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Ausgabe 5/2018


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MIKE AIKEN
Wayward Troubadour

(Northwind Records)


Das Vorgängeralbum war für einen Grammy nominiert, und an Qualität mangelt es auch diesem, dem siebten Studiowerk von Mike Aiken, nicht. Aufgenommen mit erstklassigen Studiomusikern aus dem Dunstkreis Nashville, lädt Aiken ein zu einer Reise durch die Stile. Ob Western Swing, Country Rock nach Eagles-Art, Bluesrockiges, Chet-Atkins-Haftes und Bluegrass-Angehauchtes, der Mann und seine Band spielen alles authentisch. Wer will, darf nach Langeweile suchen – es wird vergeblich sein.
vd
RAHIM ALHAJ TRIO
One Sky

(Smithonian Folkways Recordings)


Der Iraker Rahim AlHaj (Oud), der Iraner Sourena Sefati (Santur) und der Palästinenser Issa Malluf (Percussion) teilen das Schicksal, aus Ländern mit schwieriger politischer Situation zu stammen. Das schweißt sie auch musikalisch in ihrer Wahlheimat New Mexico, USA, zusammen. Die Musiker verfügen über eine hohe Virtuosität, und AlHajs Kompositionen wirken unaufdringlich, nach innen gekehrt, durch die Santur fast schon etwas dieser Welt entrückt – aber ansprechend.
ink

ATTILA & FRIENDS
Identity

(Eigenverlag)


Wie Bluegrass aus Augsburg klingt? Beispielsweise so wie das, was Attila Tapolczai und seine musikalischen Freunde spielen. Alle sind fit an ihren Instrumenten und Attilas Texte zeugen immer wieder von politisch-kritischem Anspruch. Unter den Stücken sind Instrumentals wie das hübsche „A Sad Winter“ und das irisch angehauchte „Radio“ – die transatlantische Leitung steht. Etwas hölzern wirken allerdings Gesang und Produktion.
vd
BANDA OSIRIS
Funfara

(Felmay)


Die vier Bläser aus dem Piemont waren zusätzlich zu ihrer Blasmusik meist auch als Sänger aktiv. Nicht zufällig beruht ihr Name auf der Sängerin und Schauspielerin Wanda Osiris. Auf Funfara stehen erstmals Instrumentalstücke im Vordergrund. Mit Posaune, Saxofon, Tuba und Flöte zerlegen sie „Bella Ciao“ und kreieren ihre eigene, alternative Nationalhymne. Besonders live sind die vier Männer aus dem Piemont mit ihrer Mischung aus Klassik, Musikkabarett und den Evergreens Italiens ein Leckerbissen.
mst

KAI BECKER
The String Theory

(Hey! Acoustics)


Gitarrenmusik abseits ausgetretener Pfade. Kai Becker hat auf sechs- und zwölfsaitigen sowie klassischen Gitarren seine eigene Stilistik und Klangwelt erschaffen. Seine Instrumente sind zumeist in Open Tunings gestimmt. Die unbegleiteten Sologitarrenstücke sind mal spannungsgeladen, mal atmosphärisch. Dabei zitiert der Wuppertaler Musiker schon mal Johann Sebastian Bach oder gar die Scorpions. Das Album klingt sehr handgemacht und ungeschminkt – in Großbuchstaben steht auf dem Cover: keine Overdubs.
uh
BIG COUNTRY
Why The Long Face – Deluxe Edition

(Cherry Red Records)


Die schottischen (Folk-)Rocker sind seit einigen Jahren mit wechselnden neuen Sängern und ohne den einstigen Bassisten Tony Butler quasi als ihre eigene Coverband unterwegs. In regelmäßigen Abständen bringen sie remasterte und um Bonusmaterial erweiterte Boxeditionen ihrer mit dem 2001 verstorbenen Mastermind der Band, Stuart Adamson, entstandenen Albumklassiker der Achtziger und Neunziger heraus. Why The Long Face von 1995 war dabei vielleicht eines der meist unterschätzten Studioalben Big Countrys, ein knackig-rassiger Rocksound, der seine folkloristischen Elemente nicht leugnet und seiner Zeit womöglich voraus war. Zur 4-CD-Box ergänzt wird das Ganze um bisher teils unveröffentlichte alternative und/oder akustische Versionen u. a. von Klassikern, Demoaufnahmen sowie das komplette akustische Livealbum Eclectic aus dem Jahr 1996. Für Fans oder Menschen, die den Sound einer der prägnantesten Folkrockbands der Achtziger neu für sich entdecken wollen.
sb

IVAR BJØRNSON & EINAR SELVIK
Hugsjá

(Norse Music)


Mit einer Vielzahl von Instrumenten (selbst ein Bockshorn ist vertreten, was für den richtigen Wikingersound sorgt) und in einer künstlich archaisierten norwegischen Sprache wird hier der Entdeckungszug der frühen norwegischen Siedler die Küste Norwegens hoch geschildert. Mal Metal, mal Mönchsgesang, mal spätmittelalterliche Rundtänze, mal deutlich Ketil Bjørnstad zum Vorbild genommen – alles nett und interessant zu hören, auf die Dauer aber doch ein wenig eintönig.
gh
LUKA BLOOM
Refuge

(Pinorrekk Records)


Der sympathische Ire hört nicht auf, von seinem Traum einer besseren Welt zu singen. Refuge („Zuflucht“) ist Blooms ureigene Reaktion auf die international zunehmende Verrohung. Ruhige, nur mit Gitarre eingespielte Lieder, die Hoffnung geben, wo nötig, anklagen oder den Blick auf das Schöne lenken, für das wir das Gespür nicht verlieren dürfen. Kaum ein Lied bringt das friedliebende Wesen dieses Singer/Songwriters dabei wohl besser zum Ausdruck als „I Am Not At War With Anyone“. Und neben dem Folkklassiker „Wayfaring Stranger“ hat er eine neue Version des von ihm verfassten und von seinem Bruder Christy Moore weltberühmt gemachten, ewig aktuellen Auswanderersongs „City Of Chicago“ aufgenommen.
sb

LINCOLN BRINEY
Happens To Simon & Garfunkel – Homeward Bound

(Eigenverlag)


Das Album ersäuft in Harmonie. Harmonische Samba- und Bossa-Gitarre und -Percussion, säuselnde Keyboards, kuscheliges Flügelhorn … Nicht, dass Lincoln Briney ein schlechter Sänger wäre, aber wer die Originale kennt, wird ständig auf den engelsgleichen Harmoniegesang Art Garfunkels warten, der andauernd nicht einsetzt. Die zwar handwerklich soliden, aber leider weichgespülten Arrangements flutschen widerstandslos durch die Gehörgänge und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck – nur den Wunsch, schnell ein Originalalbum von Simon & Garfunkel aufzulegen.
uj
WOLFGANG BUCK
Des Gwärch & des Meer

(C. A. B. Records)


Wenn man, wie der Liedermacher Wolfgang Buck, Franke ist und in diesem Dialekt auch singt, hat das Atmosphäre, ist aber für anders gewachsene Ohren schwer zu verstehen. Da hilft auch das Textheft wenig, was schade ist. Er singt nämlich nicht nur über Herz und Schmerz, sondern macht sich seine Gedanken über die Zeit, und er will es sich auch nicht zu leicht machen. Mehr Fragen stellen und Zweifel haben, als es ganz genau und besser zu wissen. Schöne Lieder zum Zuhören und Nachdenken.
rk

BOBBO BYRNES
Two Sides To This Town

(Songs & Whispers)


Wenn der vorige Song verklungen ist, scheint der nächste gerade da wieder anzusetzen. Die Stücke des Kaliforniers bilden eine Kette aus Geschichten. Musikalisch klingt das sehr ähnlich, angesiedelt irgendwo zwischen John Mellencamp und Bruce Springsteen, dem Mainstream nicht fern. Seinen Countryrock spielt Byrnes voller Energie, auf die gesamte Strecke des Albums gesehen wirkt es aber irgendwann ermüdend. Also besser in wohl abgewogenen Dosen zu sich nehmen.
vd
KIM CARNIE
In Her Company

(Eigenverlag)


Schottische Young-Trad-Award-Teilnehmerin mit Schwerpunkt auf gälischem Gesang. Dezent verraucht-samtene Stimme und ausgesprochen hochkarätige Mitmusiker wie Innes White, Euan Burton, Megan Henderson oder Siobhan Miller. Diese EP lässt vermuten, dass hier eine profilierte Künstlerin der Kategorie Julie Fowlis heranreifen könnte.
mk

CHALABAN
Gleimim

(Narrator Records)


Seit 1998 lebt Saïd Tichiti, der aus Südmarokko stammende Sänger und Musiker (er spielt vornehmlich die Gimbri, eine dreisaitige Kastenhalslaute), in Ungarn, wo er schon bald mit seiner vielköpfigen Band Chalaban zum Star in der Global-Music-Szene avancierte. Beim mittlerweile sechsten, seiner Heimatstadt Guelmim gewidmeten Album mischen auch seine Kinder Emma und Naïm mit. Die musikalische Basis bilden die typischen Gnawa-Rhythmen, angereichert mit Elementen aus Afrobeat, Desert Blues und Jazz.
rs
Cowboy Junkies
All That Reckoning

(Proper Records)


Ein neues Album von Kanadas Alternative-Country-Pionieren und Kritikerlieblingen. Von den einfachen, belanglos vor sich hinfließenden Songs mit gelegentlich psychedelischer Atmosphäre bleibt leider kaum etwas haften. Die wenigen krachigen Stücke überzeugen am ehesten, und ihre engagierten Texte wie „Ich fand den Teufel als Luft verkleidet, / Mit elektrischem Strom geladen. / Ich öffnete meinen Mund, / Er trat ein und sagte: / Du gehörst mir.“ („The Possessed“) würden da auch besser dazu passen.
hjl

CURLY STRINGS
Hoolima

(Jazzhaus Records)


Die Popularitätskurve der Band aus Estland zeigt steil nach oben. Mit ihrer Mischung aus Bluegrass und traditionellen Klängen ihres Heimatlandes faszinieren sie ein wachsendes Publikum. Das zweite Album erfüllt die Erwartungen und beweist ihre Songwriterqualitäten. Wer sich vom musikalischen Können überzeugen will, muss nur das Instrumental „Firebird/Kribu-Kribu-Polka“ hören, ein Stück mit funkigem Mandolinenintro. Produziert hat der für einen Grammy nominierte US-Fiddler Casey Driessen.
vd
CURSE OF LONO
As I Fell

(Submarine Cat Records)


Der Londoner Felix Bechtolsheimer hat sich mit seiner Band Hey Negrita über zehn Jahre lang ein kleines Publikum im Americana-Bereich erspielt, Curse of Lono ist die Fortsetzung des Gleichen mit anderen Mitteln. Zum großen Teil in Kalifornien aufgenommen, schwebt über diesem Album ein Hauch von Wüstenstaub, mit elektrischen Gitarren, die elegische Melodien produzieren, wozu Bechtholsheimer mit angenehmem Bariton singt. Er nennt es „Southern Gothic Rock“.
mf

DIVERSE
Epilogue – A Tribute To John Duffey

(Smithsonian Folkways)


Der Mandolinenspieler John Duffey und seine Band The Seldom Scene haben Maßstäbe gesetzt, was die Erneuerung des Bluegrass anging. Zahlreiche jüngere Musiker hat er inspiriert, und einige der namhaftesten erweisen dem 1996 gestorbenen Künstler mit diesen Aufnahmen die Ehre. Sam Bush ist darunter, Tim OʼBrien, Don Rigsby und David Grisman; ein gewisser Nils Lofgren taucht mit der Dobro auf. Das Repertoire besteht aus charakteristischen Duffey-Songs in neuem Gewand. Dazu gibtʼs ein üppiges Booklet.
vd
DIVERSE
Verbündet V

(Koka)


Der fünfte Durchgang dieser Kompilationsreihe geht mit 22 Titeln und Bands ins Rennen. Halb in Deutsch, halb in Englisch, ist das Album eine bunte Mischung aus Mittelalter (ja, auch Marktmusik mit Sackpfeifen und Trommeln ist dabei), Deutschfolk, Instrumentals, Akustischem und Rockigem sowie Steampunk. Nicht die Großen der Szene, sondern eher unbekannte, unverbrauchte Gruppen sind in sehr ordentlicher Produktionsqualität zu erleben. Interessante Zusammenstellung.
pp

ELISAPIE
The Ballad Of The Runaway Girl

(Yotanka Records)


Von der aus dem Eskimovolk der Inuk stammenden Musikerin wird man noch mehr hören. Die Singer/Songwriterin, Regisseurin und Aktivistin sprüht nur so vor Energie in ihren balladesken Songs, in denen ihre Kultur nicht nur im Gesang immer wieder durchschimmert. Vor allem aber weiß sie, Geschichten zu erzählen. Auf ihrem neuen Album besingt sie die Zerrissenheit ihres Volkes zwischen Moderne und Tradition. Was das heißt, hat sie selbst in Form von Adoption, Auswanderung nach Montreal und Diskriminierung als Frau erlebt. Entdeckenswert.
ep
HARRI ENDERSBY
Homes/Lives

(Eigenverlag)


Die junge Singer/Songwriterin Endersby (Gitarre, Violine) aus dem County Durham hat ihr Debut mit Ehemann Rich Marsh (E- und akustische Gitarre, Bass) und Koproduzent Curtis Wayne Pierce Jr. (Drums, Percussion, Synth) eingespielt und diese Besetzung weist deutlich auf ihre musikalische Richtung: Tradition und Gegenwart, akustisch und elektrisch. Cover wie Musik stellen den Bezug zur rauen nordenglischen Landschaft her – und ins Ohr gehen die Songs manchmal auch.
mk

FAINSCHMITZ
Fainschmitz Begins

(Three Saint Records)


Österreich ist klein, aber mit vielen musikalischen Talenten gesegnet. Während das deutsche Feuilleton sich noch über Wanda und Bilderbuch freut, ist das Nachbarland bereits wieder um eine musikalische Skurrilität reicher. Fainschmitz beginnt, wo es zu einem Max-Raabe-Salonorchester nicht reicht. Im nostalgischen Swing, mit Megafongesang und Nonsense-Texten macht man sich in Quartettbesetzung lustig. Zeitgemäßer Pop hört sich anders an, und das ist gut so.
jus
FANFARA STATION
Tebourba

(Agualoca Records)


Diese Combo klingt auf ihrem ersten Longplayer nach sehr viel mehr als nur drei Mann. Fette Bässe, einiges an Elektronik und Percussion, Trompete, Posaune und diverse orientalische Blasinstrumente sorgen für reichlich Abwechslung, ohne jemals den Groove aus den Augen (oder Ohren) zu verlieren. Partytaugliche und Laune steigernde Melange aus Balkan, Italien, Elektro und jeder Menge Nordafrika.
ink

ANNIKA FEHLING TRIO
In The Universe

(Rootsy Music)


Die schwedische Sängerin Annika Fehling kleidet ihre hauchende Stimme in ein jazziges Gewand und sorgt damit für einen interessanten Kontrast. Die Instrumentierung könnte durchaus auch zu den Ethno-Klängen einer Mari Boine passen. Durch die einzigartige Schlafzimmerklangfarbe der Künstlerin klingt jeder Song aber irgendwie nach Pop. So werden selbst die Balladen zu etwas wie „Britney Spears singt Simon & Garfunkel“. Das klingt überraschend gut, dennoch könnte der Effekt etwas dezenter eingesetzt werden.
ce
RAINHARD FENDRICH
Für immer a Wiener – live und akustisch

(RJF Musik)


Von allen Weichspülern des unglückseligen Austro-Pop ist es nun ausgerechnet Schwiegermutterschwarm Rainhard Fendrich, der sich heute mutig zeigt und seine Stimme gegen Fremdenhass und den regierenden Rechtspopulismus erhebt. Das aktuelle Konzertsouvenir überzeugt durch seine Unplugged-Atmosphäre, zu einer Zeit, wo es in Österreich schon ausreicht, sich zu einem (rotgrün-versifften) Wien und zum Menschsein mit Herz zu bekennen, um Hassmails zu ernten.
jus

RUDI GALL
Gall singt Sulke Vol. 2

(Heduda! Records)


Rüdiger Töpfer scheint im Ruhrpott eine umtriebige Natur zu sein. Neben seinem bürgerlichen Job ist er auch noch mit verschiedenen musikalischen Projekten unterschiedlicher Art beschäftigt. Damit die Marken auch unterscheidbar bleiben, tritt er jeweils unter anderem Namen an. Für die Lieder von Stephan Sulke ist er als Rudi Gall unterwegs. Es ist schon sein zweites Album mit Liedern dieses Schweizer Liedermachers mit dem sehr speziellen Humor. Und Rudi Gall hat Recht, die Lieder sind eine Neuauflage wert.
rk
JAMES PATRICK GAVIN
Chewing The Fat

(Sleight of Hand Records)


Ganz so dreckig und speckig wie das Cover ist die Musik auf dem zeitgenössisch-traditionellen Solodebüt des Fiddlers und Gitarristen nicht. Der Londoner widmet die mit vielen Kollegen eingespielten Songs und Tunes sehr hörbar seinen nordirischen Wurzeln. Zusätzlich mixt er Interviews mit seiner Großmutter plus diverse Soundcollagen in so gut wie jedes Stück. Das ist ganz gewiss interessant, stört aber auch ein wenig die Freude an der Musik.
mk

LUKE GASSER
The Judas Tree

(Blue Rose)


Der Rockmusiker, Filmemacher und Bildhauer aus der Innerschweiz ist ein Macher, der seinen Weg geht. Der Obwaldner liebt das Mystische, Archaische, den Kampf der Guten gegen die Bösen – nicht nur in seinen Filmen, sondern auch in der Musik. „Es ist nicht einfach, eine Frau zu lieben, die denkt, dass sie dem Mann überlegen ist“ (aus „Hard To Love You“). Seine Weltanschauung und der gerade, stampfende Rock, unterbrochen von karg instrumentierten Balladen, würden auch in ein Kaff des Bible Belt passen.
mst
JEZ HELLARD & THE DJUKELLA ORCHESTRA
D’rect From The Shire

(Djukella Records)


So muss man dieses Kraftwerk von einem englischen Sextett tatsächlich aufnehmen: live vor nicht allzu großem Publikum, denn etwas Intimität tut der Atmosphäre gut. Sänger, Gitarrist und Mundharmonikaspieler Hellard sucht sich die richtigen Songs aus, Gavin (Fiddle, Rezension seines Soloalbums weiter oben) und Henderson (Uilleann Pipes etc.) sind für Geschwindigkeit zuständig plus Bass und Akkordeon als Basis. Das ist der Beweis, dass Good-Time-Music durchaus auch eine politische Komponente haben kann!
mk

ÁGNES HERCZKU
Hozomány

(Fonó Music Hall)


Das ist nicht nur ein Album für Ethnologen und an Musikgeschichte Interessierte. Ágnes Herczku, eine der führenden Folkmusikerinnen Ungarns, hat sich auf der Suche nach den musikalischen Wurzeln Transsilvaniens in das Dorf Visa begeben. Auf ihrem aktuellen Doppelalbum präsentiert die Sängerin und Tänzerin mit ihrer Band die reiche Tradition der Volksmusik der Mezőség-Region sowie ihre zeitgenössische Neueinspielung. Ihre Aufnahmen widmet sie dem in diesem Jahr verstorbenen Ethnografen Zoltán Kallós, der sein Leben der transsilvanischen Folklore verschrieben hatte und mit 15.000 Melodien die bislang wohl größte Sammlung dieser Musik zusammentrug.
ep
HER(T)Z(M)ACHT
Jetzt ist Jetzt

(Traumton Records)


Poppige Chansons am Klavier und am Synthesizer, mit eingängigen, klugen Texten über Menschen und ihre Beziehungen, Krisen, deren Nachwehen und Neuanfänge. Je nach Thema ist der Sound intensiv und voll oder einfühlsam verhalten. Der Bariton Michael Fiedlers hat eine eindrucksvolle Ausdrucksbreite. Musikalisch wird der gebürtige Nordhesse und ausgebildete Filmmusiker von Gitarre, Geige, Oboe und Schlagzeug unterstützt, was eine gelungene Mischung zwischen Pop, Schlager und Chanson ergibt.
rk

ROBERT JOHN HOPE
The Unravelling

(Musszo)


Zeitlose Songs im rockigen Gewand präsentiert die erste EP des in Berlin lebenden Musikers. Die vier Tracks würden auf jedem Album im Mainstreamfeld zwischen U2 Mitte der Achtziger und Bastille der heutigen Zeit eine gute Figur machen. Für den großen Durchbruch fehlt es noch an Wiedererkennungswert, die Songs und die sanfte Stimme des Künstlers sind noch zu austauschbar. So bleibt der Erstling in angenehmer Erinnerung, ohne Kaufreiz auszulösen. Für ein Debüt ist The Unravelling dennoch eine starke Leistung.
ce
THEA HOPKINS
Love Come Down

(Eigenverlag)


Die Singer/Songwriterin aus Boston legt ihr viertes Album (nun ja, mit nur sechs Songs eher eine EP) vor. Von der „Liebesballade bis zur Sozialgeschichte“ (Promo) reichen die Themen, verpackt in kraftvolle, bildhafte Lyrics, vorgetragen mit einer warmen Stimme irgendwo im Bereich von Mezzosopran und Alt, die gelegentlich an Kate Wolf erinnert. Die Arrangements changieren zwischen Folk und Pop, mit milden Jazzeinsprengseln von Tom Halter an Trompete und Flügelhorn sowie Gastgesang von Noel Paul Stokey (Peter, Paul & Mary). Nett.
uj

IMA KYO
Jetzt & Heute

(Exo10 Records)


Mit Jetzt & Heute präsentiert das Musikerquartett Ima Kyo den perfekten Soundtrack für die nächste Cocktailparty. Das rassige Jazzalbum besticht mit klugen Texten und einer ausdrucksstarken Sängerin, die perfekt die Lücke zwischen Alin Coen und Götz Alsmann zu schließen vermag. Die Songs sind auch für Folkies interessant, die weniger Jazz als vielmehr Singer/Songwriter auf ihrer Playlist haben. Ima Kyo spielt Musik, die ihren Platz auf einem Kultursommer-Open-Air und im Theatercafé findet.
ce
IʼM KINGFISHER
Transit

(Kite)


Die besten amerikanischen Singer/Songwriter kommen bekanntlich gar nicht aus Amerika, sondern aus Schweden. So ist auch Iʼm Kingfisher, der entspannt Neil Young Konkurrenz machen könnte, aus Stockholm. Indie-Pop heißt das Zauberwort, in diesem Fall garniert mit einer charmanten Dosis Psychedelic Folk. Erinnerungen an die Incredible String Band werden wach. Transit klingt gleichzeitig altmodisch und modern. Diverse Gastmusiker, unter anderem Christian Kjellvander, sorgen für Abwechslung. Das Album bleibt so bis zum letzten Track spannend.
ce

INYAL
Inyal

(Eigenverlag)


Ein schottisches Quartett, Fiddle und Uilleann Pipes repräsentieren den traditionellen Teil plus (leider viel zu selten) weiblicher gälischer Gesang. Drums und Percussion sorgen für die modernen Rhythmen und Gitarre plus diverse Elektronika vermeiden eventuelle Rockklischees. Das passt bestens und hat dennoch Entwicklungspotential. Spannend!
mk
JUURI & JUURI
Korpin Marssi

(Nordic Notes)


Das neue Album des finnischen Duos ist größtenteils instrumental, es gibt ein buntes Gemisch aus finnischer Pelimanni-Musik, viele Walzer, dazu Märsche. Einer heißt „Rabenmarsch“ und ist das Titelstück, denn der Titel des Albums lautet „Korpin Marssi“, „Der Marsch der Raben“. Er ist aus der höfischen schwedischen Tradition übernommen, sogar ein Menuett. Und das alles ist so schön, lebhaft oder auch einschmeichelnd gespielt, dass man beim Walzer gleich die nächstbeste Person auf die Tanzfläche locken möchte.
gh

GABRIEL KARAPATAKIS, HUB HILDENBRAND, ZACHARIAS SPYRIDAKIS
Nenemia

(Ears Love Music)


Ein Zypriot am bundlosen Bass, ein Kreter an der Lyra und ein Deutscher an der Gitarre. Meditative, fein pulsierende Musik, die sich hörbar aus folkloristischen Quellen speist und in großräumigen Improvisationen tonal gebunden dahinfließt. Musik, die den Geist still werden lässt und ganz unaufdringlich auf den Raum zwischen den Klängen verweist. Übrigens: Bei Hippokrates ist nenemia „ein heiteres, ruhiges Wetter“.
rb
KINGS & BOOZERS
Still Got The Booze

(Slainte Records)


„Seven Paddies In Berlin“ heißt einer der Songs, doch sie stammen aus Leverkusen. Im Fahrwasser der Pogues bringen die Rheinländer irisch-feucht-fröhliche Stimmung in dreizehn Tracks dem Publikum nahe. Ob Trinklieder, ob Balladen, es hört sich alles gut, rund und voll an, mit den hellen Tönen der Tin Whistle über den Bässen und Drums, was doch der rockig-punkigen Musik erst so richtig ihre irische Stimmung verleiht. Besonderes Schmankerl: „Wild Rover“ zur Melodie von „Ghost Riders In The Sky“.
mas

RALF KLEEMANN
Finistère

(Eigenverlag)


Ralf Kleemann spielt Harfe und lebt in Niedersachsen. Sein viertes Album Finistère hat er nach einem bretonischen Departement benannt. Doch nur ein Stück hat einen erkennbar bretonischen Sound. Ansonsten klimpert die Harfe „keltisch“ vor sich hin.
chr
ANTONIO KOUDELE
Arriving

(ACS-Records)


Musik für den inneren Frieden. Der österreichische Gitarrist Antonio Koudele spielte für sein neues Album verträumte, ruhige Instrumentalstücke ein. Sein Spiel auf der klassischen Gitarre vereint die Gelassenheit des brasilianischen Bossa Nova mit der Freude an der Improvisation des Jazz und dem meditativen Fluss von New Age. Der Gitarrist ist Melodienfänger, dessen schöne Melodiebögen mit dezenter Percussion den Hörer in eine Klangoase der Entspannung führen – weit weg vom Alltagsstress.
uh

LIKE SNOW
Beauty & Fear

(Premium Records)


Zwölf Stücke voller Gefühle und Gemeinschaftssinn, von fünf jungen männlichen Freunden aus Norddeutschland eingespielt. Die englischen Texte handeln vom Verzagen an der Welt und der Überwindung desselben. Gemeinsam geht Zuversicht noch besser, was sich an einer Vorliebe für lautmalerische Refrains, die alle mitsingen können, unterstützend zeigt. Die Anmutung liegt zwischen poppigem Folk und Mehrzweckhallen-Rock. Das Stadion ist schon angepeilt.
is
LONESOME GEORGE
Flat As The Earth

(Eigenverlag)


Benannt nach einer langlebigen Schildkröte, spielt sich das junge Quartett durch meisterlich geschriebene Songs und Tunefragmente. Feine, sehr gut austarierte und kompakte Arrangements zwischen Flöte, Bouzouki, Gitarre und sehr wohlklingender, geschmackvoller Bodhrán lassen Raum für vielschichtige Melodieschleifen und pointierte Lyrics aktueller Zeitthemen. Schöner Gesang von Gabriel Campbell-McArdle, hoher Spielstandard, intelligente, packende Musik. Einfach sehr, sehr gut!
js

KIM LOWINGS & THE GREENWOOD
Wild & Wicked Youth

(Eigenverlag)


Viertes Album der jungen englischen Sängerin, die Dulcimer und Piano spielt. Das Trio Greenwood trägt mit Gitarre, Bouzouki, Bass und Percussion plus Gäste mit Violine und Melodeon zum vollen Sound der selbst geschriebenen Songs bei. Die beziehen sich oft auf traditionelle Melodien. Das größte Plus jedoch ist Lowings klare, kräftige Stimme, die sofort gefangen nimmt und die Lieder dominiert.
mk
PAULO TATO MARINHO
Gaitas De Fole Em Portugal – Bagpipe Music From Portugal

(Eigenverlag)


Der 1964 in Lissabon geborene Dudelsackspieler, -bauer und –forscher ist eine Schlüsselfigur in der iberischen Folk-, insbesondere Gaita-Szene. Nach unzähligen zwischen Folk und Rock wechselnden Arbeiten und Projekten zu Hause und in Galicien betreibt der Multiinstrumentalist nun auf seinem ersten eigenen Album ganz klar Wurzelpflege. Unter den mit Percussionisten und Sängern eingespielten 15 Tracks – fast nur Traditionals – sind auch vereinzelt Neukompositionen, zum Beispiel von Rodrigo Leão (Ex-Madredeus).
kw

ELIZABETH MITCHELL & SUNI PAZ
Tú Eres Mi Flor – Songs For Children En Español

(Smithsonian Folkways Recordings)


35 Liedminuten warten hier, begleitet von einem üppigen, zweisprachigen, in guter Smithsonian-Manier liebevoll gestalteten Booklet auf Kinder zwischen drei und zehn Jahren (offizielle Empfehlung). Die singenden Kinderliedexpertinnen – die eine aus den USA, die andere dorthin vor langem aus Argentinien ausgewandert – verbleiben mit den 17 durchweg spanisch intonierten, rhythmisch wie gesanglich einfach gestrickten Songs musikalisch eher im Norden Amerikas, vor allem in den Gefilden von Folk und Americana.
kw
MUHNIKS
Sunnawind

(Dr. Music Records)


Wie der Bandname bereits suggeriert, treten auf Sunnawind einige bekannte Gesichter der Münchner Musikszene in Erscheinung, wie zum Beispiel Meisterdrummer Manfred Mildenberger, Otto Schellinger oder auch jüngere Gesichter wie die umtriebige Bassistin Julia Hornung. Sie und noch einige Musiker mehr setzen die bayrisch-sphärischen Popsongs von Michael Flossmann in Szene. Gesungen werden die Werke abwechselnd von drei wunderbaren Frauenstimmen – Irmi Haager, Julia Schröter und Veronika Zunhammer.
fk

NAKED
Yes

(Narrator Records)


Goran Milosevic (Drums), Branislav Radojkovic (Bass) und Djordje Mijuskovic (Geige) haben sich auf ihrem vierten Album mit Rastko Uzonovic (Saxofon, Klarinette) zusammengetan. Sie dokumentieren erneut, dass man Balkanklänge, Klezmer, Funk, Jazz, Dub, Afro und Latin nahtlos verschmelzen und dabei völlig ohne Akkordinstrumente auskommen kann. Auf den letzten drei Stücken bezaubert die israelische Sängerin „Tula“ Tal Ben Ari mit ihrer coolen und gleichzeitig warmen Stimme.
ink
LENNY NAPIER
Life Sketches

(Die Traumwerkstatt)


Der in Liverpool geborene und aufgewachsene Singer/Songwriter wohnt jetzt in Süddeutschland. Erfahrung hat er genug, auch interessante Ideen, die er mit Freunden abwechslungsreich arrangiert und umsetzt. Wenn bei so viel Einsatz und Herzblut für eine Produktion das Ergebnis – trotz empfohlener höherer Lautstärke – nur bedingt packend rüberkommt, dann kann das eigentlich nur an den Ohren des Rezensenten liegen.
mk

RICHARD NOLL
Peaceful Being

(Singing Heart Productions)


Nicht selten löst die Blöckflöte bei vielen nur ein mildes Lächeln aus. Doch wenn man das Instrument beherrscht, kann man ihm wundervolle Musik entlocken. Ein Meister darin ist der Amerikaner Richard Noll, der die Blockflöte in der indianischen Tradition spielt. Seit mehr als zwanzig Jahren begleitet der über sechzigjährige seine Frau Shaina auf ihren Plattenproduktionen. Nun hat er erstmals ein eigenes Album mit acht tiefgehenden Stücken veröffentlicht, die er meist in der Natur komponierte. Musik, die mit dem gesamten Körper gehört werden will.
ep
OI DIPNOI
Pontos

(Narrator Records)


Wie hat die sizilianische Musik wohl einst geklungen? Dieser Frage ging Valerio Cairone, der Bandleader des Trios aus Catania, auf den Grund. Fündig wurde er bei Schafhirten, Bauern und Fuhrleuten, die mit dem Dudelsack durch die Dörfer zogen. Cairone (Dudelsack, diatonisches Akkordeon), Marco Carnemolla (Bass) und der Percussionist Mario Gulisano erzeugen archaische, zuweilen hypnotische Klänge. Sie entwickeln ihre eigene Klangwelt, indem sie stilistische und geografische Grenzen überschreiten.
mst

Lindi Ortega
Liberty

(Shadowbox Music)


Dark Country, dazu eine engelsgleiche, hauchende Stimme mit viel Hall und zittrigem Vibrato. Die Dame mit dem umwerfenden Outfit à la Schneewittchen als Cowgirl hat sich musikalisch nach eigenen Angaben an Ennio Morricones Western-Filmmusik orientiert. Oft wirkt sie auch wie das weibliche Pendant zu Wüstenrocker Brian Lopez (Xixa, Giant Sand). Alles sehr geschmackvoll, sinnlich, leicht düster und mit der vollen Gefühlsdosis mexikanischer Rancherosängerinnen. Umwerfend!
hjl
JIM PATTON & SHERRY BROKUS
The Hard Part Of Flying

(Berkalin Records)


Das Ehepaar aus Austin, Texas, legt zehn Songs in bester Americana-Tradition aus der Feder Pattons vor, wobei die Arrangements zwischen elektrisch und akustisch changieren. Zu Pattons Akustikgitarre und Gesang gesellen sich unter anderem Fiddle, Cittern, Dobro, Bass, Piano, Cello und Percussion, wobei die Arrangements dankenswerterweise die markanten Stimmen der beiden und damit die Aussage der Songs immer die Hauptrolle spielen. Ein solides, hörenswertes Album.
uj

TOM PETERSON
Black Hills Gold

(MoonHouse Records)


Verschmitzt schaut Peterson auf dem Albumcover drein und verschmitzt ist seine Musik, die zwischen Songschreibertum, Honky-Tonk und Songs mit leicht souliger Note schwankt. Als passabler Sänger lässt der Musiker seine Musik von Chris Gage sehr sauber produzieren und spielen, und seltsam ist, wie er irgendwo dazwischen uralte Folksongs zitiert und plötzlich ernst und ganz und gar traurig wirkt. Sehr abwechslungsreich.
mf
KATELIJNE PHILIPS-LEBON
Les Spatz

(Timezone)


Katelijne Philips-Lebon ist eine flämische Chansonsängerin und Schauspielerin, die in Berlin lebt. Auf dem Titeltrack ihres (recht kurzen) Debütalbums besingt sie die Spatzen von Berlin. Die Musik ist eklektisch, überwiegend akustisch. Selbst geschriebene Texte singt sie mit selbstbewusster Stimme auf Französisch.
chr

POETESSʼ PLAY
Wandering Trees

(Eigenverlag)


Hinter der Gruppe mit dem verspielt-poetischen Namen steckt vor allem Franziska Pilz. Sie textet, komponiert und singt ihre emotionalen Stücke allesamt selbst. Dabei begleiten sie Musiker an Bass, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug und Geige sehr harmonisch. Mit kleinen Extempori klingt das Meiste nach Americana-Folk, ist fast ein bisschen zu glatt produziert. Das interessanteste Stück ist der Hidden Track, auf dem zwei Stimmen übereinander singend etwas rauer aufgenommen sind.
is
RAVEN AND RED
We Rise Up

(Line Crossing Records)


Sie spielen auf ihrem Debütalbum nahezu ausschließlich eigenes Material, angesiedelt im Spannungsfeld zwischen Bluegrass, Country und Folk. Die jungen Musiker um Leadsängerin und Multiinstrumentalistin Brittany Lynn Jones sowie Leadsänger Mitchell Lane stammen aus Georgia und Pennsylvania. Ihre Spezialität scheinen Balladen zu sein, manche würden auch sagen – Schnulzen. Jedenfalls wirken viele Songs ein bisschen dick aufgetragen. Immerhin gekonnte Inbrunst.
vd

REA SOM
Arte Calma

(Unit Records))


Die Schweizer Sängerin Rea Hunziker hat das brasilianische Idiom und die Rhythmen jenes Landes verinnerlicht. Die Klangfarbe und das Register ihrer Stimme erinnern an Elis Regina. Ihre Band – Martin Schenker (Gitarre), Jonas Künzli (Bass), Samuel Messerli (Schlagzeug) und Alejandro Panetta (Percussion) – lehnen sich locker zurück und lassen die zehn Lieder nach Rio tönen. Zusammen mit den kontemplativen Texten passt die Musik eher in eine angenehm gekühlte Hotellounge als zum Karneval von Bahia.
mst
LULO REINHARDT feat. YULIYA LONSKAYA


(DMG Records)


Der virtuose Spross des (Django-)Reinhardt-Clans veröffentlicht in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Caritas-Stiftung Rhein-Mosel-Ahr ein Album, das ungewöhnlich ruhige Momente enthält. Als Duopartnerin hat er die klassische Gitarristin Yuliya Lonskaya aus Weißrussland gewinnen können. Ganz wunderbar sind die meditativen Impressionen der Indienreise des Gypsygitarristen, die in absehbarer Zeit auch eine filmische Umsetzung erfahren sollen.
rb

RINGLSTETTER
Fürchtet euch nicht!

(Millaphon Records)


Nach Hannes Ringlstetters Debütalbum PNYA (siehe Folker 5/2016) war die Erwartung groß. Leider wieder nur eine Promo-CD ohne Beiheft. Auch der Inhalt enttäuschte. Zwar kommt des Niederbayern Stimme wieder celentanohaft-herb-männlich daher, was, gepaart mit der Mundart, einen rustikalen Charme hat, aber Texte und Melodien schwanken zwischen Volkstümelei, Schlager, Reggae, HipHop und Country und sind wohl mehr auf Marktkonformität als auf Originalität ausgerichtet. Dabei kann der Junge echt mehr!
mas
ROODS & REEDS
The Loom Goes Click

(Labelship)


Das Hamburger Duo hat sich nicht etwa nach seinen „falschen“ Wurzeln falsch benannt, sondern nach dem alten Tuchmaß, der Elle und dem Schiffchen, welches den Faden am Webstuhl durch die Kettfäden webt. Den roten Faden stellen hier die von Dagmar Lauschkes Stimme getragenen Balladen und deren instrumentale Untermalung durch Partner Leonard Poppe (Gitarre, Stimme), die mit Gästen an Akkordeon und Querflöte einen eigenen, zwischen Retrojazz und Irish Folk changierenden Sound schaffen.
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THE ROUTES QUARTET
Windrose

(Routes Records)


Gut, aber ein wenig gewöhnungsbedürftig. Eine Instrumentalmischung aus Tradition und klassischem Streichquartett mit Cello, Violine und zwei Fiddlespielerinnen. Die drei Damen und der eine Herr aus Schottland, Irland und England interpretieren die oft eigenen Melodien sehr konzertant. Weniger Musik mit Guinness als Musik mit Krawatte.
mk
THE ROYAL HIGH JINX
Gone Gone Gone

(Eigenverlag)


Sie nennen es selbst Gypsy Dance Pop mit Latineinflüssen und Electro-Swing-Beats. Auf alle Fälle lassen sie das Tanzbein im Stile der Zwanziger- und Dreißigerjahre schwingen. Seit vier Jahren begeistern die vier Australier vor allem live mit ihren Eigenkompositionen, inspiriert besonders durch osteuropäische Musiktraditionen. Ihre Instrumente Violine, Gitarre, Mandoline, Piano und Schlagzeug sowie Gesang präsentieren sie nicht nur mit großer Intensität, sondern auch spielerischer Virtuosität. Mitreißend.
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SALTATIO MORTIS
Brot und Spiele

(Vertigo)


Das elfte Studioalbum der Karlsruher Mittelalterband präsentiert sich in der Deluxe-Edition als Doppelalbum mit sehr unterschiedlichen Inhalten. CD eins enthält zwölf neue Titel, teils mit aktuellen zeitkritischen Texten und im gewohnt wuchtigen Sound aus Rockgitarren, Schlagzeug, Trommeln und brachialen Dudelsackklängen. Auf CD zwei sind dreizehn teils akustische, noch unveröffentlichte Mittelalterstücke zu hören. Insgesamt ein spannendes, sich lohnendes Gesamtpaket.
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SANS
Kulku

(Cloud Valley Music)


Zwei Finninnen (Mutter/Tochter), zwei englische Multiinstrumentalisten und ein armenischer Dudukspieler – kann das gutgehen? Oh ja, sehr gut sogar, durch Gesang/Kantele deutlich finnlandlastig, aber eben nicht so ganz. Zusammengewebt wird dieser komplexe Sound vom Produzenten, dem schottischen Mastermind der Banda Europa, Jim Sutherland. Und der bringt dann auch noch eine dezente gälische Komponente in den Mix.
mk

SCHELPMEIER
Lass uns bleiben

(Fuego)


Der Ostwestfale Dirk Schelpmeier ist der Musik auf zweifache Weise verbunden, als Fotograf und Liedermacher. Als solcher findet er auch auf seinem vierten Soloalbum wieder eindringliche Sprachbilder, um auf poetische, aber doch lebensnahe Weise seine Liedergeschichten zu erzählen. Zwischen Liebe und Träumen, Enttäuschungen und Zweifeln kann, wenn man ganz euphorisch wird, Bad Salzuflen schon mal am Meer liegen. Ruhige, nachdenkliche Balladen, die überwiegend mit Gitarre zum Reflektieren einladen.
rk
MARKUS SCHLESINGER
Stories To Be Told

(Vienna 2day)


Akustische Gitarrenmusik aus Wien vom Mitbegründer des Vienna Fingerstyle Festivals. Da findet sich alles, was dem Steelstringer Spaß macht. Groovelastige Instrumentals, Ragtime, Blues, Coverversionen von Claptons „Layla“ oder Withersʼ „Ain’t No Sunshine“. Das Tappen kann bisweilen ein wenig nerven (weil zu eintönig), und mit 33 Minuten ist das Album auch nicht allzu üppig bemessen.
rb

SHARON SHANNON
Sacred Earth

(Celtic Collections)


Sharon Shannon, Ikone des Button Accordeon, hat mit ihrer feinsinnigen Ornamentierung und ihrem „infektiösen“ Rhythmus neue Maßstäbe gesetzt. Von Anbeginn an liebäugelte Shannon mit Multikulti-Klangexperimenten und suchte den Kontakt zu anderen Musiktraditionen außerhalb des irischen Horizonts. Hier nun ihre jüngste Kollaboration, afrikanische Einflüsse, cooler Pop mit Alyra Rose, Kitsch mit Finbar Furey, eine anmutige schwedische Slängpolska, fetzige Party-Reels. Shannons Sinn für Ohrwürmer, gepaart mit musikalischer Neugier, machen sie immer wieder hörenswert.
js
CIARA SIDINE
Unbroken Line

(MW Records)


Der erste Eindruck dieses vom ersten bis zum letzten Song fesselnden Albums ist: Was für eine Stimme! Modulationsfähig, mit jazzigem Timbre, mal sanft-zärtlich, dann wieder stahlhart. Ihre sozialkritischen, politischen Lieder beschäftigen sich mit Themen der irischen Geschichte, die sie interessanterweise nicht in Irish Folk, sondern in zupackende, songdienliche Americana- bzw. Country/Blues-Arrangements verpackt, unterstützt von einer Riege hervorragend aufspielender Studiomusiker. Exzellent!
uj

SON OF THE VELVET RAT
The Late Show

(Mint Records)


Das eingespielte Americana-Projekt eines österreichischen Musikers mit einem bescheuerten Bandnamen ging für das Vorgängeralbum tatsächlich ins musikalische Heimatland. Für dieses Livealbum mit Quartett wurden Konzertmitschnitte aus Österreich und Deutschland verwendet. Mit brüchiger Stimme schleppt sich der Rattenspross durch elf Songs, die im Vergleich zu den Vorbildern die Frage stellen: Wozu braucht es österreichische Americana?
jus
STRAY COLORS
Atomic Bombs & Pirouettes

(In Bloom Records)


Eine Leichtigkeit zieht sich durch das Debütalbum der bereits seit 2011 existierenden Band aus dem bayerischen Gauting. Die fünf Musiker präsentieren melodiösen Folkpop, bei dem kein Fuß stillsteht. Die Kombination aus zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Trompete erinnert bisweilen an Fools Garden oder The Jeremy Days. Die beiden Songwriter Zlatko Pasalic und Rüdiger Sinn nennen vor allem die Beatles als großen Einfluss. Bei aller Qualität der Einspielung ihrer Songs fehlt aber irgendwie das wirklich Eigenständige.
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ADAM SUTHERLAND
Some Other Land

(Errogie Records)


Der Titel macht Sinn, denn die meisten der Tunes kamen dem erfahrenen Fiddler (Croft No. 5, Treacherous Orchestra, Session A9) im Schlaf oder besser gesagt im Traum. Umgesetzt werden die Melodien von einem zwar teils jungen, aber ebenfalls erfahrenen Sextett (zum Beispiel Iain Copeland, Drums, Hamish Napier, Keyboards, John Somerville, Akkordeon). Schottische Musik von heute mit Wurzeln im Gestern.
mk
SVÄNG
Plays Tango

(Galileo)


Das finnische Mundharmonikaquartett Sväng begibt sich auf ureigenes Terrain und widmet ein ganzes Album dem finnischen Tango. Der melancholische Schmerz dieses Musikstils zieht sich wie ein roter Faden durch die Aufnahmen, umfangreiche Infos im Booklet zu den einzelnen Tangos verstärken den Eindruck von Tiefe in der finnischen Gefühlswelt. Gleichzeitig wirkt Plays Tango skurril und erzeugt den typischen finnischen Humor mit ernsthaft wirkenden Künstlern und einem schmunzelnden Publikum.
ce

SVJATA VATRA
Muutused Zminy

(Nordic Notes)


Der Name scheint Programm. Auf Deutsch „Heiliges Feuer“ nennt sich die fünfköpfige Formation aus Estland und der Ukraine. Pulsierend, ungezähmt und wild geht es auch auf ihrem bereits sechsten Album („Veränderungen“) zu. Wenn charismatischer Gesang auf ukrainische Posaune und estnischen Dudelsack trifft und von Flöten, Maultrommel, Gitarre sowie Schlagzeug begleitet wird, entfaltet sich ein Folkrocksound mit ungeheurer Kraft. So modern und rockig hat man die traditionellen Volkslieder über Liebe, Krieg und Glaube wahrscheinlich noch nicht gehört.
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THABANG TABANE
Matjale

(Mushroom Hour Half Hour)


Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm! Als anerkannter Percussionist (und Sänger) agiert der Sohn der (im Mai 2018 verstorbenen) südafrikanischen Gitarristenlegende Philip Tabane schon seit Jahren eher im Hintergrund. Nun hat er sein (der Großmutter Matjale gewidmetes) Solodebüt vorgelegt, das zum einen in der Tradition der von seinem Vater mit entwickelten Malombo-Musik steht, zum anderen diese zeitgemäß mit einem Trio (Gitarre, Bass, Percussion) umsetzt. Rau, ungeschliffen, betörend.
rs

THIS WILD LIFE
Petaluma

(Epitaph Records)


Auf ihrem dritten Album wollte das kalifornische Duo fröhlicher und rhythmischer klingen. Das ist Sänger und Gitarrist Kevin Jordan sowie seinem Leadsaiten-Kompagnon Anthony del Grosso gelungen. Doch ihr Akustikpop wirkt dadurch auch belangloser. Irgendwie hat man das Gefühl, alles inklusive Jordans hoher Stimme schon einmal irgendwo in den Charts gehört zu haben. Dennoch ein gut produziertes Album mit gefälligen Arrangements und durchaus anspruchsvollen Texten.
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STEVE TILSTON
Distant Days

(World Music Network/Riverboat Records)


Seit den Siebzigern ist Tilston einer der anerkanntesten Singer/Songwriter Großbritanniens, ohne jedoch jemals große Erfolge feiern zu können, obwohl etliche seiner Songs gerne von Kollegen übernommen werden. Sechzehn alte Eigenkompositionen hat er nur mit Gitarre, Banjo und Gesang erneut aufgenommen (plus drei unveröffentlichte Gitarreninstrumentals). Die Sammlung zeigt einen Künstler, der es bestens versteht, Instrument, Stimme und seine Kompositionen optimal einzusetzen.
mk

TORMIS QUARTET
Tormisele – Hommage To Veljo Torlos

(Nordic Notes)


Der 2017 verstorbene Veljo Tormis war mit 500 Chorkompositionen, 35 Filmmusiken und einer Oper einer der ganz Großen Estlands. Er brachte es fertig, gleichzeitig als Stimme des Widerstands gegen die Russen zu gelten und als „Volkskünstler der UdSSR“ vom Staatsapparat ausgezeichnet zu werden. Seinem von der ostseefinnischen Musik geprägten Werk haben zwei Sängerinnen sowie zwei Gitarristen ein Denkmal gesetzt. Leider fehlen Texte oder Erklärungen zu den einzelnen Stücken.
ink
TXARANGO
El Cor De La Terra

(Disc Medi)


Die 2010 in Barcelona formierte Band kultiviert gekonnt den mestizoüblichen, zwischen alter und neuer Welt agil umherreisenden, tanzbaren Stilmix in durchweg katalanisch gesungenen Songs. Als eine der wenigen Bands, wenn nicht gar einzige dieser weltoffenen, internationalen Szene machte sie 2017 ein explizites Statement in Liedform zugunsten der Unabhängigkeit Kataloniens. Womöglich teilen diese Haltung einige ihrer illustren Gäste nicht, neben Manu Chao unter anderem Jarabe de Palo und The Cat Empire.
kw

GIZMO VARILLAS
Dreaming Of Better Days

(Big Lake Music)


Mit seichten Sambaklängen, poppigen Sounds und sanfter Stimme entführt uns Gizmo Varillas per Flamenco, Cocktails, Tropicana und Bar in seine Version einer besseren Welt. Kein Wunder, dass er BBC-Liebling wurde und auch beim Reeperbahn-Festival abräumte. Das Rezept, kluge Popmelodien mit lateinamerikanischen Rhythmen zu paaren und in einem Indiefolk-Rahmen zu präsentieren, wirkt unheimlich anziehend. Bei fünf Millionen Hörern auf Spotify geht der Künstler wohl kaum noch als Folker-Geheimtipp durch.
ce
MICHAEL VEITCH
Wake Up Call

(Burt Street Music)


Ein fünfteiliger Songzyklus, gedacht als Weckruf (nicht nur) an die amerikanische Bevölkerung. Veitch startet beim „Veteran’s Day“, beschäftigt sich mit verpfändeter Loyalität, erinnert an die Weiße Rose und daran, dass die Stimmen jener alten Tage uns heute noch viel zu sagen und zu erklären haben, und schließt mit einer melancholischen Betrachtung des Unabhängigkeitstages 4. Juli. Veitchs ausdrucksvolle Stimme wird in geschmackvollen Arrangements von Kontrabass, Cello, Resonatorgitarre, Dobro, Fiddle, Percussion und dezenten Backing Vocals unterstützt.
uj

Mona Wallin
To Build A Fire

(Eigenvertrieb)


Die schwedische Folksängerin wirkt stimmlich mit leichtem Joan-Baez-Touch wie aus den Siebzigern gebeamt, doch insgesamt klingt sie weder zu verstaubt noch zu mainstreamig. Ihre Musik ist eine gute Kombination von akustischen und elektrischen Gitarrenklängen, amerikanischem Folk, Country und Rock, mal besinnlich, mal swingend oder düster.
hjl
WAYNE GRAHAM
Joy!

(K&F Records)


Bei Wayne Graham heißt niemand Wayne Graham. Die zwei Brüder Kenny und Hayden Miles aus den Bergen von Kentucky kreieren eine sehr interessante Mischung aus sixtiesbeeinflusstem Pop und etwas psychedelischem Rock dieser Epoche. Das Ganze kommt sehr frisch rüber. Sie komponieren ihre Songs geschickt und verstehen es, Harmonien lässig zu setzen. Hier und da jault auch mal eine E-Gitarre auf. Das Cover vermittelt zudem Understatement und passt sehr stimmig in den musikalischen Kontext.
fk

WHYSKER
In der Ferne

(Eigenverlag)


Der Dresdener Willi Papperitz tritt als Whysker (gesprochen „Weisker“) mit verschiedenen Programmen auf – Kinderprogrammen, Stimmungsprogrammen und mit eigenen Liedern als Liedermacher. Langhaarig, bärtig, mit rauer Stimme und Gitarre singt er mit Unterstützung einiger Musiker zehn Lieder über Freiheit, Einsamkeit, Unterwegssein, Kinderglück, Krisen in Beziehungen, alte Lieben und über das analoge statt des digitalen Lebens oder umgekehrt. Handgemachte urwüchsige Liedermacherei.
rk
WILDES HOLZ
Ungehobelt

(Holzrecords)


Was haben Falcos „Rock Me Amadeus“, Telemanns „Fantasie in C-Dur“ und der Deep-Purple-Klassiker „Smoke On The Water“ gemeinsam? Sie lassen sich, wie auch die restlichen Stücke dieses Albums, rasant auf der Blockflöte spielen. Das Konzept des Trios um Tobias Reisige am Gebläse, Ohrwürmer aus Pop, Rock, Folk und Klassik in mitreißend wilde und überraschende Arrangements mit der Blockflöte als Leadinstument, akustischer Gitarre und Kontrabass zu packen, scheint aufzugehen. Die vorliegende CD ist mittlerweile die zehnte. Muss man mögen …
uj

WILJALBA
Lost Valley

(Waterfall Records)


Auf Lost Valley bringen Wiljalba um den Berliner David Frikell einige exotische Instrumente zum Einsatz, die man eher aus älteren Stilen kennt, wie beispielsweise Kazoo, Waschbrett oder die Resonatorgitarre. Die Songs grooven poppig entspannt dahin und hier und da kommt auch mal eine verzerrte Gitarre zum Einsatz. Wiljalba beweist, dass sich akustisches und elektrisches Setting geschmackvoll mischen lassen. Gelungen ist auch die Covergestaltung mit haptisch angenehm rauer Oberfläche.
fk
YXALAG
Klezmer Tales – Fun Tashlikh

(Tales Music, GP Arts 009)


Als „junge Wilde“ hatten sie vor zehn Jahren begonnen, damals an der Lübecker Musikhochschule, neben Kayako Bruckmann, Juliane Färber sowie Nele Schmidt (alle v), Nicolas Kücken (g), Jakob Lakner (cl), Uli Neumann-Cosel (b) sowie Luka Stankovic (tb). Mit ihrem nun vierten Album sind daraus längst professionelle Musiker geworden, die sich auf diversen Musikfestivals – mit Anlehnungen an Klezmerklassiker wie Naftule Brandwein, Abe Schwartz, Dave Tarras und weiterhin jugendlichem Charme – längst zu gerne gesehenen Gästen entwickelt haben.
mg


Stefan Backes (sb), Rolf Beydemüller (rb), Volker Dick (vd), Christian Elstrodt (ce), Michael Freerix (mf), Matti Goldschmidt (mg), Gabriele Haefs (gh), Udo Hinz (uh), Ulrich Joosten (uj), Harald Justin (jus), Mike Kamp (mk), Rainer Katlewski (rk), Ines Körver (ink), Ferdinand Kraemer (fk), Hans-Jürgen Lenhart (hjl), Piet Pollack (pp), Erik Prochnow (ep), Christian Rath (chr), Johannes Schiefner (js), Michael A. Schmiedel (mas), Roland Schmitt (rs), Imke Staats (is), Martin Steiner (mst), Katrin Wilke (kw)