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Ausgabe 4/2015


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Kurzrezensionen
ACOUSTIC REVOLUTION
Finally Folk
www.acoustic-revolution.com
(Tonart Promotions)
Promo-CD, 11 Tracks, 45:38


Gitarrenlastigen Folkrock mit großer Stimmgewalt bietet die Acoustic Revolution. Man merkt dem Trio die Herkunft aus den Rockgefilden an. Eine etwas bedächtigere Herangehensweise hätte einigen Songs vermutlich gut getan, elf Powerrocknummern im Folkgewand haben aber auch ihren Reiz. Das fehlende Schlagzeug wird durch die kraftvolle Spielweise jedenfalls mehr als ersetzt.

ALTAN
The Widening Gyre
www.altan.ie
(Compass Records, Compass CD 7 4640 2)
14 Tracks, 58:59


Altan – mit Neubesetzung Martin Tourish (Piano, Akkordeon) – treffen sich mit Giganten der amerikanischen Newgrass-Szene, unter anderem Darol Anger (Fiddle), Sam Bush (Mandoline), zu einer bunten transatlantischen Session. Dabei erhalten sowohl die rasanten Tunes aus Donegal als auch Old-Time-Klassiker Farbtupfer der jeweils anderen Kultur. Hochwertig produziert und musikalisch sehr vielseitig.


MIRIAM ARIANA & LENE HØST
Vingefang
www.miriamariana.com
(GO’ Danish Folk Music GO0215)
8 Tracks, 30:01


Das Debüt der beiden Folkmusikabsolventinnen der Musikakademie im dänischen Odense enthält Klänge ihrer Heimat, wie in „Jag Er Her“, aus Brasilien, wie in „Sanfona Sentida“, oder kombiniert beide, wie in „Perdido A Padre …“. Dazu etwas Overdubbing und A-cappella-Gesang. Sehr abwechslungsreich und höchst musikalisch dargebracht.

BAD TEMPER JOE
Tough Ain’t Easy
www.badtemperjoe.com
(Timezone TZ387)
Promo-CD, 12 Tracks, 64:51


Zwölf Stücke zwischen Blues und Folk, gespielt auf akustischer Gitarre und mit ausdrucksstarker Stimme gesungen. Bad Temper Joe schreibt dazu sehr tiefgründige Texte, die immer ernst und melancholisch sind, jedoch nie mahnend oder düster. Dass er ein sehr belesener Mensch ist, verrät das Booklet. Dass er ein sehr guter Musiker ist, beweist dieses Album.


EMILY BARKER
The Toerag Sessions
www.emilybarker.com
(Everyone Sang ES143CD)
12 Tracks, 44:57


Die Australierin in England begab sich ohne ihr Damentrio The Red Clay Halo ins Studio und spielte ihre Songs sozusagen direkt auf CD und LP. Analoger geht’s nicht. Daher kommen die eigenen Lieder nur mit Gitarre (elektrisch/akustisch) und Mundharmonika begleitet so intim wie selten rüber. Was bleibt ist der dezente Americana-Twang in den Melodien.

ARNAUD BIBONNE & CAMILLE RAIBAUD
En Cadencia – Musique Traditionelle Des Landes De Gascogne
www.bibonne-raibaud.com
(AEPEM 15-03)
27 Tracks, 62:14


Arnaud Bibonne spielt die Boha, eine Sackpfeife aus der Gascogne. Camille Raibaud ist Geiger. Gemeinsam spielen sie traditionelle gascognische Tanzmusik. Historisch sind die beiden Instrumente wohl nicht im Duo eingesetzt worden. Trotzdem klingt das Album sehr puristisch.


MICKE BJORKLOF & BLUE STRIP
Ain’t Bad Yet
www.mickebjorklof.com
(Hokahey Records HHR1501/Rough Trade)
11 Tracks, 41:03


Die fünf Finnen spielen Bluesrock, und das nicht etwa unterkühlt, sondern mit viel Energie und hörbarem Spaß an der Sache. Kein Stück ist wie das andere, Rocksongs im Vorwärtsgang, Balladen, Slow Blues im Wechsel, mit Harp, Steelgitarre und Percussion abwechslungsreich instrumentiert. Ganz zu Recht „die Beste Bluesband Finnlands“.

MAX & LAURA BRAUN
Highwire Haywire
www.maxandlaurabraun.com
(Interbang Records/Broken Silence)
10 Tracks, 40:41


Erstaunlich, was sich alles unter der Überschrift „zerbrechlich“ vereinen kann: geradeaus folkig, verquer, harmonisch, experimentell, dezent dissonant, wallend, gehaucht. Genau solche Musik nämlich spielt das britisch orientierte Geschwisterduo auf Gitarre, Banjo, Piano und ergänzt Gesang und Studiogäste.


SANDY BRECHIN & EWAN WILKINSON
Hard Times Come And Go
www.brechin-all-records.com
(Brechin All Records CDBAR020)
14 Tracks, 48:03


Enorm flinke Finger auf dem Akkordeon bei den sechs Instrumentals, eine sympathische Stimme bei den fünf Traditionals und drei Eigenkompositionen sowie eine ausgesuchte Schar an Gästen (zum Beispiel an Fiddle oder Pipes) im Studio, so präsentiert sich das Duo Brechin & Wilkinson aus Edinburgh auf ihrem durchgehend erfreulichen zweiten Album.

ABLAYE CISSOKO & VOLKER GOETZE
Djaliya
www.ablaye-cissoko.com
(Ma Case 011)
9 Tracks, 35:21


Seit sich das Duo 2001 im Senegal kennenlernte, entwickeln sie gemeinsam Klangräume aus Jazztrompetensound und afrikanischer Kora. Percussionist Francois Verly ergänzt die zwei Musiker dezent und gibt dem verträumten Gesang von Cissoko einen rhythmischen Unterbau. Ein gelungener Nachfolger zum letzten gemeinsamen Album Sira.


GERDA STEVENSON
Night Touches Day
www.gerdastevenson.co.uk
(Gean Records GEAN01CD)
13 Tracks, 52:35


Teilweise fast chansonhaft schreibt und singt die Schottin ihre intelligenten Lieder, zweimal in Scots, begleitet von arrivierten Musikern wie James Ross (Piano) oder Inge Thomson (Akkordeon). Besonders die beiden religionskritischen Lieder stoßen einigen Rezensenten negativ auf, dieser sieht sie als Beweis für die mutige Behandlung aktueller Themen.

SEBASTIAN STURM & EXILE AIRLINE
The Kingston Session
www.sebastian-sturm.com
(Rootdown Records RDM13087-2/Soulfood)
Promo-CD, 9 Tracks, 46:16


Alles beim Alten beim Aachener Rootsreggae-Nachgeborenen: kompetent und weitgehend stilvoll – aber die Magie der jamaikanischen Vorbilder ist, sowohl im Groove als auch was die Ausstrahlung des Sängers betrifft, noch einmal etwas anderes. Es gab sie folglich auch bei der Live-Studiosession im Harry-J-Studio in Kingston, Jamaika, nicht für lau.


SVER
Fryd
www.sverfolk.com
(Folkhall Records)
11 Tracks, 47:46


Das junge Quintett basiert seine Musik auf norwegische Traditionen. Die eigenen Kompositionen – die meisten stammen vom Hardangerfiedler Olav Mjelva – gehen aber mit ihren Arrangements mehr in Richtung Folkrock, auch wenn die Geigen die bestimmenden Instrumente sind. Es gibt aber immer wieder ruhige Melodien, trotz der relativ hohen Durchschnittsgeschwindigkeit.

SOFIA TALVIK
Big Sky Country
www.sofiatalvik.com
(Makaki Music)
11 Tracks, 38:42


Die auf Gotland lebende Sängerin, Gitarristin und Komponistin hat sich als Singer/Songwriterin dem Americana-Stil verschrieben. Alle Songs bis auf einen von Buffy Sainte-Marie sind von ihr und klingen sehr authentisch, was wohl ihren vielen Aufenthalten in den USA zu verdanken ist. Ihr exzellentes Gitarrenspiel wird auf dem Album etwas von den (guten) Begleitmusikern überdeckt.


TARNEYBACKLE
Singing Land
www.tarneybackle.co.uk
(Eigenverlag TBMCD6)
13 Tracks, 53:18


Das sechste Album des Trios aus Perthshire. Eine Dame und zwei Herren singen sich durch eine Mischung aus Trads, Eigenem und Fremdkompositionen wie dem Titelsong von Dougie MacLean. Der instrumentale Teil (Gitarren, Mandoline, Flöte und Percussion) könnte aus den Siebzigern stammen, die Stimmen überzeugen besonders beim engen Harmoniegesang.

THE TALLEST MAN ON EARTH
Dark Bird Is Home
www.thetallestmanonearth.com
(Dead Oceans DOC100)
Promo-CD, 10 Tracks, 41:45


Der sympathische Folkanarchist beginnt mit seinem neuen Album auch ein neues Kapitel. Zum ersten Mal spielt der dünne Mann seine Songs mit einer vollwertigen Band ein. Damit wird aus einem Songwriter ein Folkrocker, und aus träumerischem Abhängen auf der Wiese wird begeistertes Mitwippen auf der Tanzfläche. Ohrwürmer sind die Songs allemal.


THROUGH THE STREETS OF THE CITY
New Orleans Brass Bands
www.folkways.si.edu
(Smithsonian Folkways/Galileo MC, SFW CD 40212)
15 Tracks, 69:37


Das National Museum of African American History and Culture präsentiert ein weiteres Album mit „Legacy Recordings“. Zu hören sind verschiedene Brassbands von den 1920er-Jahren bis heute mit Klassikern wie „Give Me My Money Back“ und „Shake It And Break It“.

TIR NAN OG
Jack Of Folk
www.tirnan.org
(Eigenverlag)
11 Tracks, 38:17


Auch die dritte Scheibe der Irish Folkrocker aus Neuenburg an der Donau bietet deftigen Partyfolk, hier und da aber auch mit etwas Melancholie durchdrungen. Die mit männlichem und weiblichem Gesang, Gitarren, Geige, Bass, Whistle und allerhand Schlagwerk dargebrachten Songs sind großenteils selbst geschrieben. Die Texte gibt es leider nicht zum Mitlesen.


TOMBO
Ragamuffin Brass Orchestra
www.tombosound.com
(Huette Records/Hoanzl)
10 Tracks, 46:30


Auf seiner EP Raggamuffin Sounds in der Diskostadt zuletzt noch mit Hang zum fetten, aber entspannten Reggaegroove, reiten den Wiener Ragga-Singer/Songwriter auf Ragamuffin Brass Orchestra etwas die Ambitionen: Die jazzigen Brassbandarrangements sind wie seine Deklamation ausgesprochen gelungen – aber auch etwas zickig, wenn nicht gar sperrig.

TONE FISH
On The Hook
www.tone-fish.com
(Timezone TZ402)
13 Tracks


Shuffle-Rhythmus mit dem Cajon, Tin Whistle und bezaubernder mehrstimmiger Gesang, das sind die Zutaten des Folkrockquartetts Tone Fish aus Hameln. Welthits und eigene Songs werden durch die irische Folkmühle gedreht. Tone Fish klingen nach einer typisch deutschen Folkband, glatt und schön. Das ist nichts Schlechtes, muss man aber mögen.


CLICK HERE
Balkandalucia, Vol. 1 DJ Click Presents
www.nofridge.com
(No Fridge CDNO17)
17 Tracks, 73:00


DJ Click hat sein Soundequipment von Griechenland über Bulgarien bis nach Andalusien gekarrt und dort berückende Stimmen eingefangen. Es gibt eine ganze Reihe rumänischer Lieder, Flamenco und viele gute Instrumentalisten und Künstler, wie Tziganiada aus Paris oder die Operndiva Leontina Vaduva. Eine Tanzscheibe mit viel Emotion produziert, typisch DJ Click eben.

ÚZGIN ÜVER
99
www.uzginuver.hu
(Lollipoppe Shoppe 013/Cargo Records)
20 Tracks, 1:06:37


Das remasterte Album der Ungarn von Úzgin Üver erschien erstmals 1999 und spielte somit bereits lange vor dem Balkanbeat-Hype mit osteuropäischen Klanghybriden und Elektronika. Die Band mischt Instrumente und Spielarten aus der Türkei, Armenien sowie Zentralasien und experimentiert in psychedelischen Endlosschleifen mit Oberton- und Kehlkopfgesang.


VINCENT’S CHAIR
The New Vibe
www.vincentschair.com
(Eigenverlag)
10 Tracks, 41:02


Die Band Vincent’s Chair stammt aus Australien und zählt ihre Musik zum Acoustic Folk. Englische Texte werden mit sparsam eingesetzten Klängen von Akustikgitarre, Bratsche, Schlagzeug oder E-Gitarre so unterlegt, dass stets der Gesang im Vordergrund steht.

MADISON WARD & THE MAMA BEAR
Skeleton Crew
www.facebook.com/madisonwardandthemamabear
(Glasnotemusic/Caroline)
Promo-CD, 12 Tracks, 52:59


Farbiges Mutter-Sohn-Gespann mit recht einfachen Folksongs und ausdrucksvoller Stimme, die aber einen Tick zu angestrengt klingt. Das ungewöhnliche Duo zeigt nur manchmal, was es kann, nämlich wenn es zu swingen anfängt.


WHISKEY & WOMEN
Medicine For The Blues
www.whiskeyandwomenmusic.com
(Via Bandcamp)
11 Tracks, 43:10


Träumen sich diese drei Damen musikalisch in die feuchten Sümpfe Louisianas, weil es in ihrer Heimat Kalifornien nicht mehr regnet? Auf jeden Fall nehmen sie bei ihrer Mischung aus Cajun, Zydeco, Blues und Punk keine Gefangenen, spielen Traditionals und eigene Stücke, in die selbst Irish Folk einfließt. Whisky soll es regnen für dieses Trio!

WILLIAM ELLIOTT WHITMORE
Radium Death
www.williamelliottwhitmore.com
(Anti 7382-2a/ Indigo)
10 Tracks, 35:39


Von der Stimme her eher eine Rockröhre, singt Whitmore Coffeehouse-Folk und Country mit spärlicher Begleitung (Akustik- oder E-Gitarre, Banjo, manchmal Bass und Schlagzeug dazu). Unübliche Kombination, aber für Musikkneipen geeignet.


RAFAEL CORTÉS
Blanco Y Negro
www.herzogrecords.com/de/artist/rafael-cortés
(Herzog Records, Edel/Finetunes)
8 Tracks, 36:31


Die Widmung eines Meisters an den Meister. Rafael Cortés, Flamencogitarrist aus Essen mit andalusischen Wurzeln, verneigt sich vor der Anfang 2014 verstorbenen Legende Paco de Lucia. Es habe ihn größte Anstrengung gekostet, dieses Album zu machen, weil ihm der Stern fehle, der ihn geleitet habe. In Cortés Händen ist das Erbe gut aufgehoben.

KAURNA CRONIN
Glass Fool
www.kaurnacronin.com
(Songs&Whispers S&W40)
10 Tracks, 34:37


Der wunderbar verschrobene Indiefolkpop des Australiers Kaurna Cronin geht in eine neue Runde. Nur mit Mundharmonika und akustischer Gitarre bewaffnet, singt sich der Musiker in die Herzen der Fans. Die hohe Gesangslage ist gewöhnungsbedürftig, macht aber gerade den Charme von Glass Fool aus. Ob Bon Iver oder Kaurna Cronin, Musik dieser Art ist schwer festivaltauglich.


THE DAD HORSE EXPERIENCE
Best of – Seine schönsten Melodien 2008-2014
www.dad-horse-experience.com
(Off Label Records, Sacred Flu Records/Fuego)
Promo-CD, 13 Tracks, 46:24


Stolperfolk und Rumpelcountry samt Gesang in schlechtem Englisch: Es wäre nicht Dad Horse Ottn, wenn es anders klänge. Manchen Schwank hat der Norddeutsche in seiner bisherigen Karriere zum scheppernden Banjo erzählt. Dabei bleibt er so eigenständig, dass man ihn auch in Übersee liebt – womöglich mehr als hierzulande. Speziell, aber herzlich.

LUKE DANIELS
Tribute To William Hannah
www.lukedanielsmusic.com
(Greentrax Recordings CDTRAX379)
12 Tracks, 38:04


Hannah war in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts „Schottlands bedeutendster Akkordeonspieler“ und ist heute dennoch so gut wie vergessen. Luke Daniels (Knopfakkordeon) zusammen mit Ian Carr, Neil Ewart und John Paul Gandy haben seinen Stil genau studiert und erinnern mit den teils bekannten Stücken ausgesprochen kompetent an einen alten Meister.


DE TEMPS ANTAN
Ce Monde Ici-Bas
www.detempsantan.qc.ca
(L-Abe LABECD-1998)
11 Tracks, 49:42


Live rocken die drei Herren aus der Provinz Quebec mit vornehmlich Gitarre, Bouzouki, Akkordeon, Fiddle und natürlich Fußpercussion derart ab, dass CDs wie diese einen willkommenen Einblick in die feineren Aspekte ihrer Musik geben. Wie virtuos man Maultrommel oder Mundharmonika spielen kann! Großartig und mitreißend.

DIVERSE
Classic American Ballads
www.folkways.si.edu
(Smithsonian/Folkways SFW CD 40125)
25 Tracks, 74:16


Vor Youtube und Twitter wurden Nachrichten auch in Songs verbreitet. Doc Watson, Sis Cunningham, Woody Guthrie und Pete Seeger u. v. a. m. präsentieren beispielhaft eine Chronik von Tragödien und grausigen Verbrechen in den USA. Die Themen der zwischen 1836 und 1947 geschriebenen Songs reichen vom Untergang der Titanic bis zum berüchtigten Outlaw Billy The Kid.


DIVERSE
Cornemuse Picarde – Musique Traditionelle Du Nord, Pas-de-Calais, Picardie, Flandre, Wallonie
www.amuseon.fr
(Amuséon/AEPEM)
Do-CD, CD 1: 27 Tracks, 73:07, CD 2: 18 Tracks, 46:37


Dokumentation der Dudelsackwiederbelebung in der Picardie. Acht Musiker sind auf verschiedenen Instrumenten zu hören. Konzertmitschnitte vom Pipasso-Festival und Studioaufnahmen, dazu Gesprächsmitschnitte mit dem legendären Dudelsackbauer Remy Dubois. Ein 148-seitiges Booklet mit vielen Fotos macht das Doppelalbum zum Muss für Dudelsackconnaisseurs.

DIVERSE
Frankensterne – Das „Who is Who“ der fränkischen Musikszene auf 3 CDs
www.intraton.de
(Intraton/Bruno Records Best.-Nr. 09114)
3 CDs, CD 1: 17 Tracks, 79:46, CD2 : 19 Tracks, 79:24, CD 3: 20 Tracks, 79:27


Umfassender geht’s nicht. Radiolegende Alfred Urban (aka Der Frankenflüsterer) hat vier Stunden Musik mit der Creme der fränkischen Musikszene zusammengestellt, von der legendären Frankenbänd über Ihre Kinder, Klaus Brandl bis hin zu Sandy Wolfrum, um wirklich nur einige zu nennen. Die Kompilation macht die Vielfalt der fränkischen (Rock-)Musikszene deutlich.


DOUBLE TONIC
Drops Of Celtic Life
www.doubletonic.de
(Eigenverlag)
12 Tracks, 57:15


Traditionelle irische und schottische Lieder als entspannter Jazzgesang begleitet von Piano, Saxofon, Bass und Schlagzeug. Yvonne Arnitz aus Waldbronn im Schwarzwald und ihre Band verschmelzen die beiden Musikkulturen gekonnt zu einer Einheit, etwas ungewohnt, aber wunderschön. Ein Stück stammt vom Saxofonisten und Flötisten Klaus Bucher. Texte angeblich auf der Homepage.

DR. WILL FEAT. SAN2
Cuffs Off
www.drwill.de
(Downhill Records/Galileo DH083)
15 Tracks, 47:18


Der umtriebige und facettenreiche Sänger, Gitarrist, Percussionist und Produzent Will Hampel alias Dr. Will aus München spielt seinen Blues diesmal mit vielen Gästen. Darunter Sahmo Bibergeil (Gitarre), San2 (Harmonika), Jürgen Reiter (Bass), Uli Kümpfel (Mandoline), Titus Waldenfels (Violine) und Ludwig Seuss (Akkordeon).


ELINA DUNI QUARTET
Dallëndyshe
www.elinaduni.com
(ECM 2401, CD 4709282)
12 Tracks, 55:07


Ein wundervoll berührendes, ja lichterfülltes Album aus Jazz und Folk. Tranceartig erzählen die Lieder voll Melancholie und Zuversicht von Liebe und Exil. Betörend schön besingt die albanisch-schweizerische Sängerin Zerrissenheit und Verbundenheit des Balkans. Dem gut aufeinander eingespielten Quartett ist ein Album aus einem Guss gelungen.

DUO DOYNA
Sammy’s Freilach
www.doyna.de
(Konnex-Records KCD 531)
9 Tracks, 49:22


Annette Maye (cl) und Martin Schulte (g) bilden das Duo Doyna, welches fröhlich und virtuos neben Eigenkompositionen und Tangos wunderschöne Balladen mit hauptsächlich jiddischem Einschlag in ihrem Programm hat. Dabei wird die jazzig-freie, expressive Improvisation in den Mittelpunkt gestellt.


DUO SERAPHIM
A Renaissance Journey
www.green-sonic.net
(Friends Of Green Sonic CD 1428)
24 Tracks, 54:09


Britta Hauenschild an der Renaissance-Traversflöte und Andreas Düker mit Renaissancelaute und Vihuela sind mit jeweils drei bis fünf Stücken aus fünf Ländern zu hören. Man muss diesen spartanischen Sound schon mögen, da die aufgenommenen Instrumentalstücke des 16./17. Jh. immer gleich instrumentiert sind. Sehr aufwendige Medieninfos und geschmackvolles Artwork sind hervorzuheben.

LUDOVICO EINAUDI
Taranta Project
www.ludovicoeinaudi.com
(Ponderosa Music & Art CD 130)
Promo-CD, 12 Tracks, 64:24


Der Turiner Ambient-Klassik-Komponist und Pianist Ludovico Einaudi lädt zum Pizzica-Dinner in Apulien. Mit von der Partie sind etwa der türkische Ethnoklangtüftler Mercan Dede, der malische Griot Ballaké Sissoko und der apulische Sänger Antonio Castrignanò. Das rockige „Nazzu Nazzu“ mündet nach einer Zwischenstation in der Mongolei im Nigerdelta.


EL ZITHERACCHI
Modernes Raubzithertum
www.zitheracchi.com
(JD Records and Pictures)
13 Tracks,46:07


Der humorige Titel leitet irr: Die meisten seiner Stücke hat das Trio selbst komponiert. Modern sind die überwiegend instrumentalen Stücke schon, vor allem im Sinne des Unterschieds zum traditionellen Einsatz der Zither in der Volksmusik, oft beinahe meditativ ruhig, weniger dissonant als gewohnt. Bayerische Titel wie „Da Nosnbahra“ unterstützen die Denkrichtung. Angenehm!

RAPHAËL FAŸS
Circulo De La Noche
www.raphaelfays.com
(Label Ouest 1500987713475454/Broken Silence)
3 CDs, CD 1: 8 Tracks, 38:16, CD 2: 8 Tracks, 43:53, CD 3: 8 Tracks, 41:35


Flamenco pur führt die Hörer stilvoll auf eine Reise durch die Nacht. Faÿs, der sich schon früh der Synthese zwischen Gypsy-Style und Flamenco widmete, lässt hier das Duende zwischen Jazz und Tradition verschmelzen. Wie bei dieser Melange zu erwarten, spielt der in Paris geborene Gitarrist passioniert und voller Hingabe.


WILLIAM FITZSIMMONS
Pittsburgh
www.williamfitzsimmons.com
(Grönland/Rough Trade)
Promo-CD, 7 Tracks, 39:00


Kaum zu glauben, dass ein bärtiger Barde so gefühlvolle und emotionale Songs schreiben kann. Doch genau darin liegt das Talent des Singer/Songwriters William Fitzsimmons. Sein neues Minialbum Pittsburgh bringt uns Erlebnisse und Erfahrungen des Künstlers nahe, die er mit sanften Gitarrenklängen untermalt und so für nachdenkliche Stimmung sorgt.

JOHNETHEN FUCHS
Algeroy
www.soundcloud.com/johnethenfuchs
(Calyra)
12 Tracks, 51:16


Die ersten Songs auf dem Debüt von Johnethen Fuchs könnten auch von einem Americana-Superstar der Siebziger stammen. In klassischer Bandbesetzung bietet der Künstler Singer/Songwriter-Rock, der zum Mitsingen und Nachspielen einlädt. In der Mitte verliert das Album an Fahrt, die Songs orientieren sich hier eher am Indie-Folkrock neuerer Zeit.


GANEF
Strassenköter
www.ganef.de
(Sturm & Klang/Alive)
13 Tacks, 46:13


Jude, Russe, Deutscher, selbstbewusst, frech. Sergej Master, in Odessa geboren, singt seine Lieder im Stile der russischen Gaunerchansons. Sein Künstlername „Ganef“ (jiddisch für „Dieb“) unterstreicht diesen Anspruch ebenso wie die Wölfe und Straßenköter in seinen Liedern. Doch seine Wildnis ist die Großstadt, insbesondere die Straßen in Berlin.

GLITTERTIND
Blåne For Blåne
www.glittertind.net
(Indie Recordings INDIE138CDL)
10 Tracks, 41:53


Glittertind benannten sich nach einem Berg im Herzen Norwegens und nehmen sich gerne historische Themen vor. Die sechs Musiker legen jetzt ein ambitioniertes Konzeptalbum vor: Lieder über das Ende des zweiten Weltkrieges und den Neustart der Kriegsgeneration. Das schwere Thema gehen sie leichtfüßig an. Dabei hat sich die Metalfolkformation neu erfunden als mitreißende akustische Folkband.


GREAT LAKE SWIMMERS
A Forest Of Arms
www.thegreatlakeswimmers.com
(Nettwerk Productions/Soulfood Music 31050-2)
Promo-CD, 12 Tracks, 40:25


Das kanadische Quintett kommt aus der semiakustischen Ecke der Mumfords, nur dass die Swimmer keine Epigonen sein können, weil sie diesen folkrockigen Stil schon vor den Engländern kreiert haben. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Banjo und Geige treiben die Lieder mächtig voran, deren Inhalte sich zwischen persönlichen und umweltpolitischen Themen bewegen.

JJ GREY & MOFRO
Ol’ Glory
www.jjgrey.com
(Provogue PRD Promo 450/Rough Trade)
12 Tracks, 58:36


Hier trifft weißer Southern-Rock-Gesang auf schwarze Soulmusik, doch die alten Soulveteranen versprühten da wesentlich mehr Adrenalin. Dynamische Steigerungen eines endlos wiederholten Songriffs machen nun mal noch kein gutes Stück. Nur die Balladen können einigermaßen überzeugen. Grey kommt live eindeutig besser rüber.


SCHORSCH HAMPEL
Sog gscheid
www.schorsch-hampel.de
(Focus 370.0174.2/Rough Trade)
16 Tracks, 57:23


Gewohnt bissig und politisch präsentiert Hampel neue, ausschließlich selbst geschriebene Songs zwischen Blues und Songwriteridiom, kompetent unterstützt von einer erstklassigen Riege an Gastmusikern, die im Studio mit Bass, Schlagzeug, Akkordeon, Klarinette und Banjo für eine authentische Blues- und Rootsathmospäre sorgten – nur eben in bayerischer Mundart.

BARNA HOWARD
Quite A Feelin’
www.barnahoward.com
(Loose Music/Rough Trade)
Promo-CD, 10 Tracks, 37:38


Auf seinem zweiten Album klingt Barna Howard schon wie ein Alter, mit seiner warmen, einprägsamen Stimme und den melancholisch-nachdenklichen Liedern, in denen er seine Jugend in Eureka, Missouri, reflektiert. Dazu erklingen Gitarren und Banjos in bewährter Songschreibertradition. Man fühlt sich auf angenehme Weise zu Hause – und lauscht andächtig.


HUBERT VON GOISERN
Federn
www.hubertvongoisern.com
(Capriola/Sony 88875074402)
15 Tracks, 67:02


Das neue Goisern-Album enthält die Musik seiner Tour 2014 (siehe Ortstermin in Folker 1/2015). Viele Anregungen seines Louisiana-Aufenthalts wurden in treibende Americana, kräftigen Delta Blues, Cajun- und Bluegrassmusik mit österreichischen Texten verwandelt. Soundprägend neben vielen Akkordeons und Jodlern ist Gast Steve Fishell an Pedal Steel, Dobro und Lap Steel.

THE HUT PEOPLE
Cabinet Of Curiosities
www.thehutpeople.co.uk
(Fellside Recordings FECD264)
14 Tracks, 59:56


Eigentlich ist es ganz einfach, was das englische Duo auf seinem dritten Album macht: Instrumentals unter anderem aus England, Schottland, Schweden, Spanien oder dem Baskenland mit Akkordeon und Percussion. Aber wie die Stücke arrangiert und die unzähligen Rhythmusgeräte (bis zu zwölf pro Track) eingesetzt werden, das muss man hören. Erstaunlich!


JANSBERG
Terra Nova
www.jansberg.com
(GO’ Danish Folk Music GO0415)
13 Tracks, 44:47


Jansberg geht seinen 2004 mit Signatur begonnenen Weg der Erneuerung der Traditionen weiter und produziert hier einen zeitgenössischen Sound mit Hilfe einiger Elektronik. Er ist mit seiner Fiddle und den eigenen Kompositionen weiterhin die treibende Kraft des Quintetts. Es ist – auch wegen der vielen schönen Melodien – unverkennbar, dass es sich um dänische Folkmusik handelt.

EILEN JEWELL
Sunday Over Ghost Town
www.eilenjewell.com
(Signature Sounds SIG 2076/Cargo)
12 Tacks, 37:17


Die kleine Stadt Boise, Idaho, versteckt sich als durchgängiges Thema auf diesem Album, zog doch Eilen Jewell zum Songschreiben zurück in ihre alte Heimatstadt und nahm die Fäden auf, die sie dort in ihrer Jugend gesponnen hatte. Bluegrassgefärbt sind ihre Songs, mit charmanten Verweisen in Richtung Rockabilly und Hinterwäldlermusik.


JOHEWO
Zeitfenster
www.johewo.de
(Eigenverlag)
16 Tracks, 72:03


Das Debüt der beiden jungen Singer/Songwriter Jonathan Heintges und Oliver Wonschik aus Mülheim/Ruhr birgt ansprechendes Gitarrenspiel, eingängige Melodien und angenehmen Gesang. An den Texten ließe sich noch arbeiten. Es lassen sich übrigens auch Lieder ohne das Personalpronomen „ich“ schreiben.

THE JUKE JOINT PIMPS
Boogie Pimps
www.voodoorhythm.com
www.juke-joints-pimps.com
(Voodoo Rhythm Records)
7 Tracks, 41:23


Sofort bollert er los – der dreckigste Blues des Mississippideltas, geschaffen aus Mundharmonika, Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Klingt echt, roh, wild und alt. Er stammt jedoch von zwei Herren vom Rhein und ist ganz neu. Erfolgreich um den authentischen Klang bemüht, eignet sich das nostalgische Werk perfekt zum Trinken, Tanzen und Schwitzen.


JULIKA
Itufi – To The Tropics And Back
www.julakim.de
(Eigenverlag)
Promo-CD, 7 Tracks, 43:08


Nach einer Südamerikatournee vertonte die Darmstädter Liedermacherin ihre Eindrücke gleich in mehreren Sprachen – auf sehr poetisch-persönliche Weise. Dabei fordert sie den Zuhörer mit expressivem Gesang, überzogenem Einsatz von Effektgeräten und lässt mal zehn Minuten Vögel statt ihrer selbst singen. Unausgereifte Verbindung von Folk und Avantgarde.

PEKKO KÄPPI
Sanguis Meus, Mama!
www.pekkokappi.com
(GAEA Records GAEACD66)
10 Tracks, 38:45


Pekko Käppi ist vielleicht der einzige Folkmusiker, der es jemals auf das Stoner-Rock-Festival Roadburn geschafft hat. Auf die WOMEX passt die Musik des Finnen ebenfalls. Mittlerweile auf dem vierten Album bietet Pekko Käppi einen psychedelischen Mix aus finnischem Folk und Independentsounds, der eine Entdeckungsreise für Menschen mit skurrilem Humor verspricht.


MICHAEL PATRICK KELLY
Human
www.facebook.com/michael.patrick.kelly.official
(Sony/Columbia)
Promo-CD, 11 Tracks, 39:00


Ein überperfekt produziertes Album, das trotz aalglatter und überflüssiger Orchesterarrangements und schwülstigem Backgroundgesang die cleveren, tanzenden Popsongs mit gelegentlichen Folkanleihen nicht erdrückt. Singen kann Kelly sowieso. Man wünscht ihm eine unvoreingenommene Hörerschaft, die von Kelly-Family-Vergleichen absieht. Es lohnt sich.

KING AUTOMATIC
Lorraine Exotica
www.kingautomatic.com
(Voodoo rhythm)
14 Tracks, 40:28


King Automatic ist ein lothringischer Garagenrocker, der auf seinem vierten Album einige (für seine Verhältnisse) „exotische“ Einflüsse verarbeitete: Salsa, Ska und ukrainische Folklore.


KLEINE FREIHEIT
Lebend
www.kleinefreiheit-musik.de
(Eigenverlag)
14 Tracks, 79:47


Mitschnitt eines Konzertes des Liedermacherduos Roland Prakken und Kanneman mit norddeutschem Songschreiberfolk, gespielt auf Gitarre, Mandoline, Slide Guitar und Harp. Lakonisch-ironische, hörenswerte Texte über Klabautermänner, Perlentaucher, Penner und anderes Gelichter mit humorvoll-reflektiven Ansagen.

BERND KÖHLER UND EWO2
In dieser Straße – Das Waterboarding-Syndrom
www.ewo2.de
(Jump Up, jup 35)
14 Tracks, 67:05


Bernd Köhler ist ein hoch engagierter Musiker, der seit vielen Jahren gegen Gewalt, Hass und Krieg ansingt. Dabei steht ihm das ausgezeichnete kleine elektronische Weltorchester (EWO2), bestehend aus Hans Reffert, Jan Lindquist, Adax Dörsam und Laurent Leroi, zur Seite. Allerdings sollten Sprachschnitzer wie „… lernten dem Volke sich wehren“ vermieden werden.


KRAJA
Hur LÃ¥ngt Som Helst
www.kraja.nu
(Westpark Musik)
12 Tracks, 42:34


Auch auf dem vierten Album des Quartetts gibt es sanfte instrumentale Begleitungen zu dem überirdisch schönen A-cappella-Gesang. Ein Weg in die Zukunft des Quartetts? Alle Melodien und Arrangements sind dieses Mal von den Musikerinnen selbst. Die von ihnen bearbeiteten Texte (mit deutscher und englischer Übersetzung) sind meist skandinavischen Ursprungs, je zwei sind aber auch indianisch und afrikanisch.

LA MINOR
Ona Büla Pervoi
www.tomato-production.com/kuenstler/la-minor
(Krekhts 003)
12 Tracks, 48:13


„Sie war die Erste“ ist bereits das sechste Album des 2001 in Sankt Petersburg gegründeten Sextetts, welches sich mit Psychobillyelementen auf „urbanen Folk“ spezialisierte. Slava Shalygins (voc) Repertoire, durchwegs auf Russisch singend, bewegt sich, unterstützt von seinen fünf Kollegen, zwischen tanzbaren Kaffeehausliedern und Punk.


SINIKKA LANGELAND
The Half-Finished Heaven
www.sinikka.no
(ECM Records, ECM2377)
12 Tracks, 49:22


Mystisch, sphärisch und von erhabener Schönheit: Die norwegische Kantelespielerin und Sängerin vereint Traditionen von Norwegen und Finnland. Den glockenhaften Klang ihres Zupfinstruments bereichert sie mit meditativen Improvisationen eines Jazzsaxofonisten, der Melancholie eines klassischen Bratschisten und schamanenhafter Percussion. Ein Kunstwerk jenseits von Genres und Zeiten.

LÍADAN
In Am Tátha – Well Timed
www.liadan.ie
(Eigenverlag LN0003/Magnetic Music)
Promo-CD, 11 Tracks; 42:16


Sechs irische Musikerinnen, die beschlossen haben, ihre sehr traditionell gehaltenen Arrangements mit Fiddles, Akkordeon und Flute weitgehend ohne moderne Begleitinstrumente oder Percussion zu präsentieren – sehr mutig. Daneben lassen fantasievoll arrangierte Songs die jungen Stimmen verschiedener Bandmitglieder hören. Schöne, farbenfrohe, intensive Klangerfahrung!


LIANA
Embalo
www.lianafado.com
(Eigenverlag)
14 Tracks, 43:20


Liana wurde im deutschen Sprachraum vor allem als Sängerin des Stockholm Lisboa Projects bekannt. Auf Embalo singt sie neben einem Lied von José Afonso und dem selbst geschriebenen Titelstück traditionellen Fado. Liana hat ein Flair für Pathos – und im letzten Stück darf das große Orchester die Sängerin begleiten. Eine Zeitreise in die Vergangenheit.

SHELBY LYNNE
I Can’t Imagine
www.shelbylynne.com
(Rounder/Universal/Concord)
10 Tracks, 40:53


„Alle da? Das Lied geht so. Knopf drücken und los.“ So beschreibt Shelby Lynne ihre Aufnahmetechnik. Kaum zu glauben, klingt doch das Album nach ausgefuchster Produktion. Bekannt durch ihr 1999er-Album I Am Shelby Lynne mit folgender kleiner Durststrecke, schöpft I Can’t Imagine seine Inspiration aus Southern Soul, RnB, Country und Americana.


ROB LYTLE
A Hypocrite Of Heart And Hope
www.roblytle.com
(Eigenverlag)
10 Tracks, 33:22


In den 1980ern war Lytle Mitglied des Duos Theater Side und in den Neunzigern Teil der Bostoner Folkszene, um dann eine vierzehnjährige Pause einzulegen um sich lieber um die Familie zu kümmern. Seit 2009 ist er wieder Aktiv, und das vorliegende Album bietet schnörkellose, countrylastige Singer/Songwriter-Stücke mit feiner Westcoast-Leichtigkeit.

THE MAGICAL MOONBAND
Back In Time
www.themoonband.de
(Millaphon Records, Broken Silence)
Promo-CD, 12 Tracks, 46:58


Die junge Münchner Formation The Moonband erfüllte sich mit ihrer CD Back In Time den Wunsch, ausschließlich Songs einzuspielen, die sie beeinflusst und inspiriert haben. Darunter finden sich Kompositionen von Bob Dylan, Colin Wilkie und Tim O’Brian. Schwungvoller Folkrock mit Gesang, Gitarre, Bouzouki, Banjo und Mandoline. Macht Spaß.


EMILY MAGUIRE
Bird Inside A Cage
www.emilymaguire.com
(Shaktu Records/Rough Trade SHK2104)
Promo-CD, 10 Tracks, 35:30


Dass die Künstlerin aus England seit ihrer Jugend mit Depressionen zu kämpfen hat, kann man den Presseverlautbarungen entnehmen und vielleicht noch den Texten, wenn man den selbst geschriebenen Songs sorgfältig lauscht. Die Musik jedoch ist kraftvoller, energischer Singer/Songwriter-Rock mit vielen leichten und überschäumenden Popelementen.

LAURA MARLING
Short Movie
www.lauramarling.com
(Caroline/Virgin)
Promo-CD, 13 Tracks, 50:05


Dem fünften Album der immer noch sehr jungen Dame (25) ging ein Jahr Auszeit in LA voraus, wo sie sich – ausgepowert vom endlosen Touren – auf sich selbst besann, verrückte Dinge tat und neue Kraft und neue Ideen tankte. Das Resultat ist eine dynamische, eigen- und selbstständige Musik, die weder Vergleiche kennt noch welche scheuen braucht.


SIOBHAN MILLER
Flight Of Time
www.siobhanmiller.com
(Vertical Records)
10 Tracks, 42:32


Hoppla, welche Überraschung! Miller, die bislang vornehmlich mit einfühlsamen Interpretationen schottischer Balladen glänzte, überzeugt auf ihrem ersten Soloalbum mit teils eigenen Pop-Rock-Stücken, und das Prague Philharmonic Orchestra sorgt für den Schmelz. Love-and-Money-Frontmann James Grant produzierte und spielte Gitarre. Wenig Folk, sehr gute Musik.

MOIRAI
Sideways
www.moiraitrio.co.uk
(Wildgoose Records WGS410CD)
13 Tracks, 58:58


Leicht abseits ausgetretener Folkpfade bewegt sich das englische Damentrio mit der renommierten Jo Freya (Saxofon, Klarinette), Melanie Biggs (Melodeon, Flöte) und Sarah Matthews (Violine, Viola, Gitarre). Das klingt bei den Instrumentals und bei den Songs dank drei guter Stimmen und besonderem Humor (siehe auch Titelsong) sehr erfreulich.


MOLOTOW BRASS ORCHESTRA
Schaubeschad!
www.brassorkestar.ch
(Godbrain Distribution iMusician A19646)
12 Tracks, 46:00


Hier kommen zur Wucht von serbischem Kolo oder rumänischer Geamparale eine gut dosierte Portion Jazz, urbane Grooves, höchste Präzision im Spiel und, Achtung, Einflüsse aus der Schweiz. Immer mehr Stücke stammen aus eigener Feder. Die Reise geht beim Molotow Brass Orchestra vom bernischen Guggisbärg auf den Balkan, mitten in eine Hochzeit.

MONOSWEZI
Monoswezi Yanga
www.monoswezi.com.com
(Riverboat TUGCD1090)
10 Tracks, 46:11


Ihr zweites Album entstand auf den schwedischen Kosterinseln, fernab der großen Städte. In völliger Abgeschiedenheit nahm das Quintett ihre Sessions auf – meist in einem Take. Skandinavischer Jazz verbindet sich mit afrikanischen Folksongs, begleitet vom multilingualen Gesang von Hope Masike. Ein abwechslungsreiches und zugleich organisches Album.


ANDREW MAXWELL MORRIS
Well Tread Roads
www.andrewmaxwellmorris.com
(Eigenverlag)
10 Tracks, 33:58


Melodisch und harmonisch, doch leicht selbstmitleidig und pathetisch sind die Songs von Andrew Maxwell Morris. Ein ausgebranntes Auto ziert das Cover seines Albums, doch singt er von Liebe und Zuneigung, die irgendwo da draußen, in der Wüste, auf ihn warten.

MR ŽARKO
Electric Gypsy Disco Noise & Electric Gypsy Disco Noise The Remixes
www.mrzarko.com
(Pyromusic PYR22 & PYR29)
13 Tracks, 57:00 & 11 Tracks, 52:00


Selbstironisch bis zum Abwinken. Mr Žarko und seine serbisch-rumänisch-deutsche Powerband bringen jeden Tanzmuffel aufs Parkett. Wer Spaß hat an kalkulierter Balkanmugge, wird diese Band lieben, solides Handwerk war das Debüt von 2013. Das wurde jetzt um ein Remixalbum ergänzt. Reggaeton trifft Oriental Surf Rock, Electro Swing und Dubstep.


WOLFGANG MÃœLLER
Auf die Welt
www.mueller-musik.de
(Fressmann/Indigo)
9 Tracks, 31:48


Geheimnisvoll schöne und poetische, ruhige Lieder über die Welt, die Melancholie und Einsamkeit ausstrahlen. Klavier und Gitarre, schwarzes Cover, eine verhaltene, gedämpfte, leicht angekratzte Stimme, doch „Traurigkeit ist keine Option“ lautet die letzte Zeile des insgesamt recht kurzen, neuen Albums des Hamburger Songwriters.

YVONNE MWALE
Nikale
www.yvonnemwale.com
(Art of June AOJ11)
14 Tracks, 59:38


Gleich zu Beginn wird klar, dass es sich hier um ein ungewöhnliches Album handelt. Das Sounddesign wurde nämlich hörbar aus Vintage-Instrumenten erschaffen. Dazu singt die Sambierin mit einem souligen Timbre, dass an Erykah Badu oder Lauryn Hill erinnert. Eine Empfehlung für Liebhaber von afrikanischem Souljazz.


KARL NEUKAUF
Papperlapapp
www.karlneukauf.de
(Timezone, TZ 386)
11 Tracks, 55:46


Es soll Musikkritiker geben, die in ihrer Freizeit kaum noch Musik hören, weil sie täglich mit Massen an Mittelmäßigkeit bzw. Unterdurchschnittlichem überhäuft werden. Wie schön ist es da, ab und zu etwas ganz Besonderes zu entdecken. Karl Neukauf ist so einer. Der junge Berliner Rockchansonnier und Multiinstrumentalist produziert eine Songperle nach der anderen.

NEW KINGSTON
Kingston City
www.newkingstonmusic.com
(Easy Star Records ES-1045/Broken Silence)
12 Tracks, 48:22


Für eine gewisse Qualität bürgt bereits das New Yorker Label Easy Star Records, bei dem die drei Brüder aus Brooklyn mit jamaikanischem Hintergrund nach zwei selbst verlegten Alben die vorliegende Nummer drei veröffentlichten. Vom Rootsmodell gesättigter Reggae der Jetztzeit, mit Gastauftritten namhafter Kollegen, darunter Sister Carol und Sugar Minott.


NEWPOLI
Nun Te Vutà
www.newpolimusic.com
(Beartones)
12 Tracks, 51:38


„Schau nicht zurück“, so die Übersetzung des Titelstücks, handelt von Menschen, die ihre Heimat für eine bessere Zukunft verlassen mussten. Schwerpunkt des hervorragenden Albums des Septetts aus Boston sind fünf Eigenkompositionen und Traditionals aus der Basilicata. Herausragend sind die Duette der Sängerinnen Angela Rossi und Carmen Marsico. ??

NOWHERE TRAIN
Tape
www.nowheretrain.com
(Recordbag Recordings/Hoanzl)
Promo-CD, 10 Tracks, 42:34


Die Österreicher nehmen’s locker, verbreiten dadurch gute Laune und wirken zudem noch authentisch in dem, was sie spielen: viel Americana, gewürzt mit Elementen anderer Stile. Mal klingen sie wie eine Jugband, dann erinnern sie an Camper van Beethoven. Im Dezember fährt der Bandzug nicht nach Nirgendwo, sondern nach Deutschland: hingehen!


ODESSA-PROJEKT
Liza
www.odessa-projekt.de
(Eigenverlag)
14 Tracks, 61:25


Auch auf dem dritten Album des Odessa-Projekts wurde eine bunte Mischung aus Balkanmusik zusammengestellt, begonnen bei der Romamusik aus Ungarn über Serbien oder Bulgarien bis hin zu Klezmerbulgars oder sogar jiddischem Theater. Das alles klingt meist wild und ausgelassen, mitunter aber auch melancholisch.

OONAGH
Aeria
www.oonagh.tv
(Electrola CD 06025 4715571/Universal)
13 Tracks, 49:10


Die Künstlerin Oonagh entführt mit ihrem Album Aeria ihre Hörer in eine Welt voller Mystik und Magie. Nicht nur Texte auf Deutsch, Elbisch oder Quechua sorgen für eine keltische Feenatmosphäre, sondern auch chorische Unterstützung, Gitarrenklänge und die unverwechselbare Stimme der Sängerin, die einen Hauch von Musical beinhaltet.


OPEZ
Dead Dance
www.agogo-records.com
(agogo AR 059CD)
11 Tracks, 41:05


„Latin Desert & Funeral Party“ nennt das Duo des Multiinstrumentalisten Massi Amadori (Gitarren, Ukulele, Percssion, Harmonium, Effekte) und Francesco Tappis (Bass) seine Musik. Tatsächlich: Dead Dance ist ein Soundtrack der Wüste im Niemandsland zwischen Mexiko und den USA und nicht der Gegend von Perugia, aus der die Musiker stammen.

THE JAY OTTAWAY BAND
Live In Europe
www.jayottawayband.de
(Cactus Rock Records CCR72)
13 Tracks, 63:17


Die Freude daran, miteinander zu musizieren, ist bei diesem Livealbum vom ersten bis zum letzten Ton hörbar. Soul, Blues und Americana sind hier die Zutaten, das gekonnte Wechselspiel von Saxofon, Piano, akustischer und E-Gitarre auf breitem rhythmischem Fundament trägt Jay Ottaways Gesang – eine fantastische Band präsentiert ein fantastisches Liveerlebnis.


ANTTI PAALANEN
Meluta
www.antipaalanen.com
(Westpark Musik)
10 Tracks, 41:23


Wem die elektronische Percussion und das Stimmengegrummel nicht auf den Geist gehen, der kann in Paalanens intensiver rhythmischer Spielweise des Akkordeons Kreatives und Schönes entdecken. Es sind keine Melodien im herkömmlichen Sinne, sondern melodische Tonfolgen, die mit finnischem Tango und Techno zu einem neuartigen Klangerlebnis verschmelzen.

THE PAPERBOYS
At Peace With One’s Ghosts
www.paperboys.com
(Stompy Songs/Socan/Magnetic Music)
11 Tracks, 48:05


Auch schon fast 25 Jahre haben die Papierboys auf dem Buckel. Spielte die Band um Sänger und Gitarrist Tom Landa zunächst Celtic Pop, haben im Laufe der Zeit, Latin, Tex-Mex, Soul und Country deutliche Spuren hinterlassen. Die Mischung funktioniert bestens, auch wenn die Produktion auf Mainstream poliert ist und dem Gesang etwas Persönlichkeit abgeht.


DAVE PEABODY
Right Now Blues
www.blindlemonrecords.de
(Blind Lemon Records BLR-CD1502/Broken Silence)
14 Tracks, 42:34


Auf eine beeindruckende, fünfzigjährige Musikerlaufbahn blickt Dave Peabody zurück. Immer ist er dem ländlichen Blues im Stil der 1920er- bis 1940er-Jahre treu geblieben, der als Tanzmusik in unzähligen „Juke Joints“ jeweils das Wochenende einläutete. Neben dieser Zeitreise erlebt man hier Fingerpicking und Slidegitarre in authentischer und perfekter Form.

ERIC PFEIL
Die Liebe, der Tod, die Stadt, der Fluss
www.ericpfeil.com
(Trikont, US-0469)
Promo-CD, 15 Tracks, 52:33


Eric Pfeil, von Haus aus Musikkritiker und FAZ-Autor, stellt einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, dass ein scharfzüngiger Rezensent durchaus in der Lage sein kann, den von ihm verrissenen Musikanten zu zeigen, wie man es besser machen kann. Viel besser. Pfeil ist ein Singer/Songwriter der neuen Generation, dessen Namen man sich merken sollte.


CURRO PIÑANA
El Alma Lastimada Y Otros Poemas
www.curropinana.com
(Karonte KAR7740/Galileo MC)
12 Tracks, 48:46


Nicht allzu oft wird der maurisch-jüdische Hintergrund des Flamenco so feinfühlig und geschmackssicher vergegenwärtigt wie von dem Cantaor aus Cartagena. Im Zentrum dieser sinnlich, durchaus irdischen Arbeit steht der sephardische Poet und Philosoph Ibn Gabirol (11. Jh.), dessen mystische Verse der Flamencologe Antonio Parra für diverse Flamencostile adaptierte.

POSPOLITE RUSZENIE
Pospoliteruszenie
www.pospolite.ruszenie.pl
(Eigenverlag)
10 Tracks, 46:55


Debüt einer polnischen Mittelalterrockband, teilweise in die Metalrichtung gehend. Drehleier, Geige, Schalmei und Dudelsack bringen melodisch die interessanten Arrangements zur Geltung: teils sehr kompakt, teils entspannt, mit vielen Rhythmuswechseln. Bearbeitet und stark verändert wurden Stücke polnischer Renaissancekomponisten.


PRAIRIE LIZARDS
Live
www.prairielizards.com
EP
(Cactus Rock Records)
6 Tracks, 19:21


Die Band aus Österreich präsentiert Rockblues und Gospel mit Gerald „Futsch“ Furian, Gitarre, Tanja Pichler, Gesang und Percussion, sowie Gastmusikern. Die Aufnahmen – Coverversionen und Traditionals von Robert Johnson und Jack & Jim Anglin – wurden teils live, teils im Studio eingespielt.

THE PROCLAIMERS
Let’s Hear It For The Dogs
www.proclaimers.co.uk
(Cooking Vinyl/Indigo)
Promo-CD, 13 Tracks, 38:10


Das zehnte Studioalbum der Zwillinge aus Leith birgt wenig Neues – und das ist eine wirklich gute Nachricht. Die gleichen enorm eingängigen Upbeat-Popfolksongs mit deutlichem schottischen Zungenschlag, immer um die drei Minuten lang, oft mit tiefer gehenden Texten, aber dieses Mal genial produziert von Dave Enriga (unter anderem Manic Street Preachers).


PROTOJE
Ancient Future
www.protoje.com
(Baco Records)
Promo-CD, 11 Tracks, 47:01


Oje Ken Ollivierre, genannt Protoje, ist ein Vertreter einer neuen Generation jamaikanischer Reggaesänger, die neben den modernen Dancehall- und Hip-Hop-Stilen auch wieder klassischen Rootsreggae pflegt. Sein drittes Album Ancient Future wechselt kreuz und quer zwischen den Polen – die Musik auf Topniveau, der Sänger regelrecht charismatisch!

RASGUEO
Waterfall
www.rasgueo.de
(Galileo MC)
8 Tracks, 47:50


Das Berliner Quartett Rasgueo beschreitet interessante Pfade zwischen Flamenco und Jazz. Frisch, virtuos und inspiriert interagiert die Band um den griechischen Gitarristen Nikos Tsiachris. Solist Martin Auer an der Trompete setzt gekonnte Highlights, aber auch Drummer Diego Piera und Kontrabassist Martin Lilich sind wesentlich mehr als lediglich Sidemen.


THE REAL MCKENZIES
Rats In The Burlap
www.realmckenzies.com
(Fat Wreck Records)
14 Tracks, 36:29


Heißer, wilder Celtic Folk Rock aus Kanada mit männlichem Gesang, Gitarren, Bass, Schlagzeug und Highland Pipes. Die Musik klingt nach einer Mischung aus Pogues, Rawlins Cross und Lynyrd Skynyrd, aber nicht so eingängig. Leider gibt es keine Texte zum Mitlesen.

KIMMIE RHODES
Cowgirl Boudoir
www.kimmierhodes.com
(Sunbird SBD 020/Broken Silence)
14 Tracks, 50:40


Kimmie Rhodes steht nun schon seit vierzig Jahren auf der Bühne, hat Songs für Willie Nelson oder Emmylou Harris geschrieben, zwischendurch zwei Kinder großgezogen, und trotzdem den Enthusiasmus für ihre Musik nie verloren. Cowgirl Boudoir kann als Beispiel für ein Songschreiberalbum gelten, das reif wirkt, doch viele jugendlichen Facetten hat und keine klare Trennung zwischen Country und Folk ziehen mag.


DR. RING DING SKA-VAGANZA
Bingo Bongo
www.ringding.de
(Pork Pie 06162/Broken Silence)
15 Tracks, 56:31


Kommt der Mann aus Münster bei aller Ska- und Reggaekompetenz als Sänger allmählich eher auf den Hund als vorwärts? Er klingt immer deutscher, dünner oder gepresster, uncooler – nicht nur wenn Dinge passieren wie die hierzulande oft obligatorischen „hällos“, „äverythings“ und „rädys“! Das ist sehr schade, denn die Musik kann einen echt packen!

RUMBACALÍ
El Duende, La Luz Y La Noche
www.galileo-mc.de
(Kasbah Music KM00215/Galileo MC)
13 Tracks, 51:14


Barcelonas quasi erstes „Weltmusikpatent“, die Rumba Catalana, ist nach wie vor beliebt bei tanzlustigem Publikum und jungen Musikern. Diese verkuppelt der stadtbekannte Rumbero Sicus einmal mehr mit der alten Garde, vor allem den wegbereitenden Gitanos. Der Rumba-eigene Humor geht einher mit musikalischer Eleganz. Etwaiger Patina wird per Scratching der Garaus gemacht.


DANNY SCHMIDT
Owls
www.dannyschmidt.com
(Live On Records LOR CD 09)
11 Tracks, 45:59


Bereits 1999 veröffentlichte Danny Schmidt sein Debüt, Owls ist Album Nummer sieben. Mit leicht heiserer Stimme erzählt Schmidt Geschichten von der Erntezeit, von Waffen und Papierflugzeugen als Bildern einer Welt, die sich in Auflösung befindet. Seine Texte sind überaus poetisch, die Musik dazu verhalten, balladesk und recht weich produziert.

MATHIAS SCHÃœLLER
Fremder
www.mathiasschueller.de
(Cactus Rock Records, CRR 67)
Do-CD, 13 Tracks, 58:19 und 9 Tracks, 50:49


Eigentlich wollte der niederrheinische Singer/Songwriter Mathias Schüller nur zehn oder zwölf eigene, deutschsprachige Lieder aufnehmen. Daraus wurde dann ein Doppelalbum mit insgesamt zweiundzwanzig Songs. Inhaltlich geht es fast ausschließlich um die Betrachtung eigener Befindlichkeiten. Musikalisch ansprechend.


ANDY SHAUF
The Bearer Of Bad News
www.andyshauf.com
(Tender Loving Empire TLE 053/Cargo)
11 Tracks, 44:11


Mit einem ungewöhnlichen Klarinettenarrangement beginnt dieses Album voller langsamer Songs, die mit ihren schleppenden Tempi und der abgedämpften akustischen Gitarre an den Neil Young in seiner Harvest-Zeit erinnert. Shauf hingegen ist ein zeitgenössischer, introspektiver Songschreiber, der US-amerikanische Roots mit slawischen Einschlägen verbindet.

SHORT TAILED SNAILS
Dunkle Wolken
www.short-tailed-snails.de
(Eigenverlag)
15 Tracks, 51:39


Die „Kurzschwanzschnecken“, wie die Übersetzung des Gruppennamens heißt, bieten feinen akustischen Mittelalter-Deutschfolk. Viele Standards wie „Schiarazula“, „Tourdion“, „Dunkle Wolk“, „Schnitter Tod“ oder „Fünf Söhne“ sind in geschmackvollen, luftigen Arrangements zu hören. Die Gruppe wurde 2010 in Heidelberg gegründet.


SINSÉMILIA
Un Autre Monde Est Possible
www.sinsemilia.com
(Soulbeats Records SBR070/Broken Silence)
Promo-CD, 10 Tracks, 48:47


Die Reggaeband aus Grenoble ist seit 1990 aktiv. Un Autre Monde Est Possible, ihr siebtes Studioalbum, spielt ihre Stärken voll aus: stilistisch variable Stücke, meist auf solider souveräner Roots-Reggae-Rhythmusgrundlage. Besonders markant, wenn sie mit Chansonformen spielen, aber auch schon mal nervend, wenn es zu brachial rockt.

STEVE SKAITH
Latin Quarter: Bare Bones
www.latinquartermusic.com
(Westpark Music B7298)
11 Tracks, 42:56


Sänger und Latin-Quarter-Mastermind Steve Skaith präsentiert elf der meist eminent politischen Songs seiner Band im akustischen Gewand. Eine Stimme, eine Gitarre, ein Hauch von Keyboards und (wenig) Backing Harmonies mit dem Ziel, die Seele der Lieder durch ein einfaches Arrangement herauszuarbeiten. Mission accomplished – ein hervorragendes Album!


THE SKINTS
FM
www.theskints.co.uk
(Easy Star Records ES-1046/Broken Silence)
15 Tracks, 43:39


Drittes Album der Reggae- und Dub-Band aus East London – absolute Weltklasse, was die Kompetenz und vor allem die Lebendigkeit und Kraft betrifft, mit der durch die verschiedensten Stile gegroovt wird! Ein Unterschied zu so vielen sauber und fehlerlos, aber auch ohne großes Feuer spielenden mitteleuropäischen Reggaeacts, wie von gewollt zu gekonnt.

SOAPKILLS
The Best Of Soapkills
(Crammed Discs/Indigo, CRAM260)
Promo-CD, 14 Tracks, 56:11


Bevor Yasmine Hamdan nach Paris zog und mit ihrer Karriere durchstarten konnte, hatte sie eine der ersten Indiebands des Nahen Ostens. Schon damals glückte ihr mit den Soapkills die geniale Fusion klassischer arabischer Musik mit Elementen der Popmusik. Das Best Of … bringt unverwechselbar die Stimme zur Geltung, die, kaum erhoben, alles leise beben lässt.


LA SOCIÈTE FRATERNELLE DES CORNEMUSES DU CENTRE
La Belle Si Nous Partons
www.lafrat.com
(AEPEM 15-02)
13 Tracks, 51:53


Der Geiger, Dudelsackspieler und Sänger Julien Barbances (La Machine) leitet auch ein französisches Dudelsackorchester, die Sociète Fraternelle des Cornemuses du Centre. Auf dem zweiten Album des Projekts sind 54 Musiker beteiligt, darunter vier Percussionisten, deren rhythmische Finessen oft den eigentlichen Reiz ausmachen. Gespielt wird vor allem überlieferte Musik aus Zentralfrankreich.

SPIRO
Welcome Joy And Welcome Sorrow
www.spiromusic.com
(Real World Records/Pias/Rough Trade)
14 Tracks, 51:44


Das Konzept ist ebenso simpel wie das Resultat komplex ist. Kein Wunder, wenn das Grundprinzip des Quartetts aus Bristol lautet, jedes der akustischen Instrumente (Violine, Gitarre, Cello, Mandoline, Akkordeon) so zu spielen, wie sie gemeinhin nicht gespielt werden. Schwer zu sagen, wie man das Ergebnis nennt, aber Spiro sorgen definitiv für Schlagzeilen.


JOSCHO STEPHAN
Guitar Heroes
www.joscho-stephan.de
(MGL Musikproduktion/ In-Akustik)
16 Tracks, 65:15


In der Sache nichts Neues, darin aber unschlagbar: Hier zeigt die Creme de la Creme ihre besten „Saiten“. Joscho Stephan lässt seine flinken Finger den Spuren seiner „Guitar Heroes“ folgen: von Django Reinhardt bis George Harrison. Zur „Saite“ stehen ihm Tommy Emmanuel, Stochelo Rosenberg und Biréli Lagrène, da kann kein Lauf schiefgehen.

SUFJAN STEVENS
Carrie & Lovell
www.music.sufjan.com
(Asthmatic Kitty Records/Cargo)
10 Tracks, 43:29


Der Detroiter Sufjan Stevens fing in Folkbands am Banjo an und entwickelte sich zum Multiinstrumentalisten, der in vielerlei Zusammenhängen musizierte. Auf seinem neuen Album erklingen Songs, die beinahe schüchtern vorgetragen werden. Intime Geschichten zur akustischen Gitarre, wie in einen halligen Raum gesungen.