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Ausgabe 6/2015


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Kurzrezensionen
DAVE ALVIN AND PHIL ALVIN
Lost Time
davealvin.net
(Yep Rock Records/Cargo Records)
Promo-CD, 12 Tracks, 43:53


Die erste gemeinsame Platte der beiden Brüder seit dreißig Jahren führt stilistisch vom Folkblues eines Leadbelly bis zum Funk eines James Brown. Die tiefste Verneigung gebührt jedoch dem gemeinsamen Mentor Big Joe Turner, und so strotzt dieses Album vor exzellentem Blues-Shouting (Phil Alvin) und einer fantastisch gespielten Gitarre (Dave Alvin).

ANIMA
Sacred Alliance
animasoundmedicine.co.uk
(Eigenverlag ANCD 09)
9 Tracks, 73:29


Das Werk des britischen Komponisten, Musikers und selbsternannten Schamanen Ali Calderwood bewegt sich an der Schnittstelle von asiatischer Tradition und moderner elektronisch-akustischer Funktionsmusik. Es dient der Unterstützung bei Meditationsübungen oder Hypnosesitzungen. Motto: Naturklang und Synthesizer treffen das Unterbewusste. Beruhigend.


MARA ARANDA
Mare Vostrum
mara-aranda.com
(Picap 911221/Galileo MC)
11 Tracks, 60:34


Die Botschafterin mediterraner und weiterer Musikkulturen feiert ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Sängerin und Musikforscherin mit dieser neuen Liedersammlung. Ihre angestammte Band Solatge erweiterte sie um etliche exzellente Gastinstrumentalisten. Der Titel des Albums könnte kaum aktueller und berührender sein angesichts der zugespitzten Flüchtlingskatastrophe.

ATLAS QUARTETT
Horizont
deltamusic.de
(Jazzline, N77022)
9 Tracks, 46:14


Rasant, fulminant und zunächst piano-dominant (Flügel: Matthias Frey) werden hier in jeder Hinsicht musikalische Horizonterweiterungen geboten, assoziative Klangbilder, orientalische Melodik mit Jazzelementen und Tangorhythmik verbunden, türkische Saz mit brasilianischer Percussion, Stimme und russischem Bajan. Weltmusik im besten Sinne des Wortes.


AUBURN
Mixed Feelings
auburn.org.uk
(Bat Country BC034CD)
12 Tracks, 42:35


Die Band um die englische Sängerin und Songschreiberin Liz Lenten wandelt auf Americana-Pfaden und hat dieses Album wie den Vorgänger in Nashville aufgenommen. Dennoch ist kein US-Mainstream entstanden, die Aufnahmen bleiben eigenwillig europäisch. Und Liz Lenten mit ihrer rauen und leicht brüchigen Stimme macht die Stücke zu etwas Besonderem.

BAMBA WASSOULOU GROOVE
Farima
(Label Bleu LBLC2604)
11 Tracks, 61:08


Das 2012 von Percussionist Bamba Dembélé gegründete malische Septett steht eindeutig in der Tradition der Super Djata Band um den legendären, im Jahr zuvor verstorbenen Gitarristen Zani Diabaté. Baïni und Moussa Diabaté erweisen als Saitenvirtuosen ihrem Ahnen alle Ehre. Das Gros der durchweg dynamischen, betörenden Songs sind Kompositionen von Zani und Bamba.


BANDAKADABRA
Entomology
felmay.it
(Felmay fy8222)
9 Tracks, 40:12


Die fünfzehnköpfige Turiner Bläsertruppe ist eine Jazz-, Latin- und Balkan-Brassband mit italienischem Flair, deren Swing jede Hüfte zum Schwingen bringt. So sexy hat Blasmusik selten geklungen. Kein Wunder: Fabio Barovero, Gründer von Mau Mau und der Banda Ionica, einer der genialsten Brassbands Italiens, produzierte das Album.

BIXIGA 70
III
bixiga70.com
(Glitter Beat GBCD 026/ Indigo)
9 Tracks, 44:45


In Brasilien scheint eine Afrobeatwelle ausgebrochen zu sein. Bixiga 70 sucht dabei ihren eigenen Typ dazu – etwas sanfter und mit melodischen Anleihen im Surf Sound und im Baiao. Doch durch die meist ständige Wiederholung einfacher Akkordfolgen und fehlenden Gesang wirkt die Musik wie eine Tonspur, bei der die Gesangsspur abhandengekommen ist.


BOY & BEAR
Limit Of Love
boyandbear.com
(Nettwerk 32575 2 7/Soulfood Music)
Promo-CD, 11 Tracks, 39:51


Die introvertierten Stücke des dritten Albums der Australier sind üblicher Nu-Singer/Songwriter-Folkrock. Mit gelegentlichen kleinen Blitzen aus den großen Jahren des britischen Pop – passend zu Produzent Ethan Johns, Sohn des Beatles- und Stones-Tontechnikers Glyn Johns, und dem Aufenthalt für die Aufnahmen in Peter Gabriels Studios in Wiltshire.

CELENKA
Celenka
facebook.com/celenkaband
(Kuu Records)
15 Tracks, 57:05


Schon die Besetzung des Trios ist ungewöhnlich. Neben der traditionellen finnischen Kantele und einem Harmonium gibt es eine Trompete, die neben der Gesangsstimme von Emmi Kujanpää besonders zum authentischen bulgarisch/rumänischen Klang beiträgt. Eine virtuos gespielte „schmissige“ Musik, die zum Tanzen animiert, aber auch einige finnisch klingende melancholische Melodien enthält.


HANS CHRISTIAN
Nanda Devi
allemandemusic.com
(New Earth Records NE 3147/Silenzio)
9 Tracks, 61:22


Wer bei Georg Deuter ständig wegdöst und wem Stephan Micus oder László Hortobágyi zu experimentell erscheinen, findet in der Musik des gelernten Cellisten einen veritablen Mittelweg: Mittels einer beeindruckenden Liste von Streich-, Zupf- und Schlaginstrumenten spielt sich H. C. durch neun sanft groovende Stückchen imaginärer Folklore. Entspannend.

THE COFFIS BROTHERS & THE MOUNTAIN MEN
Wrong Side Of The Road
coffisbrothers.com
(Eigenverlag/Hemifrån)
13 Tracks, 56:41


Folk, Americana, Rock, klanglich verwurzelt in den Sechzigern und Siebzigern, hörbar inspiriert von Jackson Brown, The Band, Neil Young und gelegentlich Lynyrd Skynyrd. Weder neu noch grenzerweiternd, dafür solide, authentisch, mitreißend. Es groovt, es rockt, der mehrstimmige Gesang bewegt, und die Stücke machen Spaß. Eine durch und durch gelungene Zeitreise.


CULTUS FEROX
Nette Jungs
cultusferox.com
(Wannsee Records)
Promo-CD, 11 Tracks, 44:45


Mittelaltermetal mit schweren E-Gitarren-Riffs und melodischen Sackpfeifen, gespielt von netten Jungs aus Berlin. Der Gruppenname heißt im Lateinischen „Wilde Lebensart“, und das trifft die Musik genau. Auf dem achten Album der Gruppe, die seit 2002 existiert, gibt es auch eine Prise Piratenromantik.

LYDIA DAHER & TATAFULL
Algier
lydiadaher.de
(Trikont US0464)
7 Tracks inkl. 2 Videos, 20:00


Wer die arabische Welt in seine eigenen vier Wände holen möchte, aber dennoch gerne deutsche Musik hören will, der ist mit Lydia Daher & Tatafull bestens bedient. Die instrumentale Untermalung erinnert an den fernen Osten, während Schlagwerk und die Stimme von Lydia Daher europäische Elemente in die Musik bringen.


MELANIE DEKKER
Lekker, Eh – Live In Europe
melaniedekker.com
(Elephant Ears Entertainment MDE320151)
13 Tracks, 51:39


Zehntes Album der kanadischen Singer/Songwriterin, mitgeschnitten in den Niederlanden, wo ihre Wurzeln liegen, und in Deutschland. Die vierköpfige Band legt dem klaren Gesang der Chefin eine perfekte, zurückhaltende akustische Grundlage – dass wirklich jeder Ton immer mit so viel Bedeutung schwanger gehen muss, ist aber sicherlich Geschmackssache.

DIVERSE
Joy Of Living – A Tribute To Ewan MacColl
ewanmaccoll.co.uk
(Cooking Vinyl/Indigo)
Promo-Do-CD, 21 Tracks, 82:42


Hundert Jahre wäre er kürzlich geworden, und seinen reichhaltigen Schatz an ausgesprochen bekannten Liedern haben seine Söhne Calum und Neill von ausgesprochen bekannten anglophilen Künstlern interpretieren lassen. Zum Beispiel Steve Earle, Jarvis Cocker, Christy Moore, Kathryn Williams, Karine Polwart, Billy Bragg, Rufus & Martha Wainwright – einfach grandios!


DIVERSE
The Rough Guide To The Blues Songsters
worldmusic.net
(World Music Network RGNET1343CD/Harmonia Mundi)
Promo-CD, 24 Tracks, 72:18


In den 1920er- und 1930er-Jahren gab es neben den lokalen (Blues-)Musikern im ländlichen Amerika die „Songsters“ – Musiker, die durch den Süden zogen und bei regionalen Veranstaltungen Gehörtes und selbst Erlebtes von Ort zu Ort trugen. Leadbelly und Charlie Patton sind darunter die populärsten, viele weitere dieser Musiker gibt es hier zu entdecken.

DIVERSE
The Rough Guide To Unsung Heroes Of Country Blues Vol. 2
(World Music Network RGNET1344CD /Harmonia Mundi)
24 Tracks, 73:18


Die zweite Version dringt noch tiefer in den ländlichen Countryblues der Zwanziger- bis Dreißigerjahre ein. Die erste instrumentale Bluesaufnahme „Guitar Rag“ von Sylvester Weaver aus dem Jahr 1927 ist ebenso dabei wie die Slide- und Bottleneckgitarre von Ramblin’ Thomas, die Memphis Jug Band, Papa Charlie Jackson und viele andere.


DORLE & BAND
Oktoberlicht
dorle-schausbreitner.de
(Eigenverlag, Portabile Music)
13 Tracks, 63:31


Die Trierer Liedermacherszene lebt auch nach dem Tod Walter Liederschmitts, der zur vorliegenden Scheibe zwei Lieder beigetragen hat, weiter, zum Beispiel in Dorle Schausbreitner & Band. Mit eindringlicher Stimme singt sie über Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensumständen, immer zugleich ernst und mit Witz. Auch erwähnenswert ist das Saxofonspiel von Nils Thomas.

DOWNPILOT
Radio Ghost
downpilot.com
(Tapete Records TR319, Promo-CD)
9 Tracks, 41:54


Vier Jahre nach seiner letzten Veröffentlichung gibt es ein Lebenszeichen von dem Multitalent aus Seattle. Getragen und melancholisch, mit psychedelischen Farbtupfern und einem großen Gespür für Melodien, reist das Album, bei dem Paul Hiraga alle Instrumente selbst eingespielt hat, durch die Erinnerungen seiner Kindheit.


DUNGEN
Allas Sak
dungen-music.com
(Smalltown Supersound/Rough Trade)
10 Tracks, 41:44


Das neue Meisterwerk der Schweden setzt sich erneut zwischen alle Stühle. Psychedelische Elemente in bester Sechzigerjahre-Folkpop-Tradition werden mit Rockkompositionen moderner Jugendbands gekreuzt. Progrock kreuzt sich mit Satzgesang, Liedermacher trifft auf Hardrock. Das Album klingt altmodisch und hochmodern zugleich und hält bis zum letzten Ton die Spannung.

JAN EGGUM
Rio
(Grappa/Galileo)
Promo-CD,12 Tracks, 40:54


Der 1951 geborene Jan Eggum ist ein norwegischer Singer/Songwriter, der seit 1975 über zwanzig Platten veröffentlicht hat, außerhalb Norwegens aber kaum bekannt ist. Seine Musik klingt zwar nach den Achtzigern, er wurde aber bis in die Neuzeit mit diversen „Spellemannsprisen“ ausgezeichnet. Das vorliegende Album hat er in Brasilien mit bekannten lokalen Musikern eingespielt.


EIGHT O’FIVE JIVE
Too Many Men
eightofivejive.net
(Red Rudy Too Tunes RRTT002/Hemifrån)
12 Tracks, 37:22


Die Sängerin und Komponistin Lee Shropshire spielt hier zusammen mit ihrer Band, die 2014 den Nashville  Independent Music Award gewann. Zu hören sind Eigenkompositionen und Klassiker, und immer ist es swingender und tanzbarer R ’n’ B. Die Mitspieler sind Patrick Mosser am Saxofon, Duane Spencer am Schlagzeug, Andy Scheinmann an der Gitarre und Bill Bois am Bass.

ELECTRO BAMAKO
Now
electrobamako.com
(CSB Productions CSB 109)
12 Tracks, 50:15


Afro-Techno? Ja, das gibt’s tatsächlich – warum auch nicht. Das französisch-malische Projekt (1999 als Duo gegründet) mit Marc Minelli, Paul Sidibe und Damien Traini bedient sich malischer Musiktraditionen und -instrumente und dreht diese durch den „elektronischen Wolf“. Not my cup of coffee, aber sehr dancefloortauglich und gewiss zukunftsträchtig.


THE GOOD LIFE
Everybody’s Coming Down
thegoodlifemusic.com
(Saddle Creek/Cargo)
Promo-CD, 12 Tracks, 37:21


Passt das, was hier so unbeschwert vor sich hin lärmt, noch in den Kontext dieses Magazins? The Good Life mit Mastermind Tim Kasher klingen wie jemand, der Folk hört, aber Indierock macht und auf einer sehr weiten Umlaufbahn die Rootssonne umkreist. Allemal interessanter als ein nächster traditionsverpflichteter Wiedergänger der guten alten Zeit.

GUO GAN & LOUP BARROW
The Kite
guogan.fr
(Felmay Records fy 8228/Pool Music & Media)
10 Tracks, 50:40


Guo Gans virtuoses Spiel auf der zweisaitigen Spießgeige Erhu wird von Duopartner Loup Barrow, der auf dem Cristal Baschet (einem „Keyboard“ aus Glasstäben und Metallresonatoren), dem Hang (einer Steeldrumvariante, made in CH) sowie einer konventionellen Glasharfe zu hören ist, aufs Feinste begleitet. Ein ausgesprochen gelungener Ost-West-Dialog.


GUTTENBERGER BROTHERS
#One
guttenberger-brothers.de
(59Music)
12 Tracks, 56:47


Solides Handwerk aus Stuttgart. Bekannte Standards. Deutsche Texte zu gutem Jazz, immer noch eine Seltenheit – erinnert ein wenig an Paul Kuhn, Roger Cicero, Götz Alsmann. Im Gewand der Kompositionen von Bassist Branko Arnšek tönt das so: „Gestern warst du bei mir, es gab Chips und dazu ein Bier, dazu haben wir uns den Tatort angesehen, das war toll.“ Wer’s mag.

TIGRAN HAMASYAN
Luys I Luso
luysiluso.com
(ECM Records)
Promo-CD, 14 Tracks, 76:05


Armenische Chorwerke aus fünfzehn Jahrhunderten bilden die Grundlage dieser fast jenseitig zu nennenden Erkundungen des armenischen Ausnahmepianisten Tigran Hamasyan, der damit sein Debüt bei ECM gibt. Er beleuchtet die archaischen und modernen Gesänge improvisatorisch mit einer Weite des Geistes und des Herzens, die ihresgleichen sucht.


HAZMAT MODINE
Extra-Deluxe-Supreme
hazmatmodine.com
(JARO 4326-2)
10 Tracks, 51:38


Weltmusik im besten Sinne des (so umstrittenen) Wortes! Das Oktett aus New York um Leader und Leadsänger Wade Schuman zieht instrumental alle Register: natürlich mit viel Gebläse, aber auch mit Akkordeon, Gitarren und Percussion. Stilistisch breit gefächert: Jazz und Blues, Klezmer und Gospel, Rocksteady und Afropop. Melodiös und einfallsreich.

NOTKER HOMBURGER
Stubete
notker-homburger.de
(Ufer Records)
18 Tracks, 65:50


Eine sehr originelle Scheibe aus Konstanz! Sechs Musiker treffen sich zu einem gemütlichen Stubete, was man rund um den Bodensee eine Session nennt, und singen und spielen süddeutsch-badisch-alpenländische und nordamerikanische Lieder und Stücke nach- und ineinander verflochten. Da säße man gerne dabei auf dem Sofa. Mit informativem Beiheft.


JENSEN & BUGGE + HØIRUP
Slid Din Tid
jensen-bugge.dk
(GO’ Danish Folk Music GO0815)
12 Tracks, 40:09


Mit diesem Album zum zweihundertsten Geburtstag des höchst talentierten Fiddlers und Komponisten Borcher Madsen (1815-1897) von der dänischen Insel Falster setzt das Trio seine erfolgreichen Bearbeitungen von Melodien aus alten Notenbüchern fort. Alle drei Musiker spielen in vielen anderen Formationen mit und haben bereits mehrere Danish Music Awards für ihre neue Interpretation traditioneller Musik bekommen.

MARIA JOÃO & OGRE
Plástico
mariajoao.org
(Espuma Preta/Edel)
12 Tracks, 55:01


Portugals bekannteste Vokalakrobatin tat sich für ihr aktuelles Album mit den Electronikajazzern Ogre zusammen. Plástico ist der passende Titel für das ambitiöse, lustvoll schräge Projekt. Wer Maria João als herausragende Ethnojazzsängerin mit portugiesischen Wurzeln kennenlernen möchte, wird jedoch eher bei ihren früheren Aufnahmen fündig.


MARTIN KÄLBERER
Suono
martinmusic.de
(GLM/Soulfood)
Do-CD, CD 1: 8 Tracks, 42:48, CD 2: 8 Tracks, 43:04


Auf zwei CDs entfaltet der Multiinstrumentalist mit „Vielklang“ und „Einklang“ übertitelt vorwiegend meditative Klangbilder. Die erste CD dominiert die Hang in außergewöhnlich feiner akustischer Abbildung mit perkussiven und stimmlichen Ergänzungen. CD zwei setzt auf loungige Klaviermusik mit dezenten Jazzeinwürfen.

KARDES TÃœRKÃœLER
Kerwanê –Best Of
kardesturkuler.com
(Network NW234044/Membran)
15 Tracks, 66:34


Die bekannte Folk-Big-Band aus Istanbul, die sich mit bis zu fünfundzwanzig Musikern und Tänzern „aus allen Teilen und Kulturen Anatoliens“ Pluralität, Modernität und Traditionspflege gleichermaßen auf die theatralisch inszenierten Klangfahnen schreibt, legt mir ihrer jüngsten Produktion genau das vor: hymnenartige Choralität neben einheimischen Instrumenten auf der Suche nach Visionen in einem politisch, ethnisch und religiös polarisierten Land.


KELLERKOMMANDO
Belzebub
kellerkommando.com
(Downbeat records/Warner)
16 Tracks, 48:43


Das „Anti-Stadl“-Kellerkommando eröffnet ihr neues Belzebub-Album mit „Kerwaliedle“ im Schelllacksound. Zeilen eines Scherzliedes der 1920er-Jahre („Uns geht’s gut, wir haben keine Sorgen, wir denken nicht an morgen“) schallen in Diskrepanz zur Musik einer Band von heute: Gesellschaftskritik zu tanzbar angesagten Heimatsounds. Fränkische Folksmusik folgt fetten Beats – formidabel!

KLEZMEYERS
Emilias Lächeln
klezmeyers.de
(GLM FM 203-2)
13 Tracks, 56:37


Die drei Berliner Instrumentalisten, namentlich David Hagen (b), Robert Kessler (g) und Franziska Orso (cl), verschmelzen Klezmer mit Flamenco, Tango und Jazz. In virtuosem Zusammenspiel entsteht eine Musik, die ihre traditionellen Wurzeln nicht verleugnet, aber immer wieder aufs Neue überrascht.


KÖSTER & HOCKER
Best Of I
gerd-koester.de
(GMO-The Label 057-2/Rough Trade)
17 Tracks, 77:40


KÖSTER & HOCKER
Best Of II
gerd-koester.de
17 Tracks
70:05
(GMO-The Label 058-2/Rough Trade)


Auf zwei separat erhältlichen CDs sind „beste Reste“ der kölschen Glittertwins versammelt, live an diversen Kölner Kultspielstätten (E-Werk, Tanzbrunnen) eingespielt und entsprechend von klanglich unterschiedlicher Qualität., bewusst nicht nachbearbeitet oder ausgebessert („Ihr werdet schon sehen, was ihr hört, bzw. it is what it fuckin’ is“, sagt Köster, die ehrliche Haut dazu. Dafür dürfen sich die Fans auf frühe Aufnahmen aus The-Piano-Has-Been-Drinking-Zeiten freuen, auf unveröffentlichte Aufnahmen von den „Arsch-Huh“-Konzerten 1992 und 2012, und auf gemeinsame Songs mit Kasalla, LSE, Hans Süper, Arno Steffen, Tommy Engel und Wilfried Schmickler.

DEE KOURTSMAN
Islands By Bicycle
deekourtsman.com
(Eigenverlag)
10 Tracks, 39:00


Das Debütalbum des russischen Songwriters Dee Kourtsman ist gleichermaßen gefällig und sperrig. Der Wahlfinne wechselt unvorhersehbar zwischen luftigen instrumentalen Sommermelodien und bodenständigen Songs wie bei einem Mixtape zweier völlig unterschiedlicher CDs. Der Künstler veröffentlicht ohne übergreifendes Konzept einfach, was er möchte. Auch mal schön.


KRAUKA
Timinn Tifar
krauka.dk
(Eigenverlag)
EP, 6 Tracks, 21:33


Die inzwischen zum Quintett angewachsene dänisch-isländische Gruppe hat sich seit ihrer Gründung 1999 dem Wikingertum verschrieben und spielt auch auf ihrer sechsten Veröffentlichung eine Musik, wie sie vielleicht vor tausend Jahren gemacht wurde. Die Instrumentierung (Lyra, Bouzouki, Schlagzeug) wurde zeitgemäß mit einer E-Gitarre angereichert. Sie passen auf jedes Mittelalterfest.

KROKE
Ten
kroke.com.pl
(Universal 470 572 3)
9 Tracks, 47:41


Das Dutzend ist voll: In Polen bereits 2014 erschienen, präsentiert das Trio Kroke (dt. „Krakau“) mit Tomasz Kukurba (v), Jerzy Bawol (acc) und Tomasz Lato (b) sein zwölftes Album, das zu Hause zwischenzeitlich bereits Goldstatus erlangt hat. Wie immer eine Mischung aus Melancholie und geballter Energie.


LISA LAMBE
Hiding Away
lisalambe.ie
(Eigenverlag)
14 Tracks, 52:49


Man hört der Irin Lisa Lambe ihre musikalische sowie persönliche Verbundenheit mit Nashville unmittelbar an. Stimmlich wie auch in der Auswahl ihrer Begleitinstrumente und Arrangements steht sie in der Tradition der Country- und Americana-Hochburg und produziert in Eigenregie schlichte Songs mit schnörkellosem, glasklarem Gesang.

LA MONDRAGORE
Midgard
mandragore.ca
(Big Round Records BR8939)
12 Tracks, 51:06


Egal, welche Region sie sich vornehmen, La Mandragore aus Montreal klingen wie sehr gute Interpreten Alter Musik, und das sind sie schlussendlich auch. Nach Andalusien steht nun wohl recherchiert Skandinavisches auf dem Programm und erneut lebt die Musik von ausgeklügelten Instrumentalarrangements und der klaren Stimme der Chefin Ingried Boussaroque.


LAUTARI
Vol. 67 – Live 2014
lautari.art.pl
(Muzyka Serpent, ISBN 978-83-942512-0-8, Booklet)
15 Tracks, 60:00


33 Bände musikalischer Spurensuche veröffentlichte der polnische Ethnograf Oskar Kolberg. Die Romamusiker in Rumänien heißen Lautari („Leute“). Populäre Lautari sind Taraf de Haïdouks und Fanfare Ciocarlia. Die hier brillant eingespielte Variante schenkt dieser Feldforschung neue Tonfarben zwischen Jazz und Ethnofolk. In „Tryptyk 1“ scheint Pachelbels Kanon durch. Hörenswert!

FRANKIE LEE
American Dreamer
frankieleemusic.com
(Loose Music/Rough Trade)
Promo-CD, 10 Tracks, 40:06


Eine Lebensgeschichte wie aus dem Musiker Bilderbuch. Schon mit zwölf abgetaucht in die lokale Musikszene von Minneapolis, mit zwanzig Station in Nashville, dann sechs Jahre Austin mit ersten Auftritten. Wie zu erwarten, mäandert Frankie Lee zwischen Americana, Country und Singer/Songwriter, und das gar nicht schlecht, aber stets vorhersehbar.


LYDOM, BUGGE & HØIRUP
Gangspil
sonnichlydom.dk
(GO’ Danish Folk Music GO1015)
15 Tracks, 49:51


Die drei Musiker wurden mit einer Vielzahl von dänischen Music Awards ausgezeichnet, als Solisten oder mit ihren Gruppen wie Baltic Crossing, Habadekuk, Himmerland und ULC. Trotz dieses unterschiedlichen Hintergrunds haben sie die Auswahl der Stücke auf einen einfachen Nenner gebracht, wie sie sagen: Es sind alles gute Melodien aus alten Notenbüchern, die sie für diese „Live“- Aufnahmen arrangiert haben.

MAALSTROM
Lure
maalstroom.det
(Pigeon 009)
11 Tracks, 59:32


Eine ganz eigene Mischung von Folk und Jazzelementen. Eigenkompositionen, beeinflusst von englischer, irischer und niederländischer Musik, dazu traditionelle Melodien und Lieder spielt das niederländische Quartett auf Klarinette und Bassklarinette, die in der Kombination mit einer fünfsaitigen Geige den ureigenen Klangcharakter prägt. Hinzu kommen Gitarre, Bouzouki, Piano, Percussion und Gesang.


SARAH MacDOUGALL
Grand Canyon
sarahmacdougall.com
(Baseline Music RHM02/Al!ve)
8 Tracks, 34:30


Jede Songperle der Wahlkanadierin entspricht dem Hitformat und klingt dennoch nach lupenreinem Singer/Songwriter-Folk. Zu Recht überschlagen sich sowohl Folkmagazine als auch Mainstreamradio vor Begeisterung. Der Spannungsaufbau in den Balladen erzeugt Gänsehaut, die Songs animieren zum Mitsingen. Auf Grand Canyon macht die Künstlerin einfach alles richtig.

THE MAHONES
The Hunger & The Fight Part 2
wolverine-records.de
the-mahones.myshopify.com
(Wolverine Records, Soulfood)
Promo-CD, 12 Tracks, 41:58


Punkmusik muss wohl so klingen: laut, schrill, voll, schräg, aggressiv. Die Kingstoner aus Ontario haben sicher kein leichtes Leben, dass sie sich den Frust so aus der Kehle schreien müssen. So ganz im Hintergrund erinnert es etwas an die guten alten Pogues. Melodie ist also durchaus vorhanden, wenn sie auch untergeht.


AXL MAKANA
Mein Optimistick
facebook.com/axl.makana
(Motor RAR38951/Motor-Music)
11 Tracks, 35:47


Der Mutabor-Frontmann geht das zweite Mal auf Solopfade. Augenzwinkernde Texte werden in eingängige Melodien verpackt und mit Straßengitarre zum Besten gegeben. Das wird Irish-Folk-Punks entsetzen, aber Studienräte zum wohlwollenden Nicken veranlassen. Der Eigenbrötler hat seine eigene Nische gefunden, an die sich der verwöhnte Hörer erst gewöhnen muss.

MARIZA
Mundo
mariza.com
(Warner)
Promo-CD, 14 Tracks, 48:29


Erneut liierte sich die gefeierte Portugiesin mit Spaniens Topproduzent Javier Limón für ein Album, das diesmal die vom Fado geprägte Stimme verstärkt in poppigeres Fahrwasser lenkt. Mariza hat ihre stilistische Weltgewandtheit schon meisterhafter bewiesen als in einigen der zum Teil spanischen Liedchen, wo bisweilen ihr großes Charisma auf der Strecke bleibt.


BACHAR MAR-KHALIFÉ
Ya Balad
(Infiné Music/Warp/Rough Trade)
Promo-CD, 11 Tracks, 47:36


Ya Balad („O Heimatland“) ist voller Herzblut. Die berührend sanfte Stimme von Bachar Mar-Khalifé wird von Elementen klassisch libanesischer Musik wie Anklängen westlicher Klassik getragen und mit Hip-Hop und barockem Cembalo weitergeführt. Um einen Viertelton nach unten gestimmt, zeigt das Cembalo seine arabischen „Saiten“. Der west-östliche Divan des 21. Jahrhunderts.

DAVID MASSEY
Until The Day Is Done
davemasseymusic.com
(Poetic Debris Records)
13 Tracks, 50:24


Der musizierende Rechtsanwalt aus Washington, D. C., präsentiert sich und seine Songs im Line-up einer kompletten Rockband, die sich aber dezent zurückhält. Massey singt mit sanfter Stimme über Sinnsuche, erträumte Liebe und kaputte Elternhäuser und sieht sich dabei in der Tradition eines Steve Forbert oder James McMurtry. Die erreicht er aber nicht.


PABLO MILANÉS & JOSÉ MARÍA VITIER
Canción De Otoño – Pablo Milanés Interpreta Canciones De José María Vitier
milanespablo.com
(Fol 230FOL1084/Galileo MC)
14 Tracks, 46:21


Zwei große Kubaner erfüllen sich mit dem Album einen lang gehegten Wunsch. Vom Pianisten und Komponisten Vitier (Schöpfer der Filmmusik zu Erdbeer und Schokolade) vertonte eigene Texte sowie die anderer emblematischer Hispano-Dichter und -Denker intoniert Meisterbarde Milanés sensibelst und poetisch. Ein intim-gefühlvoller Dialog zwischen Stimme und Klavier.

MILLPOND MOON
Time To Turn The Tide
millpondmoon.com
(Tikopia Records)
10 Tracks, 42:25


Transatlantisches bietet das norwegische Duo aus Songschreiber Rune Hauge und Sängerin Kjersti Misje: Ihre Mitspieler kommen aus ihrer Heimat und aus den USA, ihre Musik mixt Bluegrass mit Folk und einer Prise Jazz. Unter den eigenen Stücken findet sich manch akustische Preziose, dazu kommen Covers aus der Feder von Bob Dylan und Robbie Robertson.


ROSS MUNRO
Twisted Tradition
greentrax.com
(Greentrax Recordings CDTRAX384)
13 Tracks, 47:35


Ross Munro aus Schottland ist ein Meister auf dem Dudelsack, beherrscht aber noch diverse andere Instrumente, sodass er sein erstes Soloalbum fast im Alleingang eingespielt hat. Er arrangiert die zahlreichen Klassiker auf eine ziemlich moderne Art, was manchmal bombastisch gut, ab und an aber auch etwas altbacken klingt. Definitiv für Freunde der Pipes.

ISRAEL NASH
Israel Nash’s Silver Season
israelnash.com
(Loose Music VJCD226/Rough Trade, Promo-CD)
9 Tracks, 49:18


Immer wieder Neil Young, unglaublich wie dieser Mann inspiriert. In diesem Fall gesellen sich noch Pink Floyd im Countrygewand dazu. Trotzdem entfaltet die Musik einen ganz eigenen Charme. Ein psychedelisch durchtränktes, aber schön strukturiertes, von Israel Nash und seinen Mitstreitern versiert eingespieltes und warm produziertes Album.


OTAVA YO
Once Upon A Time
otava-yo.spb.ru
(CPL-Music CPL 005)
12 Tracks, 41:39


Wer von den Anarcho-Folkpunks Otava Yo bereits abhängig geworden ist, bekommt jetzt mit dem Debütalbum Once Upon A Time neues Futter. In Russland bereits 2009 veröffentlicht, hat das deutsche Label das Erstlingswerk nun auch hier nachgeschoben. Rotzfrech und jenseits jeglicher Stile zeigten die Partykönige schon beim Start, in welche Richtung die Tanzschuhe einmal steppen würden.

PATCHFOLK
Handmade
patchfolk.de
(Eigenverlag)
Demo-CD, 13 Tracks, 53:37


Das rein männliche Quintett aus dem Heidelberg-Mannheimer Raum liefert auf seinem Erstling bodenständigen Irish Folk, teils mit amerikanischen und anderen Einflüssen. Den sechs Liedern (leider ohne mitzulesende Texte) und sieben Instrumentals hört man die vier Jahre Bühnenerfahrung positiv an. Eine schöne Scheibe!


HARALD PETERSTORFER
Laterna Magica
haraldpeterstorfer.com
(ATS Records)
13 Tracks, 56:56


Der österreichische Akustikgitarrist nimmt erneut mit auf eine Reise ins Reich von Mythen, Märchen und Zauberwesen. Fein gewirkte Miniaturen und Stimmungen entführen in eine stille Klangwelt fernab von alltäglicher Wirklichkeit. Fantasie – und sehnsuchtsvoll und vielleicht auch ein wenig weltflüchtig.

THE PINDER BROTHERS
Melancholy Sea
pinderbros.com
(Eigenverlag/Hemifrån)
11 Tracks, 41:29


Ein Brothers im Bandnamen scheint im Moment ein Pseudonym für traditionsbewusst, mehrstimmig, hymnisch, klassisch instrumentiert, songorientiert, analog klingend, inspiriert von Westcoast-Sound, Americana und Southern Rock der Sechziger und Siebziger zu sein. In diesem Fall gesellen sich noch ein Quentchen College-/Indierock und gelegentlich ein Gitarrensolo dazu.


DOMINIK PLANGGER
Trans/alplantisch
dominikplangger.com
(Eigenverlag, CD2015001)
11 Tracks, 40:49


Dominik Plangger ist ein romantischer Rebell. Einer, der monatelang auf einer einsamen Tiroler Bergalm haust, um anschließend mehrere tausend Zuhörer mit seinen Liedern und vor allem mit seiner Stimme zu begeistern. Ein Album wollte er produzieren, das so klingt, als sei es daheim am Stubentisch bei einem Glas Wein aufgenommen worden. Das ist ihm vortrefflich gelungen.

PROMISED LAND SOUND
For Use And Delight
facebook.com/promisedlandsound
(Paradise of Bachelors PoB-22/Cargo)
11 Tracks, 48:11


Das junge Trio aus Nashville frönt auf seinem zweiten Album weiter seinem explizit harmonischen, harmonisch reichen und vielstimmig reich instrumentierten, sanften Country-/Folkrock. Ein ausgesprochen stimmiger und fruchtbarer Brückenschlag zwischen den Generationen und Zeitaltern – hier Lo-Fi und jetzt, da aber auch noch viel Wohlklang anno Tobak.


RENATA ROSA
Encantacoes
(Hélico HWB58127/Broken Silence)
9 Tracks, 33:40


Der brasilianischen Sängerin aus dem Nordosten hört man ihre Wurzeln an, aber auch ihr Bestreben, sich anderen Einflüssen zu öffnen. Sie hat eine hohe, intensive Stimme, die Melodien sind sehr einfach, oftmals tänzelnd, aber eingängig. Die Gitarre klingt manchmal fast nach Hackbrett, Snaredrum und andere Percussioninstrumente bestimmen das Spiel.

SAINTSENECA
Such Things
saintseneca.com
(Anti- EPIT 7429-2/Indigo)
Promo-CD, 15 Tracks, 43:13


Ihre Bluegrassvergangenheit geht im Nu Folk/Alt. Rock, dem sich die 2007 gegründete Kapelle aus Columbus, Ohio, inzwischen zugewandt hat, nahezu rückstandslos auf. Nur in gelegentlichen Verschnaufpäuschen ist noch kurz leise etwas davon zu hören – aber dann kommt gewiss gleich wieder die Dampfwalze und planiert den Weg zum Stadionformat weiter …


SANGRE DE MUERDAGO
O Camiño Das Mans Valeiras
(Sick Man Getting Sick Records)
Promo-CD, 8 Tracks, 44:08


Verträumter, melancholischer Akustikfolk eines Quartetts aus Galicien, gespielt mit Nyckelharpa, Barockflöte, Drehleier, Cello und gezupften Gitarren. Sehr harmonisches Zusammenspiel und angenehmer mehrstimmiger Gesang machen dieses Werk zu Neofolk vom Feinsten. Der Albumtitel heißt übersetzt „Der Pfad der leeren Hände“.

SEA+AIR
Evropi
seaandair.net
(Gitterhouse/Indigio CD 11188-2)
Promo-CD, 12 Tracks, 50:27


„Ob als Flüchtlinge, Gastarbeiter oder Musiker, Heimatlosigkeit liegt in unseren Genen“, beschreibt die Griechin Eleni Zafiriadou den vermutlichen Ursprung ihrer Reisen mit ihrem Mann Daniel Benjamin. Das Duo gibt geniale Popsong-Statements zur Lage Europas: Tüpfel traditionell griechischer Musik zum Sound der Achtziger in wavig-punkigen Klangcollagen.


MARTIN SEXTON
Mixtape Of The Open Road
martinsexton.com
(Kitchen Table KTR009 /Cargo)
12 Tracks, 41:04


Wie es ein Mixtape verspricht, präsentiert Sexton eine Fahrt durch Stile und Zeiten. Das geht von den Fünfzigerjahren bis zu Songs, die zu den Dire Straits in den Achtzigern gepasst hätten, oder zu Soul und Blues. Sextons Stimme erinnert dabei stark an Doc Watson und klingt im Opener so, als hätte der plötzlich einen auf Doo Wop gemacht. Das swingt.

SHIREGREEN
Neue Pfade
shiregreen.de
(DMG Records/Broken Silence)
15 Tracks, 60:58


Nach mehreren Alben auf Englisch knüpft Klaus Adamaschek alias Shiregreen (deutsch für Auenland) an seine ganz alten Liedermacherzeiten an, er singt wieder auf Deutsch. Doch musikalisch bleibt er dem amerikanischen Folkrock und der Countrymusik treu. Romantisch, persönlich, kritisch, vor allem stimmungsvoll präsentiert er seine Lieder.


MATTHIAS SIEGRIST
Im Schrebergarten
brambus.com
(Brambus Records 201584 2)
12 Tracks, 41:10


Der Zürcher Liedermacher Matthias Siegrist legt mit Im Schrebergarten eine erste Kostprobe seiner deutschsprachigen Lieder vor. Herausgekommen ist ein sanftes, träumerisches Werk mit Texten, die zum Weiterspinnen seiner Gedanken anregen. Begleitet wird der Gitarrist und Sänger vom Akkordeonisten Niculin Christen und dem Percussionisten Tino Siegrist.

ERIK SITBON AND THE GHOST BAND
Erik Sitbon And the Ghost Band
eriksitbon.com
(Eigenverlag)
Promo-CD, 11 Tracks, 41:11


Der französische Sänger und Gitarrist Erik Sitbon bewegt sich zwischen Country und Rock. Die fünfköpfige Ghostband begleitete ihn erstmals im Studio. Ein abwechslungsreiches und fast schon poppiges Album.


CARMEN SOUZA & THEO PASCAL
Epistola
carmensouza.com
theopascal.com
(Jazz Pilon,GMC06/Galileo MC)
11 Tracks, 45:32


Stimme trifft auf Kontrabass, Kapverden auf Lissabon, London und New York, traditionelle Vokalelemente ergänzt durch Saxofon, Klarinette, Schlagzeug, Gitarre und Piano auf modernen Jazz. Abwechslungsreiche Kompositionen und fantasievolle Arrangements inszenieren die expressive Sängerin in ihren vielfältigen Facetten zwischen Wüste, Wasser und Undergroundclub.

JOHN CEE STANNARD & BLUES HORIZON
Stone Cold Sober
johnceestannard.co.uk
(Cast Iron Recordings CIRCD025/Hemifrån)
12 Tracks, 55:36


Im Grunde ist es Countryblues, gespielt auf (überwiegend) akustischen Instrumenten, aber John Stannard versteht es, diesem immer wieder einen besonderen Kick zu geben. Sei es hier einmal eine Violine als tragendes Melodieinstrument, dort ein Kontrabass für die besonders tiefen Töne oder auch einmal eine Hammondorgel im Wettstreit mit der Bluesharp.


ALAN STIVELL
Amzer
alanstivell.bzh
(World village/Harmonia Mundi)
Promo-CD, 12 Tracks, 54:44


Es ist das wohl einundzwanzigste Studioalbum des bretonischen Altmeisters. Zu hören sind Harfengeklimper und unmelodiöser Gesang. Ein langweiliges und überflüssiges Werk.

PAULA TEBBENS TRIO
Falling Must Be Like This
paulatebbens.tumblr.com
(Machine Drops)
11 Tracks, 40:27


Nach ihrem Start in ihrer Wahlheimat Kopenhagen hat sich die Berlinerin Paula Tebbens mit etwa dreihundert Auftritten in Dänemark und Deutschland schon einen guten Platz in der Singer/Songwriter-Szene erspielt. Im Juni 2015 wurde das Trio im „Modern-Minstrel“-Wettbewerb Troubadour in Berlin ausgezeichnet. Das Debüt enthält englischsprachige Lieder begleitet von Gitarre, Bass und Schlagzeug.


TRAMPER
Grün
facebook.com/tramperaio
(Timezone TZ470/Timezone Distribution)
10 Tracks, 47:55


Mit dem Album Grün will Tramper die Hörer auf eine Reise mitnehmen, die verschiedene Orte zum Ziel hat. Jeder der deutschen Songs hat seine eigene Geschichte, die vom Sänger erzählt wird. Dabei untermalen Gitarrenklänge seine Stimme. Außerdem wird er von einer Violine begleitet, die zahlreiche Soloparts spielt.

VERSENGOLD
Zeitlos
versengold.de
(Fuego/Indigo)
14 Tracks, 52:49


Das siebte Studioalbum der Musiker um Malte Hoyer widmet sich zeitlosen Themen in anspruchsvoller eigener Lyrik. Neben Trinkliedern und zwei Reels sind Balladen über Liebe, Krieg und Wandermusiker enthalten. Manchmal klingt es irisch, das Piano und – neu – das Schlagzeug finden ab und an den Weg zum Folkpop. Hervorzuheben ist die stilvolle grafische Gestaltung.


VOICE IN THE ATTIC
After Songdown
voiceintheattic.com
(Eigenverlag)
15 Tracks, 49:54


Ob das Album des Wahlkölners Voice In The Attic gefällt oder nicht, entscheidet wohl die Klangfarbe der Stimme. Die einwandfreien Kompositionen aus dem Genre Americana könnten der Feder jedes Songwriters entsprungen sein. Der Gesang jedoch, irgendwo zwischen Dinosaur Jr. und Tom Waits, hat einen absoluten Wiedererkennungswert.

HANNES WADER
Live
hannes-wader.de
(Mercury Records/Universal)
Promo-Doppel-CD, CD 1: 13 Tracks, 66:54, CD 2: 14 Tracks, 67:21


Klar, ohne „Heute hier, morgen dort“, „Manche Stadt“ und einige weitere, immer wieder geforderte Wader-Lieder kommt der alte Barde nicht von der Bühne. Aber dennoch enthalten die zwei Live-CDs mit weit über zwei Stunden Spielzeit etliche zum Teil fast vergessene Lieder des Künstlers und sogar ein paar Titel, die noch nie veröffentlicht wurden. Ein opulenter Hörgenuss.


BODO WARTKE
Was, wenn doch?
bodowartke.de
(Reimkultur/Tonpool Medien)
16 Tracks, 68:07


Auch in seinem neuesten Programm spielt Bodo Wartke mit den Worten und Klaviertasten virtuos. Lieder vor allem über die Liebe mit den Schwierigkeiten, Verwicklungen und Überraschungen, die das Leben bereithält. Ironisch, witzig und heiter werden die holprigen Umwege, um das Glück zu finden, zu flotter Musik herbei und hinweg besungen.

NOEMI WAYSFELD & BLIK
Alfama
noemiwaysfeld-blik.com
(AWZ CW 895835)
12 Tracks, 54:19


Auf ihrem zweiten Album widmet sich Waysfeld, gemeinsam mit ihrer Band Blik, bestehend aus Thierry Bretonnet (acc), Florent Labodinière (g) und Antoine Rozenbaum (b), der Idee des Exils und den damit verbundenen musikalischen Emotionen, hervorgerufen durch den Schwebezustand zwischen den Welten.


SOPHIE ZELMANI
Everywhere
sophie-zelmani.com
Promo-CD
(Oh Dear Recordings ODRCD02/Cargo Records)
12 Tracks, 40:50


Eine zerbrechliche Frauenstimme singt, spartanisch begleitet von etwas Klavier und Gitarre, melancholische Lieder von der Liebe und dem persönlichen Umfeld. Diese Art von Folkpop hat zurzeit Hochkonjunktur. Die schwedische Sängerin folgt allerdings bereits seit elf Alben diesem Stil und zeigt dem Nachwuchs auf Everywhere, wie das Original klingt.