikalisches Amalgam anbietet, welches Weill und Lincke mit Blues, Tango, Jazz und Pop vereint. Severija singt verrucht, Nikko Wiedemann swingt poppig, Mario Kamien ist schnoddrig.
rk
MICHAEL MORAVEK
November
(Backseat)


Seemannslieder nennt Moravek selbst die zehn Songs, die er mehr oder weniger live in einem Ravensburger Theater einspielte. Sie begleiteten ein von Moby Dick inspiriertes Bühnenstück, das über Narzissmus und Faschismus reflektiert, funktionieren aber auch eigenständig. Kluge Texte, intimer Gesang und abwechslungsreiche Instrumentierung machen jede Nummer zu einem Erlebnis, mal folkleicht, mal barjazzig, mal orgeldüster, mal ragtimig mit Tuba und Mandoline. Stark.
mw

M. M. & THE BRAZIL TRIO
Brazilguitar
(Eigenverlag)


Michael Müller, der große Kenner brasilianischer Musik, insbesondere der Gitarrenkunst Baden Powells, vereint auf diesem exzellenten Album sieben Soloeinspielungen und sieben Stücke mit dem unglaublichen Christian Kussmann am Bass sowie der Schlagzeugerin Bruna Cabral aus Belém. Brasilianischer kann ein deutscher Gitarrist wohl kaum klingen. Kompliment!
rb
VOLKWIN MÃœLLER
Auf dem Weg
(Volkwino Music)


Der Detmolder Liedermacher orientiert sich mit seinen standarddeutschen Liedern am „internationalen Rock/Pop-Universum“. Seine Lieder wie „Mach dich auf den Weg“ oder „Nur du bist so“ sollen Mut machen. Wer Schlager und moderne Kirchenlieder, vielleicht auch Country („Straßensong“) liebt, findet hier Ähnliches. Texte im Beiheft. Wohlklingender Bandsound.
mas

ANNE NIEPOLD
Vita Brevis
(Poum Pouet)


Die belgische Akkordeonistin Anne Niepold wurde bekannt mit dem Duo Deux Accords Diront und spielte auch in der Folk-Big-Band Olla Vogala. Seit 2011 nahm sie Solo-CDs auf. Vita Brevis ist ihr drittes Album. Auf vielen Tracks spielt sie im Trio mit Bassist Hendrik Vanattenhoven und dem sehr guten Jazzdrummer Ètienne Plumer. Die Folk-Jazz-Nummern machen die Musik unverwechselbar.
chr
NIHILOXICA
Kaloli
(Crammed Discs)


Das Debütalbum der Electro-Percussion-Gruppe Nihiloxica vereint vom Kern her traditionelle Rhythmen, gespielt vom Nilotika Cultural Ensemble aus Ugandas Hauptstadt Kampala, mit technoiden Analogsynth- und Schlagzeugsounds aus Großbritannien. Ergänzt durch elektronische Drumklänge, werden die treibenden Grooves zu einer hypnotischen Dance Music. Genial!
cs

THE NO ONES
The Great Lost No Ones Album
(Yep Roc Records)


Gab’s das nicht schon mal, dass Velvet Underground mit Big Star eine Band gegründet hat, die Folkrock und Postpunk mit flirrenden Jingle-Jangle-Gitarren, schwitzigen Holper-Trommeln und himmlischem Kellergesang verband? Erhabenes Sixtiesalbum à la The Feelies von der Supergroup um Ex-R.E.M. Peter Buck.
mw
THE OCELOTS
Started To Wonder
(Rola Music)


Eine ungewöhnliche Stimme hält Menschen oft vom Singen ab. Dabei sollten gerade diese Menschen ermuntert werden, sich vor ein Mikrofon zu stellen, wie die Zwillinge The Ocelots eindrucksvoll beweisen. Mit einer einzigartigen Klangfarbe im Gesang zaubern die Brüder eine bemerkenswerte Atmosphäre auf ihr Debüt. Die akustischen Gitarren und gelungenen Kompositionen tun ihr Übriges.
ce

OCIE ELLIOTT
In That Room
(Nettwerk Music Group)


Das kanadische Singer/Songwriter-Paar Sierra Lundy und Jon Middleton aus Victoria (B. C.) singt auf der nur 25 Minuten kurzen CD mit schönen Vokalharmonien Songs über die Liebe und das Leben. Tolle Stimmen, nur leider in seichte, folkpoppige Arrangements gepackt sowie in viel Keyboardsauce getränkt und weichgespült.
uj
PELLE + PACK
Quite Open
(Eigenverlag)


Melodisch, sanft und bluesig, ein wenig Johnny Cash ist dabei. Als naturaffiner Landhamburger und gelernter Englischlehrer hat Pelle Riedel genug innere Ruhe und Ausdruckssicherheit für Themen wie Gesellschaft, Politik und Religion, wie man z. B. im letzten Song, „Doubtful Prayer“, erkennen kann. Vielfältig und mit genau der richtigen Dosis Pathos.
is

MARC PENDZICH
1862 – Homage To Emily Dickinson
(Vadaboé Music)


Der Hamburger Musikwissenschaftler Marc Pendzich hat schon einige Male hochwertige Lyrik vertont, was stets neugierig auf die Dichterinnen und Dichter machte. Wer die amerikanische Poetin Emily Dickinson war, muss man erst erkunden, ihr bemerkenswertes Leben, ihr ungewöhnliches Œuvre. Einfühlsame Interpretationen; Texte im Booklet wären hilfreich.
rk
PIPERS OF THE WORLD
Highland Saga Vol. 2
(Art.Emis Entertainment/Gordeon Music)


Die CD ist der Ausschnitt einer Multimediashow für den breiten (Touristen-)Markt, Schwerpunkt Pipes. Das zeigen Layout, Bombast und Songauswahl (z. B. „Syke Boat Song“, „Amazing Grace“). Aber dann machen Namen wie Ian Melrose oder Maeve Mackinnon stutzig, die für Qualität stehen. Also doch mehr als Schottland im Shortbread-Tin-Format.
mk

PLEIL
Die Spur des Kalenders
(Timezone)


Marco Pleil spielte lange in Bands, zuletzt bei Cloudberry. Nach deren Auflösung 2011 entschloss er sich, als Solist und mit deutschen Texten weiterzumachen, und wählte statt der üblichen Akustikgitarre als Begleitung die E-Gitarre, und zwar mit voll aufgedrehtem Verstärker. Seinen Auftritten entsprechend hat er auch sein Debüt aufgenommen: minimalistisch, rau, mutig.
is
QUIET LANE
Jäger lauf
(Sentric Music)


Seit ihrem exzellenten 2018er-Debüt hat die Band um die beiden Liedermacher Hannes Liewald und Simon Hartfelder noch mal eine musikalische Schüppe draufgelegt und intelligente, poetische Texte, oft mit glänzenden zweistimmigen Vokalharmonien, zu virtuoser Gitarrenarbeit gesungen und in ausgefeilte Acoustic-Rock-Arrangements gekleidet.
uj

MAYA RAE
Can You See Me?
(Black Hen Music)


Maya Rae ist erst achtzehn und hat bereits eine kleine musikalische Karriere hinter sich. Mit Jazz hat sie angefangen, doch nun dreht sich alles um ihre Eigenkompositionen an der akustischen Gitarre. In Nashville aufgenommen, klingt Can You See Me? sehr professionell, schon beinahe altbacken.
mf
HEATHER RANKIN
A Fine Line
(Back Street Music)


Sie ist Mitglied der Rankin Family, einer besonders im vorigen Jahrhundert ausgesprochen erfolgreichen Gruppe von Cape Breton Island. Solo präsentiert sie Songs im Folkpop-Gewand mit deutlicher Betonung auf letzterem Genre. Aber auch so was kann man sehr gut machen, und genau das können Rankin und Produzent und Mitmusikant David Tyson bestens.
mk

REELY JIGGERED
Tricky Terrain
(Eigenverlag)


Die Schwestern McNeill (Gesang, Fiddle, Gitarre, Bodhrán) und Drummer McLean plus Gäste an Bass und Keyboards bilden diese schottische Folkrockband mit dem bewusst assoziativen Namen. Da trifft ein dramatischer, hörbar geschulter Sopran auf fast stadiontaugliche Arrangements. Aber die Schwestern können es auch sanft, z. B. bei Robert Burns.
mk
THE SAXOPHONES
Eternity Bay
(Full Time Hobby)


Wer in diesen unruhigen Zeiten Sehnsucht nach einer romantischen Insel hat, kommt an diesem Album nicht vorbei. Alexi Erenkov und Alison Alderdice laden ein zu einer Zeitreise in die Tanzclubs der Fünfzigerjahre. Die zehn Liebesballaden des Paares aus San Francisco verströmen eine herrlich entspannte Langsamkeit, getragen von berührendem Gesang.
ep

SCHËPPE SIWEN
Wat bleift
(Eigenverlag)


Drittes Album der Luxemburger Folkpunker, auf dem sie weiter konsequent in ihrer moselfränkischen Muttersprache singen. Merklich gereift, tritt Keltisches etwas zurück hinter mehr Bläserorientiertes wie Polka oder Ska. Und Partytauglichkeit wird noch deutlicher kontrastiert als bisher durch philosophisch-nachdenkliche Texte, die die individuelle und gesellschaftliche Lage reflektieren.
sb
DOMINIC SCHOEMAKER & BOB STROGER
The Soundfarm Session
(Eigenverlag)


Sechs Titel umfasst die EP – leider nur. Das Gebotene macht Lust auf mehr. Klassischer, elektrischer Chicago Blues, beginnend mit Magic Sams unsterblichem „Just A Little Bit“, gefolgt von „Going To Chicago“ mit stoisch pumpendem Bass und forciert gespielter E-Gitarre. Sehr schön auch die Aufteilung der Gesangparts von Schoemaker und Stroger.
ah

THE SHIRES
Good Years
(BMG)


Nashville-Pop von Englands erfolgreichstem Countryduo. Banjo in den Vordergrund gemischt, aufeinandergeschichtete Vocals und dahinter ein üppiger Schallschwall mit allem, was die Computer hergeben. Zielt wie ihre vorherigen drei Alben treffsicher auf die Charts, verfehlt aber wohl das Herz des authentischen Folkhörers.
mw
SIENA ROOT
The Secret Of Our Time
(MIG Music)


Die Band aus Schweden schwelgt im Rock der Siebziger. Mit Orgel, üppigem Schlagzeug, Bass, Gitarre und gleich zwei Sängerinnen legen sie einen Soundteppich, der für alles von Deep Purple über Uriah Heep bis Jefferson Airplane Platz bietet. Das alles ist sehr gut gemacht, verharrt nicht in Klischees, sondern kommt im modernen Gewand.
ah

SINA NOSSA
Concreta Utopia
(DMG Records)


Nordrhein-Westfalen ist weit weg von Portugal und Brasilien. So dürfen der Fado, der portugiesische Folk und die brasilianischen Anleihen schon mal nach Pop oder Jazz klingen. Sina Nossa besteht aus der Sängerin Anabela Ribeiro, vier weiteren Musikern aus Portugal und Brasilien und dem deutschen Gitarristen André Krengel.
mst
SLOW LEAVES
Shelf Life
(Make My Day Records)


Tiefenentspannt und laid back trifft’s am besten. Der Songwriter, Gitarrist und Sänger Grant Davidson aus dem kanadischen Winnipeg legt eine Sammlung selbstreflexiver Songs mit persönlichen, poetischen Texten vor, in erstklassigen Americana-Arrangements von zart bis rockig, eingespielt von einer Riege exzellenter Musiker. Großartig!
uj

STEEP CANYON RANGERS & ASHEVILLE SYMPHONY
Be Still Moses
(Yep Roc Records)


Kein Witz: Nach der Zusammenarbeit mit Banjospieler und Komiker Steve Martin haben sich die Bluegrassband und ein Symphonieorchester gepaart! So gibt’s SCR-Songs in anderem Gewand. Und die Soultruppe Boyz II Men sorgt für noch mehr Crossover. Es funktioniert erstaunlich gut, da eher dezent, aber es gilt, die Ohren etwas weiter aufzusperren.
vd
STELLMÄCKE & TROTZBAND
Hinterm Mond
(Der Gute Ton)


Die Vorliebe des Erzgebirglers für das französische Chanson ist in mehreren seiner fantasievollen kleinen Liedgeschichten, die oft überraschende Wendungen zeigen, erkennbar. Es begegnen uns Tränenclowns, Loopingbahnen, ein Haus in der Milchstraße oder seine Heimat „hinterm Mond“. Das Ganze leicht und entspannt bei Pianoklängen, im Klezmergewand oder auch folkig mit Flöte und Konzertina.
rps

ERIK STENZEL
Augen auf
(Eigenverlag)


Dem Nürnberger klimapolitischen Liedermacher Erik Stenzel steht das Wasser bis zum Hals – auf dem Coverbild. Dieses Bild steht auch für sein Anliegen, Menschen über den Klimawandel und die Auswirkungen aufzuklären und sie zu einer Änderung ihres Lebensstiles aufzufordern. Zwölf Lieder zur Gitarre, die aufrütteln sollen, die Welt zu retten.
rk
JOSCHO STEPHAN – RICHARD SMITH – RORY HOFFMAN
Transatlantic Guitar Trio
(MGL Musik Produktion)


Was ist besser als eine genial gespielte Gitarre? Na klar, drei großartige Gitarren. Ein Fest für die Ohren, nicht nur für Fingerstyle-Connaisseure, liefert das international besetzte Saitentrio, bestehend aus Richard Smith (UK), Joscho Stephan (D) und Rory Hoffmann (USA). Stilistisch geht es querbeet durch die Musikgeschichte. Kurzweilig und atemberaubend.
rb

TEEPEE
Where The Ocean Breaks
(Springstoff)


Wunderschöne Gesangsharmonien, eingewebt in eingängige Popmelodien. Das zweite Werk des tschechischen Paares Tereza Lavičková und Miroslav Patočka überzeugt auf ganzer Linie. Ihre elektronischen Sounds in Kombination mit groovigen elektrischen und akustischen Gitarren kreieren melancholische Songs, in denen immer Hoffnung durchschimmert.
ep
CARUS THOMPSON
Shakespeare Avenue
(Valve Records/Mind’s Eye Records)


Rückkehr des Australiers zu folkigeren Klängen, mit Unterstützung aus England von Sean und Seth Lakeman bei Aufnahme, Produktion und Instrumentierung. In den Liedern prangert er Leistungsdruck, Ungleichheit oder das Verhalten der australischen Gesellschaft und Politik gegenüber Außenseitern, Flüchtlingen und Ureinwohnern an, während er immer wieder die Brücke zum „Motherland“ schlägt. Ruhig, reif, eindringlich.
sb

THRILL OF JOY
Herzlich Wir Kommen
(Edition Barhill Records)


Seit 2017 macht das saarländische Duo solide deutschsprachige Singer/Songwriter-Musik. Auf ihrem Debüt präsentieren Christian Both und Thomas Guido Peter elf melodische Akustiksongs über die Irrungen und Wirrungen des Lebens. Trotz ansprechender Texte hat man jedoch das Gefühl, sie folgen nur aktuellen Strömungen, und man hat alles schon mal gehört.
ep
REBECCA TURNER
The New Wrong Way
(Eigenverlag)


Die gute Nachricht zuerst: Dieses Indie-Songwriter-Album wird nie langweilig. Songs über Jazzsängerin Anita O’Day, die britischen Indierocker XTC, zu einem Kundalini Yoga Mantra, ein Bee-Gees-Cover, das ist schon sehr eklektizistisch. Letztlich bleibt aber der Gesang das limitierende Element dieses doch etwas unausgeglichenen Werks.
mw

GIORGOS VENTOURIS
Hohlakas
(Violins Productions)


Mehr als ein Dutzend Cracks der Jazz- und Folkszene Griechenlands kommt hier unter Leitung des Kontrabassisten und Gitarristen Giorgos Ventouris zusammen. Sie legen ein abgeklärtes und gleichzeitig luftiges sowie abwechslungsreiches Album mit dessen Eigenkompositionen vor, bei dem Genregrenzen zur Nebensache werden.
ink
VIMMA
Meri Ja Avaruus
(Eclipse Music)


Nordic-Folk-Fans bietet Vimma alles, was das Herz begehrt. Raffinierte Melodien, Jazzarrangements, zwei Geigen als Hauptmelodieinstrumente, eine Progressivrock-gestählte Drum-&-Bass-Sektion und statt Gesang erst mal eine Erzählerin. Mit Vimmas Album findet sich endlich wieder etwas „nie Gehörtes“ und „Ungeheuerliches“ auf dem Plattenteller.
ce

VOXXCLUB
Wieder Dahoam
(Elektrola)


Vor sieben Jahren gegründet, ist dieses Quintett nun mit seinem dritten Album „wiada dahoam“ angekommen. Wer allerdings traditionelle bairische Musik erwartete, mag sich getäuscht haben. Die Aufnahmen sind modern, voller Pepp, und die Lieder handeln von Akzeptanz, Diversität und stehen gegen Engstirnigkeit.
mg
WATERMELON SLIM
Traveling Man
(Northern Blues)


Das Doppelalbum wurde auf zwei Konzerten in Oklahoma im Jahr 2016 aufgenommen. Watermelon Slim spielt eine Resonatorgitarre, meistens mit Slide, und singt dazu mit rauer Stimme. Ein Blueser der alten Schule, was bedeutet, dass er sich nur selten an Dinge wie Taktschema, Zählzeiten usw. hält – und gerade das macht den Reiz und den Zauber dieser Musik aus.
ah

WHITE OWL RED
Afterglow
(Hush Mouse Records)


Hinter White Owl Red steckt Josef McManus, und Afterglow ist bereits sein fünftes Album. McManus sieht sich selber als Protestsänger. Seine Songs sind deshalb manchmal etwas rauer arrangiert, eben weil sie seine Wut transportieren sollen. Balladen gibt es aber auch, auf denen wimmert dann die Pedal-Steel.
mf
WINDFLÃœCHTER
lib18
(Eigenverlag)


Musik zum Wohlfühlen. Das Trio um den Mannheimer Gitarristen Rainer Kröhn spielt bei dieser Liveaufnahme ruhige Instrumentalmusik zum Träumen. Sanfte Flötenmelodien, atmosphärische World-Music-Percussion-Sounds und weiche Klänge einer akustischen Gitarre lassen den Kopf beim Hören zur Ruhe kommen. Alle Stücke sind selbst komponiert.
uh

WUTHE & FAUST
Lost Weekend
(Eigenverlag)


Wuthe und Faust sind klassische Songschreiber, die zu zweit an einem Küchentisch sitzen oder in der hinteren Ecke einer Kneipe, um ihre Songs vielleicht nur für sich zu spielen, aber auch für jeden, der zuhören mag. Wohlfühlig und natürlich klingen ihre Songs und ganz traditionell.
mf
ZENOBIA
Halak Halak
(Acid Arab Records/Crammed Discs)


Vom Namen sollte man sich nicht täuschen lassen. Das nach einer Königin von Palmyra aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. benannte Duo aus Haifa präsentiert modernste arabische Elektronikbeats zwischen Dub und Dabke, wie man sie ähnlich vom DJ-Kollektiv Acid Arab kennt. Hypnotische Partymusik ohne akustische Instrumente.
ink

Stefan Backes (sb), Rolf Beydemüller (rb), Volker Dick (vd), Christian Elstrodt (ce), Michael Freerix (mf), Matti Goldschmidt (mg), Gabriele Haefs (gh), Achim Hennes (ah), Ulrich Joosten (uj), Mike Kamp (mk), Rainer Katlewski (rk), Ines Körver (ink), Erik Prochnow (ep), Christian Rath (cr), Michael A. Schmiedel (mas), Roland Schmitt (rs), Christoph Schumacher (cs), Imke Staats (is), Reinhard „Pfeffi“ Ständer (rps), Martin Steiner (mst), Katrin Wilke (kw), Martin Wimmer (mw)