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Ausgabe 3/2015


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Kurzrezensionen
DOUG ADAMZ
Doug Adamz Plays National Steel
www.dougadamz.com
(Magi Productions)
17 Tracks, 58:03,


Nicht Douglas Adams, mit „42“ Rekordhalter der kürzesten Antwort auf die am längsten dauernde Berechnung der Sinnfrage des Lebens, ist gemeint, sondern Doug Adamz, der Gitarrist aus Texas, der sich mit diesem Album dem Instrument der Dobro-Brüder widmet. Keine Neuinszenierung, aber solides Handwerk, mit großer Hingabe ausgeführt.

REINI ADELBERT
Leave Your Light On
www.reiniadelbert.co.za
(Eigenverlag)
11 Tracks, 38:38,


Relaxte Grüße aus Capetown. Reini Adelbert, Fingerstyle spielender Anwalt und Singer/Songwriter mit Vorliebe für Afroblues, unterlegt Textzeilen wie „We are all rich and poor, black and white“ mit wunderbar warmen Saitentönen, die seine Stimme auf Seide betten. Sehr gut, um einen verplanten Tag unverplant ausklingen zu lassen.


AMERICAN SONGBIRDS
Sing Me A Song

(Jaro JARO 4322-2)
13 Tracks, 53:23,


Sing Me A Song heißt das Livealbum der vier Musikerinnen, und das tun sie. Vier starke, individuelle Sängerinnen singen, dass einem die Spucke wegbleibt. Souverän und mit großer Selbstverständlichkeit werden die Eigenkompositionen und Coverversionen aus den Ärmeln geschüttelt. Moderner Americana, der sich auch bei Genres wie Pop und Hip-Hop bedient.

ÁRSTIDIR
Hvel
www.arstidir.com
(Beste! Unterhaltung/Broken Silence)
12 Tracks 45:04,


Auf ihrem dritten Album spielen die inzwischen weltbekannten Isländer nun wieder als Quartett mit Gitarren, Geige, Cello, Klavier und mehrstimmigem Gesang. Sie bewegen sich zwischen Folk und Pop. Nach wie vor macht ihr harmonischer Gesang den einmaligen Klang aus. Vier Lieder sind auf Isländisch, der Rest auf Englisch. Alle Texte sind im Booklet abgedruckt.


ARTHUR
Dreams And Images

(Light In The Attic Records/Cargo LITA 118)
13 Tracks, 30:36,


Diese Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1968 ist einigermaßen bizarr. Das von Lee Hazelwood produzierte Album beinhaltet eher vertonte Gedichte als Lieder und Arthurs helle Stimme zur Akustikgitarre, umwoben von einem versponnenen, psychedelischem Folkgespinst aus Streich- und Blasinstrumenten. Wirkt wie eine gelungene Persiflage auf diese Zeit.

LARS ATTERMANN
Shanghaied Into The Lonely Sea
www.larsattermann.com
(Divine Records NM-1401/Broken Silence)
11 Tracks, 44:33,


Der dänische Tausendsassa mit seinem zweiten Album. Tatkräftig unterstützt von Will Sexton, dessen Bruder Charlie Sexton an der Gitarre und Dony Wynn am Schlagzeug, entstanden in der Nähe von Austin elf Americanastücke gepaart mit nordischer Melancholie. Trotzdem fehlt dem Ganzen das Quäntchen Magie. Übrig bleibt ein ordentliches Album ohne Höhen und Tiefen.


ROBBY BALLHAUSE
Well Wasted Time
www.robbyballhause.de
(Timezone Records TZ367)
13 Tracks, 45:10,


Ein Mann und seine Gitarre: Wie gut dieses einfache Rezept wirkt, zeigt Robby Ballhause, der das Wesentliche hier allein bestreitet. Dabei überzeugt er auf seinem siebten Album durch ausdrucksstarke Stimme und variantenreiches Gitarrenspiel – sowie mit seinen Songs übers Unterwegssein, Umweltzerstörung und die Kunst des Müßiggangs.

BALTIC SEA CHILD
Baltic Sea Child
www.spv.de
www.balticseachild.com
Promo-CD
(SPV Recordings)
11 Tracks, 40:00,


Debütalbum der neuen Band rund um Kai Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse) und Lars Jensen (Tears for Beers). Fröhlicher, flotter, Pogues-artiger Irish Folkrock aus Norddeutschland. Spaß soll dieses Album dem Willen ihrer Macher nach machen. Das Ziel haben sie erreicht! Mehr wollen sie nicht. Obwohl einige der Balladen schon etwas ernster klingen.


BASSA
Tango Azul
www.bassa-welt.de
(Flowfish Records/Broken Silence)
11 Tracks, 49:27,


Präzise, gekonnt, überzeugend, virtuos: „Mit jedem Schritte und Tritte“ ihrer neuen Scheibe bringen Bassa Buenos Aires nach Berlin Mitte. Das Quartett deutsch-japanisch-amerikanischer Freundschaft vereint hör- und tanzbar Violine, Klarinette, Gitarre, Bass, Percussion zur Weltsprache Tango, voller Licht und Schatten, Sinnlichkeit und kühlem Temperament.

BLACK PATTI
No Milk, No Sugar
www.black-patti.de
(Rhythm Bomb Records RBR5805/Broken Silence)
12 Tracks, 39:37,


Das Duo Peter Crow C. und Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer haben sich dem Vorkriegsblues verschrieben und bieten Blues, Ragtime und Spirituals. Die Musik des Duos begeistert mit zweistimmigem Gesang, schönen Wechseln zwischen Gitarre, Mandoline und Mundharmonika. „Recorded on analog vintage equipment“ – garantiert authentische Atmosphäre und toller Klang.


BLACKBERRY ’N MR. BOO-HOO
The Many Sides Of Blackberry ’N Mr. Boo-Hoo
www.myspace.com/blackberrynmisterboohoo
(Rhythm Bomb Records RBR5901/Broken Silence)
17 Tracks, 59:48,


Wild, rau, ungeschliffen und oft übersteuert: Die zwei Franzosen machen mit akustischer und E-Gitarre, Stompbox, Mundharmonika und Gesang Blues im weiteren Sinne, oft psychedelisch durchsetzt. Auf der Bühne wird das grandios sein, auf Tonträger ist das ziemlich starker Stoff bzw. eine Prüfung für unfreiwillige Mithörer – und damit wieder richtig gut.

ROBERT SARAZIN BLAKE
Robert Sarazin Blake
www.robertsarazinblake.com
(Songs & Whispers Records SSR 015/Broken Silence)
Promo-CD, 10 Tracks, 49:41,


Der US-Amerikaner Blake macht sich auf seinem elften Album auf die Suche nach seinen irischen Wurzeln, klingt dabei wie Dylan auf seinem zweiten Album, nur weniger rau, weniger schwarz, sehr folkig und wie ein Original aus Greenwich Village in den Sechzigern. Hervor stechen die Duette mit der Songschreiberin Anais Mitchell.


RYAN BOLDT
Broadside Ballads
www.thedeepdarkwoods.com
(Dahl Street Records)
9 Tracks, 33:20,


Ryan Boldt, Sänger und Gitarrist der kanadischen Band Deep Dark Woods, hier mit einem Soloalbum. Sehr sparsam instrumentiert, interpretiert Boldt Traditionals und ein eigenes Stück. Eingespielt mehr zufällig, mit und bei Freunden, hält eine melancholische Grundstimmung die Stücke zusammen, und im Hintergrund zwitschern ziemlich präsent die Vögel.

JIM BOYES
Sensation Of A Wound – The Long, Long Trail Of Robert Riby Boyes
www.nomasters.co.uk
(No Masters NMCD44)
14 Tracks, 44:30,


Nur eines von Millionen traumatischer Soldatenleben im Ersten Weltkrieg, hier vom Großvater des Mitglieds von Coope, Boyes & Simpson, einfühlsam begleitet an Piano und Akkordeon von Belinda O’Hooley. Es sind die persönlichen, teils kleinen Drehungen und Wendungen, die die Geschichte einprägsam machen. Wann endlich lernen wir unsere Lektion?


RODOLPHE BURGER
Le Cantique Des Cantiques & Hommage À Mahmoud Darwich
www.dernierebandemusic.com
(Dernière Bande)
2 Tracks, 59:24,


Rodolphe Burger ist ein 57-jähriger Sänger und Gitarrist, der in Frankreich mit seiner Rockband Kat Onoma und als Solist bekannt wurde. Dieses Album enthält nur zwei Stücke, die auf einen Theaterabend zurückgehen, ein Track ist zwanzig Minuten lang, der andere vierzig. Burger spricht viel, seine Stimme ist großartig – männlich und sexy. Die Musik ist sehr reduziert, etwas Gitarre, etwas Ud, etwas Elektronik. Sehr stylish.

TIMO BRAUWERS
Journey To The Unknown
www.timobrauwers.de
(Acoustic Delite Records)
11 Tracks, 45:38,


Der Steelstringgitarrist aus Viersen veröffentlicht sein erstes Album in eigener Regie. Entspanntes perkussives Fingerpicking, lässiges Tapping und die ohrwurmartigen Kompositionen sorgen für einen hohen Wohlfühlfaktor. Ergänzt durch Bass, Schlagzeug und Vibrafon, tritt man diese Reise ins Unbekannte gerne an.


NICO BRINA
That’s My Way – 30 Years: The Jubilee Sessions
www.nicobrina.ch
(Stormy Monday Records, MO81397)
17 Tracks, 53:02,


Der 45-jährige Schweizer Boogie-Woogie-Pianist und Komponist präsentiert teilweise bereits veröffentlichte und Livetitel der letzten dreißig Jahre. Unterstützt wird er vom Gitarristen Pete Borel, der auch bei The Black Barons spielt, sowie den beiden Schlagzeuglehrern Tobias Schramm und Charlie Weibel.

JON BROOKS
The Smiling & Beautiful Countryside
www.jonbrooks.ca
(Borealis Records BCD231)
10 Tracks, 45:58,


Ein Geschichtenerzähler allererster Güte ist der Kanadier, und dazu braucht er nur Gitarre, Banjitar und seine markante Stimme. Selbst geschriebene zeitgemäße Mörderballaden des ländlichen Kanada, und das mit literarischen Einflüssen. Sein Kommentar: „Mit vier CDs habe ich inspiriert, jetzt geht’s ans Beleidigen!“ Und das ist sehr unterhaltsam.


TOM BROSSEAU
Perfect Abandon
www.tombrosseau.com
Promo-CD
(Tin Angel Records/Indigo)
10 Tracks, 41:23,


Mit leichtem Rockabilly-Swing segelt der Geschichtenerzähler Brosseau durch seine Songs. Sparsam arrangiert, ohne Angst vor der einen oder anderen sirrenden Gitarrensaite, besinnt sich der US-Amerikaner auf die Dreißiger- oder Vierzigerjahre, als Musiker riesige Hüte trugen und ausgesprochen trinkfest waren.

BUENA VISTA SOCIAL CLUB
Lost And Found
www.worldcircuit.co.uk
(World Circuit WCD 090/Indigo)
14 Tracks, 48:26,


Pünktlich zur Abschiedstournee des Buena Vista Social Club gibt es bisher unveröffentlichtes Material mit unterschiedlichen Aufnahmedaten. Das Album besteht aus einer Mischung von akzeptablen Gesangsnummern, etlichen teilweise verzichtbaren Instrumentalsessions sowie Konzertmitschnitten, die hier noch zu den Highlights gehören. Letzte Gelegenheit.


CARNIVAL YOUTH
No Clouds Allowed
www.facebook.com/carnivalyouth
(Popup-Records LC12427/Cargo/Believe)
Promo-CD, 11 Tracks, 40:35,


Popmusik im besten Sinne. Die Indierocker von Carnival Youth machen alles richtig und liefern tanzwütige Ohrwürmer mit euphorisierenden Hymnen im Harmoniegesang, reichlich Glockenspiel und Klavier, gepaart mit glasklaren Beats und rhythmisierenden Gitarren. Ein erprobtes, süchtig machendes Rezept.

COLOGNE WORLD JAZZ ENSEMBLE
Lullabies & Other Stories
www.cologne-world-jazz-ensemble.de
(JAZZYES 18320)
10 Titel, 56:28,


Passend zum Titel beginnt das Album mit einer Spieluhrmelodie, die einen sofort in die Kindheit zurückversetzt. Wiegen- und Volkslieder stehen im Fokus dieses Albums. Das Quartett vereint Folklore und Jazz in klugen Arrangements, bei denen sanfte Melodien auf mitunter wilde Rhythmen treffen. Das Album ist zu spannend, um dabei einzuschlafen.


JAN CORNELIUS
... singt Wilhelmine Siefkes: Sünn un Swaarweer
www.jan-cornelius.de
(Artychoke AP-0715-CD)
17 Tracks, 49:37,


Von Jan Cornelius und seinen Mitmusikern Christa Ehrig und Klaus Hagemann vertonte Mundarttexte mit Tiefgang, aus der Feder der ostfriesischen Schriftstellerin Siefkes, ansprechend mit Gitarre, Cello, Bass, Keyboard, Flöte und Bass eingespielt. Ein inhaltlich wie musikalisch wunderbares, leicht melancholisches Album.

ELISABETH CUTLER
Polishing Stones
www.elisabethcutler.com
(Beste! Unterhaltung bu061/Broken Silence)
11 Tracks, 47:49,


Gediegen unterhaltsame Songwriterkost, in Italien geschrieben und dort sauber arrangiert und gespielt, ohne dass sich eine Spur von italienischer Atmosphäre in der wohligen Unterhaltsamkeit dieser Songs widerspiegeln würde. Balladen sind ihre Stärke, etwas anderes ist hier auch kaum zu hören.


CYMINOLOGY
Phoenix
www.cyminology.de
(ECM/ECM 2397)
10 Tracks, 49:40,


Mit Phoenix veröffentlicht das Quartett um die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie ein sehr starkes sechstes Album, diesmal erweitert um Martin Stegner an der Viola. Durch die komplett persischen Texte, die berührende Stimme sowie das extrem aufmerksame und intensive Zusammenspiel der Band ist hier ein ganz besonderes Stück Musik gelungen. Einzigartig und wunderschön.

MANU DELAGO
Silver Kobalt
www.manudelago.com
(Tru Thoughts/Groove Attack)
10 Titel, 53:36,


Als Virtuose auf dem Schweizer Instrument Hang erlangte Manu Delago 2007 Popularität. Auf Silver Kobalt entlockt er dem Instrument, das an zwei aufeinanderliegende Steeldrums erinnert, perkussive und schwebende Patterns. Mit Effekten und Synthesizern wird dieser warme Klang aufgebrochen. Ein sperriges Album zwischen rockigem Kammerjazz und Elektro.


DAWA
Psithurisma
www.dawa-official.com
(Las Vegas Records LC 24415)
10 Tracks, 41:25,


Gespielt wird mit Gitarren und Cajons, Cello und Akkordeon, das verspricht sogenannte „handgemachte Musik“. Gesungen wird in englischer Sprache, die Truppe kommt aus Wien, und die Musik ist so auswechselbar wie ungefähr zehntausend andere Produktionen im weiten Singer/Songwriter-Kontext mit Americanavorlieben.

DIVERSE
A Taste Of Nordic Notes
www.besteunterhaltung.biz
(Beste! Unterhaltung/CPL Music)
CD 1: 19 Tracks 71:53, CD 2: 16 Tracks 71:33,


Die 35 Musikstücke bewegen sich von Island und Norwegen über Finnland sogar nach Deutschland und durch einige Genres wie Jazz und Folk, sind aber überwiegend popnah. Allerdings sucht man vergebens nach einem Konzept, und so ist dem Hörer die Entscheidung überlassen, entweder alles anzuhören oder eben nichts. Es geht hier wohl mehr um die Selbstdarstellung der drei Labels, die diese CDs produziert haben.


DIVERSE
Dear Jean – Artists Celebrate Jean Ritchie
www.compassrecords.com
(Compass Records 7 4631 2)
Do-CD, 37 Tracks, 138:28,


Grandiose akustische Ehrung zu Lebzeiten der amerikanischen Folkikone. Zahlreiche prominente und meist amerikanische Künstler singen Ritchies eigene Lieder oder Traditionals aus dem Familienrepertoire, und das immer mit kreativem Respekt. Dabei unter anderem Judy Collins, Janis Ian, Alison Brown, Pete Seeger, John McCutcheon, Archie Fisher und Ritchie selbst.

DIVERSE
Hanoi Masters: „War Is A Wound, Peace Is A Scar“
www.glitterbeat.com
(Glitterbeat GBCD 021/Indigo)
11 Tracks, 35:45,


Vierzig Jahre nach Ende des Vietnamkrieges traf Musikproduzent Ian Brennan in Hanoi auf Menschen, für die die Pflege ihrer Musiktradition elementarer Teil ihrer Traumatherapie ist. Entstanden ist ein faszinierendes Tondokument mit zum Teil noch nie gehörten Klängen wie die der K’ni, einem Hybriden aus Spießgeige und Maultrommel (Tracks 4 und 10) Grandios.


DIVERSE
The Eve Folk Recordings
www.cherryred.co.uk
(RPM Records Retro D 957/Cherry Red Records)
Do-CD, 45 Tracks, 116:48,


Das Produzenten- und Managementteam Peter Eden und Geoff Stephens veröffentlichte Mitte der Sechzigerjahre drei LPs: Mick Softley (Singer/Songwriter), Bob Davenport & The Rakes (trad. engl. Folk) sowie Vernon Haddock’s Jubilee Lovelies (Skiffle) plus vier Donovan-Tracks. Alles hier drauf, plus ein sehr informatives 24-seitiges Beiheft.

DIVERSE
The Rough Guide To Latin Rare Groove (Vol. 2)
www.worldmusicnet/latinraregroove2
(World Music Network RGNET 1324/Harmonia Mundi)
15 Tracks, 62:02,


Latin Rare Groove bezieht sich auf einen Trend der Londoner Clubszene in den 1980ern, bei dem sich die DJs darin gegenseitig übertrafen, immer unbekanntere, aber sehr tanzbare Latinscheiben aufzutreiben und so die World Music Disco zu etablieren. Dieser Trend ist derzeit wieder im Kommen, nur gibt es jetzt vermehrt Hip-Hop- und Dub-Einflüsse.


DIVERSE
The Rough Guide To Psychedelic India
www.worldmusic.net
(World Network Music RGNET 1332CD/Harmonia Mundi)
12 Tracks, 67:45,


Zugegeben, für manche Liebhaber der indischen Klassik ist das Zirpen der Tanpura-Grundtonlauten schon halluzinogen genug. Die britische DJane Ritu zeigt mit dieser feinen Kompilation aber, dass es zwischen Bollywood, Bhangra, Baul und Bhattacharya (feat. John McLaughlin) noch jede Menge schräger Sounds zu entdecken gibt. Notfalls auch ohne Drogen.

Diverse
The Rough Guide To Psychedelic Salsa
www.worldmusicnet/psychedelic-salsa
(World Music Network RGNET 1304/Harmonia Mundi)
13 Tracks, 61:32,


Auch im Salsa gab es einst einen Einfluss der psychedelischen Musik mit viel Effekthascherei. Die Songstrukturen wurden dadurch aber nicht komplexer wie im Psychedelic Rock. Viele der heutigen Formationen spielen ursprünglichen Salsa und polieren ihn ironisch mit psychedelischen Effekten auf, um damit eine gewisse Hipness zu erreichen.


DIVERSE
The Rough Guide To Unsung Heroes Of Country Blues
www.worldmusic.net
(World Music Network RGNET1334CD/Harmonia Mundi)
Promo-CD, 24 Tracks, 73:46,


Ein schönes Beispiel dafür, wie gut ein Sampler sein kann: 24 der weniger bekannten Countrybluesmusiker der 1920er- bis 1930er-Jahre in erfreulich gut remasterter Form geben einen Einblick in die Musik des schwarzen, ländlichen Amerika. Klassiker wie „Poor Boy, Long Ways From Home“ oder „Tain’t Nobodys Business If I Do“ gibt es hier im Original.

DRESCHER
Erntezeit
www.diedrescher.com
(Drescher Records)
10 Tracks, 48:04,


Bandname und das von dem österreichischen Quintett anvisierte Genre sind Programm: Dreschmetal heißt die Devise, sprich: Akkordeon trifft heftige Stromgitarre trifft bösen Austro-Heavy-Metal-Sänger und eine knüppelnde Rhythmustruppe. Nicht jedermanns Geschmack, aber sicherlich die beste Antwort auf die an Gemütlichkeit sterbende Austropopszene.


DR. MOJO Musik
A La Carte
www.drmojo.de
(Eigenverlag)
15 Tracks, 56:51,


Dr. Mojo ist ein Musiker aus Remscheid, der im Rahmen seiner Auftritte oft ein Set mit Wunschtiteln spielt. Bei den oft gewünschte Titeln treffen sich dann Cat Stevens, Leonhard Cohen, Eric Idle oder Robert Johnson. Durchaus im neuen, eigenen Gewand, und als besonders schöne Geste kommt ein Teil der Konzerterlöse dem Kinderhospiz Burgholz zugute.

DUO DORADO
New Colors From Argentina
www.dorado.ch.vu
(Acoustic Music Records 319.1528.2)
11 Tracks, 38:33,


Der nach Vertrauen und Virtuosität klingende Wahlschweizer Familienverbund aus Argentinien führt vor, dass die reichhaltige Heimatfolklore – nicht nur der Tango – interessante Jazzallianzen eingehen kann. Das klanglich farbenprächtige Vibrafon des Sohnes paart sich gekonnt mit dem sensiblen väterlichen Spiel der Gitarre, ohne die die argentinische Volksmusik nicht denkbar wäre.


BERNHARD EDER
Nonsleeper
www.bernhardeder.net
(Solaris Empire Solaris 30)
10 Tracks, 48:31,


Nonsleeper heißt passenderweise das fünfte Album des sympathischen Österreichers. Die weiche Stimme des Pop-Poeten klingt nach einer durchzechten Nacht, nach einer Tasse heißem Kaffee im Chill-out-Bereich, nach diesem Dämmerzustand, in dem man gleichzeitig hellwach und völlig übermüdet die Umwelt wie unter Drogeneinfluss wahrnimmt. Entsprechend surreal und unwirklich klingen die Songperlen des Künstlers.

EGGS LAID BY TIGERS
This Red-Eyed Earth
www.eggslaidbytigers.com
(ILK 233/Cargo)
8 Titel, 44:42,


Das Trio aus Kopenhagen bewies bereits vor einem Jahr mit ihrem Debütalbum Under The Mile Off Moon, dass ihnen verträumte Balladen und seichter Soul liegen. Textlich werden die Songs mit Versen des walisischen Schriftstellers Dylan Thomas verziert. Die acht Songs des Albums sind zwar unaufdringlich poppig, leider fesseln sie einen so jedoch nicht.


EM HUISKEN
Güntsied/Jenseits
www.emhuisken.de
(Bluebird Café Berlin Records)
10 Tracks, 49:15,


Eines jener gut gemeinten Alben, denen man einen kompetenten Produzenten gewünscht hätte, um beispielsweise die Whistle bei Track 1 zu verhindern und vor allem für einen vernünftigen Mix zu sorgen. Ein Solowerk, auf dem Stefan Em Huisken alle Instrumente, darunter Gitarre, Bombarde, Bass und Cajon (nicht mal übel) selbst eingespielt und dazu gesungen hat. Leider mit zweifelhaftem Erfolg.

FAIRYTALE
Forest Of Summer
www.fairytale-folkmusic.de
(Magic Mile Music, SPV/Believe digital)
Promo-CD, 12 Tracks, 48:00,


Eine Fülle des Wohlklangs ohne schroffe Kanten bietet das Debütalbum der deutschen Folkband. Mehrstimmiger Frauengesang, interessante rhythmische Akzente, sanfte Celloklänge und schnelle Geigensolos werden zu einer handwerklich gekonnten, sehr poppigen Mischung zusammengerührt. Die Corrs lassen grüßen.


FAST EDDY’S BLUE BAND
Blues & Songs – Best Of 25 Years
www.fasteddysblueband.de
(Stormy Monday Records, MO81401)
16 Tracks, 72:04,


Der Gitarre spielende Blues- und Rocksänger Eddy Wilkinson, ein Stuttgarter mit englischen Wurzeln, tourt seit 25 Jahren als Solist, im Duo oder mit seiner Band durch Europa. Das Best-of-Album versammelt eigene Titel und Coverversionen von Klassikern. Gastmusiker sind unter anderen Paul Lawall (E-Gitarre), Michael Walter (Bass), Peter Schmidt (Schlagzeug) und Hartmut Zelle (Keyboard).

FIDDLER’S GREEN
25 Blarney Roses
www.fiddlers.de
Promo-CD
(Deaf Shepherd Recordings)
17 Tracks, 59:45,


Die fränkischen Irish-Speed-Folk-Rocker bleiben ihrem erfolgreichen Stil auch bei ihrer 18. CD treu: Deftig, rockig, Pogues-artig, hart und schnell. Ob das neue „Take me Back“ oder der Evergreen „Rocky Road To Dublin“ – Fans bekommen, was sie erwarten, Neulinge wissen, was sie künftig erwarten dürfen. Nr. 19 kommt bestimmt.


JOE FILISKO & ERIC NODEN
On The Move
www.rootsduo.com
(Eigenverlag)
12 Tracks, 46:01,


Noden stammt aus Chicago und spielt eine im Ragtime verankerte Variante des Blues,  allerdings im Duo mit dem Harmonikaspieler Joe Filisko, der durch seine facettenreiche Virtuosität das Material aufblühen lässt.

FINE BLEND
Hom(m)age

(Eigenverlag)
15 Tracks, 53:24,


Dem Hobby frönen zu können, sich selbst und geneigten Freunden mit Gitarre und Gesang Zeugnis davon abzulegen, dass man ein musikalischer Freund von Phil Ochs, Wizz Jones oder Lead Belly ist, ist eine nette Sache. Wenn die Freunde dann noch mitspielen, ist der Abend gerettet. Für eine Karriere reicht das nicht, für den Hobbykeller schon.


FOLLIA!
Follia!
www.follia.be
(Wild Boar Music wbm 21.122)
12 Tracks, 48:28,


Die siebenköpfige belgische Folkband hat ihr drittes Album nach sich selbst benannt, so als habe sie jetzt zu sich gefunden. Dabei experimentiert die Band hier so viel wie nie zuvor. Es bleibt aber alles verspielt und poppig. „L’air Du Cool“ verbindet zum Beispiel flämischen Dudelsackfolk mit Rap und (dezenten) Death-Metal-Elementen.

KEN FOUST
Ken Foust
www.sireena.de
(SIS 5104/Broken Silence)
11 Tracks, 34:51,


Wer ein völlig entspannt klingendes Americana-Album hören möchte, das feine, kleine Melodien in Vielzahl zu bieten hat und gut erzählte Geschichten, der sollte Ken Foust eine Chance geben. Der aus North Carolina stammende Sänger und Songschreiber versammelt hier Titel aus den Jahren 1984 bis 2014 – eine ansprechende Zusammenstellung.


BLIND BOY FULLER
The Rough Guide To Blues Legends: Blind Boy Fuller
www.worldmusic.net
(World Music Network RGNET1330CD/Harmonia Mundi)
Promo-CD, 25 Tracks, 70:32,


In ihrer sehr empfehlenswerten Serie Jazz and Blues Legends widmet sich das Label World Music Network hier dem Bluesgitarristen und Sänger Blind Boy Fuller. Bereits im Jahr 1941 verstorben, gilt er für den Piedmont Blues als das, was Robert Johnson für den Delta Blues bedeutete. Zeitlose Bluessongs, für Sänger und Gitarristen auch heute noch eine Fundgrube.

THE FUNNYOUNGUYS
Tries & Triggers
www.thefunnyounguys.com
(Timezone TZ251)
14 Tracks, 51:51,


Die beiden Schwestern aus Nürnberg starten bereits auf ihrem Debütalbum durch. Der lockere Folkpop erobert die Herzen des Hörers im Sturm. Es lohnt sich, auf die aussagestarken Texte der Geschwister zu achten, die sich gut hinter der gespielten Leichtigkeit der Musik verbergen. Ein Vergleich mit Amy Macdonald ist bei den Nürnbergerinnen unvermeidlich. Es gibt schlechtere Referenzen.


BILL GABLE
No Straight Lines
www.billgablemusic.com
(Autograph 502)
11 Tracks, 59:22,


Singer/Songwriter trifft Weltmusik: Der amerikanische Sänger und Gitarrist singt nachdenkliche Lieder. Mal ist er ein klassischer Erzähler à la James Taylor mit luftigen Arrangements, mal reichert er weltoffen seine Lieder mit Flamencogitarre, der bulgarischen Holzflöte Kaval oder der arabischen Udlaute an. Hörenswertes Crossover mit hervorragenden Musikern für besinnliche Stunden.

GITARRE & CELLO
Zwei
www.gitarre-cello.de
(Moon Sound Records 1315-1514-75)
13 Tracks, 46:37,


Elegisch-samtiger Celloklang trifft filigran-silbrige Gitarrentöne: Das Duo Gitarre & Cello entführt auf ihrem Album Zwei in den Schönklang. In den vorwiegend eigenen Kompositionen trifft das gestrichene Cello von Ania Strass direkt ins Herz. Umgarnt werden ihre atmosphärischen Melodien von Matthias Strass auf der Steelstringgitarre. Ausflüge gibt es zum Irish Folk und zum Jazz. Musik zum Träumen.


KATIA GUERREIRO
Live At The Olympia
www.uau.pt
(Katia Guerreiro Produções UAU002)
CD: 15 Tracks, 70:41; DVD: 20 Tracks, 110:27,


Der Auftritt im Pariser Olympia war für die Fadosängerin die „magischste Nacht des Lebens“. Ganz Diva singt sie sich durch ihr Repertoire, angereichert mit einer Nummer von Charles Aznavour. Eine hochemotionale Stimme, zwei portugiesische Gitarren, eine klassische Gitarre und ein Bass – mehr brauchte es nicht, um das Olympia in Verzückung zu bringen.

JEAN GUIDONI
Paris-Milan
www.jeanguidoni.com
(Tacet)
12 Tracks, 38:13,


Jean Guidoni ist ein 62-jähriger französischer Chansonnier, der früher oft seine Homosexualität thematisierte. Sein neuestes Album enthält ausschließlich Texte des 2011 gestorbenen Allain Leprest. Die Musik schrieb jeweils Romain Didier, ein dritter Chansonnier. Natürlich kam ein großes Chansonalbum heraus, mit viel Bedeutung in der Stimme, opulent orchestriert.


GULDMUS Hvid
Nat
www.gofolk.dk
(Go’ Danish Folk Music)
10 Tracks, 35:04,


Recht puristische dänische Folkmusik, deren Texte man leider nicht versteht, da auch das Booklet nur auf Dänisch vorliegt. Es dominieren das wuchtige Cello des Schweden Thommy Andersson und der prägnante Gesang von Mia Guldhammer, dezent begleitet von Gitarrenzupfen. Ruhige Lieder auf einem Debütalbum mit Vinyllänge.

KIERAN HALPIN
It’s Always 3.15
www.kieranhalpin.com
(SOS Records SOS023)
10 Tracks, 40:10,


Vier Jahrzehnte solide Singer/Songwriter-Kunst zu Themen von aktueller Relevanz, mal zwischenmenschlich, mal philosophisch, mal politisch, immer eingängig, gespeist aus der Weisheit des Viel- und Weitgereisten – dafür steht Kieran Halpin. Dem bleibt der irische Wahlschotte auch auf seinem zweiten reinen Soloalbum in zehn neuen, auf das Wesentliche reduzierten Miniaturen treu.


BELLA HARDY
With The Dawn
www.bellahardy.com
(Noe Records NOE08)
11 Tracks, 36:39,


Die Engländerin, die sich in Edinburgh pudelwohl fühlt, eilt von Erfolg zu Erfolg: BBC Folk Awards Singer of the Year 2014 und jetzt mit dem siebten Album der Einstieg auf Platz 29 in den Indiecharts – es läuft! Das neue Werk ist ein sehr persönliches, zeitgenössisches Album, wenig Fiddle, ziemlich experimentell, gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig faszinierend.

THE HEADLOCKS
Most Golden Goose
www.theheadlocks.com
(Eigenverlag)
17 Tracks, 42:00,


Je eine Schippe Rock, Folk, Indie und Country, ein himmelwärts strebender, hymnischer Gesang, im Fahrwasser der Achtzigerjahre Empathen Green on Red und Midnight Oil und jede Menge guter Songs ergeben ein spannendes und explosives Gemisch. Das Quintett aus New York schenkt uns in klassischer Besetzung ein zupackendes zweites Album ohne Ausfälle.


ZAM HELGA
Monster
www.zamhelga.de
(Gim Records)
Promo-CD, 11 Tracks, 68:34,


Der Namensgeber der Helga Pictures versucht mit Monster ein Comeback als Singer/Songwriter. Die rauen, deutschen Songs werden mit Gitarre, etwas Schlagwerk und eben der prägnanten Stimme des Sängers instrumentiert. Monster erinnert an die Stimmung der Subway-to-Sally-Soloprojekte. Musik fürs Lagerfeuer, für geleerte Bierdosen und für Menschen von der Straße.

ANDREW D. HUBER
Mercury Gets A Moon
www.andrewdhuber.com
(Northlight Records/BMI NLR011)
15 Tracks, 51:18,


Der amerikanische Folkrock-Songwriter (auch Frontmann bei The Gecko Club) präsentiert auf seinem eigenen Label Folkrock mit keltischen Wurzeln. Er selbst spielt verschiedene Akustikgitarren, Mandoline, Banjo, etc. Als Gastmusiker sind dabei: Anthony Jay Houston (Schlagzeug und Percussion), Jo Marie Sison (Geige), Mary Bell (Flöte) sowie Aidan Huber, Margaret Huber und andere.


SOPHIE HUNGER
Supermoon
www.carolineinternational.com
(Caroline International)
Promo-CD, 12 Tracks, 43:09,


Folk, Lied & Weltmusik? Mitnichten. Sophie Hunger macht Popmusik. Ihre Lieder heißen „Supermoon“ oder „Superman Woman“. Und, die Welt ist ein Supermarkt. Die Schweizerin bedient sich aller Genres – ob Artrock, Noise oder Chanson (zusammen mit Éric Cantona). Egal, Supermoon fährt in Bauch, Bein und Brain. Sophie Hunger und Sprachbarrieren – Fehlanzeige.

INDIALUCIA
Acatao
www.indialucia.com
(CM Records/Galileo MC)
12 Tracks, 55:52 ,


Das außergewöhnlich aufwendig und liebevoll konzipierte Projekt des polnischen Flamencogitarristen Miguel Czachowski verbindet spanische und indische Musik auf höchstem musikalischen Niveau. Ein Crossoveralbum allererster Güte mit einem Riesenaufgebot an Sängern und Instrumentalisten zweier Kontinente. Shakti lässt grüßen.


LYNN JACKSON & CHRIS BOYNE
The Acoustic Sessions
www.lynnjackson.net
(Busted Flat Records/Busted 076)
13 Tracks, 48:38,


Die Kanadierin Lynn Jackson hat 13 Titel aus ihrem Repertoire neu eingespielt, begleitet von einem zweiten Gitarristen und gelegentlich von einem Cello oder Kontrabass akzentuiert. Diese Aufnahmen stellen ihre raue, zerbrechliche Stimme stärker in den Vordergrund und geben ihr den Raum die Qualitäten ihrer Songs ganz auszuloten.

KLEZMANIAXX
Krapum!
www.klezmaniaxx.de
(Krekhts 003)
15 tracks, 38:57,


Seit Jahren spielt das 1998 gegründete Quintett monatlich in Nürnberg mit flotten Interpretationen traditioneller Melodien zum Mittanzen auf. Natürlich ohne Verstärkeranlage, so das Markenzeichen von Rudolf Harder (Tanzanleitung), Martin Barfuß (tb), Petro Grimm (tp), Karen Harder (cl) und Andreas Vogt (dr).


KLEZMERS TECHTER
Mayim
www.klezmerstechter.de
(Flexaton)
13 tracks, 65:40,


Die 2013 bis 2014 eingespielten Lieder des 1994 gegründeten Trios mit Nina Hacker (b), Gabriela Kaufmann (cl) und Almut Schwab (acc, fl) erschienen unter dem Titel „Wasser“ auf deren nunmehr sechsten Album: Mit fröhlichen Weisen zum Mittanzen auffordernd und eher traurigeren zum Nachdenken anregend.

THE LATE CALL
Golden
www.thelatecall.com
Promo-CD
(Tapete Records 306/Indigo)
12 Tracks, 42:26,


Die Stärke dieses Albums: Johannes Mayers Stimme, die vor einer Kulisse aus leichtfüßigen Americanagitarren, Hammondorgel und viel Siebziger-Nashville-Gefühl ihre Vorzüge ausspielen kann. Mayers Stimmumfang und Farbe, aber besonders seine interpretatorische Ausgestaltung rücken ihn in die Nähe ganz großer Singer/Songwriter der Vergangenheit und Jetztzeit.


MARCEESE
Have Love, Will Travel
www.marceese.de
(Timezone TZ33777)
11 Tracks, 51:32,


Marceese spielt Songs der Hardrocker Kiss im Folkgewand. Das ist auf dem ersten Album originell. Das nun erschienene zweite Album gleicher Bauart spricht nur noch Liebhaber an. Die Songs werden mit akustischer Gitarre, mit Ukulele und selten auch mal mit einem elektronischen Gitarrensolo untermalt. Das reicht für launige Pausenunterhaltung von Fans der Band.

JOHN McDONOUGH
Dreams And Imagination
www.johnmcdonoughlive.com
(Eigenverlag)
11 Tracks, 42:52,


Schon zwanzig Jahre als Musiker unterwegs, legt uns der in Austin,Texas, lebende Sänger und Gitarrist ein, wie es sich für diese Gegend gehört, americanalastiges, Singer/Songwriter-Album mit leichten Popanleihen vor. Stimmig und solide eingespielt und produziert, letztlich aber nicht originär genug, um wirklich zu begeistern


NEW PARTNER
New Partner
www.stargazerrecords.de
(Stargazer Records SG035/Broken Silence)
10 Tracks, 38:24,


Südschweden klingt fast wie Südstaaten – jedenfalls scheint Björn Wahlström als Kind in einen Plattenschrank voller Country- und Folkmusik gefallen zu sein. Allerdings präsentieren er und seine Band Americana in Zeitlupe, mit Wahlströms extremer und beeindruckend ausdrucksstarker Stimme über allem. Musik zwischen Pathos und Verletzlichkeit.

NORRØN
Øjeblikket

(GO’ Danish Folk Music GO1714)
9 Tracks, 50:02,


Die bekannten dänischen Musikerinnen (Klarinette, Flöte, Violin) sind Absolventen der dänischen Musikakademie und legen hier ihr Debütalbum als Trio vor. Wegen der Freiheit bei der Improvisation zählt bei ihnen der Augenblick. Durch den Verzicht auf ein Rhythmusinstrument entsteht auf der Basis der schönen Melodielinien ein sehr harmonischer filigraner Klang.


ODi
Maslow’s Songbook
www.odimusic.co.uk
(2 Hoots Records/Songs & Whispers 2HRCD002/Broken Silence)
12 Tracks, 46:19,


Die irische Songwriterin Claire Odlum besitzt eine ähnliche Druckkraft und Stimmqualität wie ihre Landsmännin Wallis Bird. Die Songs gehen nach vorne, bestechen durch ihre unprätentiöse, einfache Struktur und überraschen beizeiten durch fast zarte Momente schönster Folkseligkeit. ODi tourt derzeit durch Norddeutschland. Anspieltipp: „Real To Me“.

SEÁN Ó hÉANAIGH
The Tides That Bind – Fánaíocht
www.cic.ie
(ÉinniúCD002/Cló Iar-Chonnacht)
12 Tracks, 50:45,


Der Mann aus Connemara mit der spröden, aber attraktiven Stimme ging im schottischen Ardgour ins Studio und nahm mit einer erlesenen Gruppe von Highlands-&-Islands-Musikern dieses Album auf. Songs im irischen und schottischen Gälisch, englischsprachiger Trad und Eigenes. Sehr erfreuliche Klänge für Freunde irischer und schottischer Musik.


THE PLAYFORDS
The Hunt Is Up – Shakespeares Songbook
www.the-playfords.de
(Raumklang, RK 3404)
14 Tracks, 52:07,


Der amerikanische Musikwissenschaftler Duffin hat aus Shakespeares Werken einen Überblick populärer Musik des 16./17.Jahrhunderts erstellt. Daraus bedient sich das bekannte Alte-Musik-Ensemble The Playfords. Gassenhauer, Lautenstücke und Hofmusik werden mit Gambe, Renaissancelaute, Blockflöten, Barockgitarre und Violone begleitet.

DAN POSSUMATO & FRIENDS
Tunes Inside
www.danpossumato.com
(Old Box Records OBR003)
14 Tracks, 51:10,


25 Tunes und zwei Songs, alles zutiefst irisch gefärbt und eingespielt im Stil einer Pubsession von dem amerikanischen Melodeon- und Knopfakkordeonspieler Possumato und sechzehn teils hochkarätigen Freunden auf einer Masse von akustischen Instrumenten – doch, das macht hörbar eine Menge Spaß!


JOE PUG
Windfall
www.joepugmusic.com
(Loose Music Records VJCD 221/Rough Trade)
Promo-CD, 10 Tracks, 35:54,


Joe Pug hat eine harte Zeit hinter sich, endloses Touren und dann den Burn-out davon. Er befand sich in entsprechend schlechter Verfassung, als er begann, die Songs für Windfall zu schreiben. Doch nicht Wut und Verzweiflung, sondern eine tiefe Melancholie prägt die Atmosphäre dieses Albums, das von der Hoffnung auf bessere Zeiten getragen und dabei Musik wie für einen Spätwestern ist.

RADA SYNERGICA
Beat!
www.rada-synergica.de
(Eigenverlag)
12 Tracks, 46:09,


Drei Frauen, drei Stimmen und sieben Instrumente – dazu pure Leidenschaft, mitreißende Rhythmen und ein Herz für Zigeuner- und Klezmermusik. Das sind Claudia Herold(g), llyke Jilani (acc) und Stefanie Koch (cl), auf ihrem ersten Album unterstützt von Steffen Petzold (b)und Jan van de Kest (dr).


JOSH ROUSE
The Embers Of Time
www.joshrouse.com
(Bedroom Classics/Yep Roc Records YEP-2416/Cargo)
10 Tracks, 33:47,


Midlife Crisis, Vergangenheitsbewältigung, Leben im fremden Land, Vater werden, und der Beginn einer Gestalttherapie sind nur einige der Umstände, die die Entstehung dieser Produktion begleitet haben. Umso erfreulicher, dass dabei ein unterhaltsames Singer/Songwriter-Album mit flockigem Countrytouch entstanden ist. Dazu eine tolle Stimme und hintergründige Text.

RUDI TUESDAY BAND
Tales From Somewhere Down The Road
www.rudituesdayband.de
(DMG Records Germany 54.218151.2/Broken Silence)
13 Tracks, 54:55,


Der Songschreiber Rüdiger Mund hat eine Band um sich geschart, die ihm einen feinen Klangteppich knüpft, mit Mustern aus Banjo, Gitarren und dezenten Drums. Musikalisch bewegt sich das Ganze zwischen Country und Folk. Mund zeigt Talent für schöne Melodien. Dagegen fallen seine aus Klischees zusammengestanzten englischen Texte doch deutlich ab.


DANNY SANTOS Y LOS BLUEGRASS VATOS
Hogtied
www.dannysantosmusic.com
(Brambus Records 201583-2)
14 Tracks, 43:08,


Ein Songwriter, aus dem Tex-Mex-Genre stammend, tut sich mit einer Bluegrassband zusammen, und es klingt – überzeugend. Hier geht es jedoch nicht um Hochgeschwindigkeit und Twang, sondern eine gelassenere Variante, so was wie „Songschreiber-Bluegrass“. Dazu gesellt sich eine Portion Western Swing, und alles wird auf virtuose Weise dargeboten.

MARKUS SCHLESINGER
Don’t Be Afraid
www.fingerpicking.at
(Vienna 2day CSM Y1436-B18)
10 Tracks, 37:40,


Geerdete Fingerpickinggitarre bietet der Akustikgitarrist und gelegentliche Sänger Markus Schlesinger aus Wien. Auf seinem zweiten Album spielt er mit den Fingern klare Melodien und mit dem Daumen kraftvolle Basslinien. Eingefangen ist dies mit warmem Sound. Seine Musik strahlt eine wohltuende Einfachheit aus. Man fühlt sich an die Gitarrenmusik der Siebzigerjahre erinnert – im positiven Sinne!


SEHRANG
Dar Lahze
www.sehrang.com
(Lotus Records LR 14039)
11 Tracks, 68:24,


Sehrang sind: die Sängerin Golnar Shahyar, der Gitarrist Mahan Mirarab und der Percussionist Shayan Fathi. Alle sind zwischen 1983 und 1985 in Teheran geboren und haben in Wien Musik studiert. Ihr Debütalbum ist denn auch eine ausgesprochen gelungene Melange aus persischer Tradition, Jazz und einem herzhaften Griff in den Topf globaler Klangformen.

ARMIN SENGBUSCH UND DIE GEHEIMEN SINFONIKER
Ich kann fühlen, dass du einsam bist
www.schriftstehler.de
(Timezone, Timezone Distribution, TZ328)
11 Tracks, 43:46,


Sengbusch beklagt die Beziehungslosigkeit in einem Mietshaus („Anonym“) und fordert Gott auf, ihn anzurufen, da beide einsam seien „Hallo Gott“. Zwar bedauert er, dass niemand ihm sagt, wo’s langgeht, doch für andere bietet er sackweise Lebenshilfe an: „Du musst lernen, dich den Problemen zu stellen … du bist geboren, um zu leben“. Kenn ich doch irgendwoher?


SERENATA GUAYANESA
¡Canta Con Venezuela!
www.serenata-guayanesa.com
(Smithsonian Folkways SFW CD 40566/Galileo MC)
16 Tracks, 63:54,


Das 1972 formierte Ensemble gilt als die Eminenz Venezuelas. Es trägt die wunderbare, bei uns leider verloren gegangene Tradition der Serenade schon im Namen. Die kunstvoll mehrstimmig vorgetragenen, von Saiten- und Percussioninstrumenten begleiteten romantischen und patriotischen Eigenkompositionen und Traditionals spiegeln die Stilvielfalt des Landes.

LUDWIG SEUSS BAND
Downhill Sessions Part II
www.ludwig-seuss.de
(Downhill Records, DH081, Galileo MC)
13 Tracks, 62:20,


Seine Hauptgruppe ist die Spider Murphy Gang. Aber der deutsche Pianist, Organist und Akkordeonist Ludwig Seuss ist auch mit anderen Formationen und als Solist unterwegs. New Orleans, R ’n’ B und vor allem Cajun und Zydeco sind seine Spezialität. Eine riesige Mannschaft an Gastmusikern ist auf diesem Album dabei, unter anderem die deutsche Blueslegende Abi Wallenstein und der 2012 verstorbene Gitarrist und Sänger Louisiana Red.


PHIL MacLENNAN SMILLIE
Sound Of Taransay
www.philsmilliemusic.com
(Eigenverlag HRCD106)
10 Tracks, 32:39,


Von fetzig bis evokativ reicht das Stimmungsspektrum des Soloalbums des Tannahill-Weavers-Flötisten. Sehr viel Eigenes, einiges Fremde und auch ein wenig Traditionelles. Beeindruckend die Liste der Gäste wie Aaron Jones, Dougie MacLean, Fred Morrison oder Patsy Seddon, beeindruckend wie das gesamte, leider ein wenig kurz geratene Album überhaupt.

SULP
Swiss Market Place
www.zytglogge.ch
(Zytglogge zyt 4965)
14 Tracks, 44:43,


SULP, auf gut Schweizerisch „Swiss Urban Ländler Passion“, spielen Mozarts „Rondo Alla Turca“ und tönen wie die Ländlerlegende Jost Ribary. Matthias Gubler (Saxofon), Simon Dettwiler (Schwyzerörgeli) und Hannes Fankhauser (Kontrabass, Tuba, Alphorn) können aber auch anders: schön schräg sein mit jazzigen Untertönen nämlich. Dann sind sie am besten.


TORPUS & THE ART DIRECTORS
The Dawn Chorus
www.ghvc.de
www.torpus.de
(Grand Hotel van Cleef)
Promo-CD, 13 Tracks, 49:34,


Die vierköpfige Band aus Nordfriesland und Hamburg bietet hauptsächlich eine eher sanfte Rock- oder Folkrockmusik, die man beim Hören in England ansiedeln würde: Gesang in englischem Slang, Schlagzeug, Gitarren, etwas Elektronik.

TRIO ROSENROT
Lenz
www.triorosenrot.de
(Westpark Music 87286)
11 Tracks, 54:22,


Trio Rosenrot befreit das Volkslied aus dem trostlosen Musikantenstadl-Dasein. Bei Liedern wie „Es waren zwei Königskinder“ und „Der Mond ist aufgegangen“ entfaltet der Liederbaum seine tiefen Wurzeln in lichter Krone. Vor allem die Texte gewinnen in den schlanken Cool-Jazz-Bearbeitungen durch Jennifer Kothes klare Sopranstimme wieder an Bedeutung.


MAHSA VAHDAT
Traces On An Old Vineyard
www.kkv.no
www.mahsavahdat.com
(Kirkelig Kulturverksted)
12 Tracks, 56:56,


Die iranische Sängerin interpretiert wieder Gedichte von Hafez, Rumi und Khayam in melancholischen Weisen, begleitet von Musikern aus dem Iran und Norwegen. Englische Übersetzungen der Texte und zu einem Lied eine Erklärung sind im schönen Beiheft abgedruckt. Hohe tief- und wohl auch doppelsinnig deutbare Poesie, gewidmet der Stadt Schiraz, in der Hafez’ Grabmal steht.

ROCKY VOTOLATO
Hospital Handshakes
www.rockyvotolato.com
(Glitterhouse GRCD833/Indigo)
11 Tracks, 38:20,


Dies ist das mittlerweile achte Album von Rocky Votolato und das erste nach einer veritablen anderthalbjährigen Schaffenskrise. Dementsprechend handeln die Stücke auch von überwundener Depression, spiritueller Suche und dem Finden des Sinn des Lebens. Der sonst dunkle Indie-Folkpunk bekommt ein paar Sonnenstrahlen spendiert, und die Band rockt.


MARCO R. WAGNER
My Old Spain
www.marcorwagner.com
(Marco Rodriguez Music SRD-433/ Several Records)
12 Tracks, 48:21,


Entspannte Singer/Songwriter-Musik von dem in Brasilien geborenen und in Spanien und den USA aufgewachsenen Gitarristen und Sänger. Unaufdringliche Arrangements, wunderbar perlende Akustikgitarren, eine sonore Stimme und eine transparente Produktion machen dieses Album zu einem perfekten Begleiter für die kommenden langen Sommerabende.

RYLEY WALKER
Primrose Green

(Dead Oceans/Cargo DOC 101)
10 Tracks, 44:08,


„Lost my mind in the seventies“ könnte man denken, wenn Ryley Walker „Lost my mind with a headful of primrose green“ singt. Doch der Gitarrist aus Chicago übersteht die Flowerpower-Zeitreise dank einer Frischzellenkur, die sein sphärisch-träumerisches Album erstaunlich experimentierfreudig und zeitlos macht.


ANDREA WELLARD
A Distant Welcome
www.andreawellard.com
(Zeitart Records LLCD0018)
12 Tracks, 53:00,


Das zweite Album der Kanadierin enthält zwölf Balladen aus dem weiten Feld zwischen Folk und Pop, dem das Label „Americana“ nur unzureichend gerecht wird. Die meisten Songs sind tanzflächentaugliches Hitformat mit Ohrwurmcharakter. Es wird wohl vom Werbebudget abhängen, ob diese Künstlerin die Top 20 erreicht, das Songmaterial ist wie geschaffen dafür.

HANK WOJI
The Working Life
www.hankwoji.com
(KZ-Records KZR006)
13 Tracks, 50:12,


Woij ist Protestsänger, der sich mit Klampfe und umgehängter Mundharmonika an Straßenecken aufbaut und seine Songs spielt, manche davon covert er auch. Bruce Springsteen taucht da auf, Joe Hill, Tracy Chapman. Woji hält die Flagge des Protestsängers hoch, trägt sie weiter und überzeugt mit seiner Leidenschaft für die richtige Sache.


WÜNNESPIL UND FREUNDE
Olden Times
www.wuennespil.de
(Eigenverlag)
13 Tracks, 64:02,


Musik des Mittelalters und der Renaissance, angereichert mit nordischen (isländischen), keltischen (irischen und schottischen) Elementen, auf Harfe, Uilleann Pipes, Cister, Tamburin, Rauschpfeife, Krummhorn, Rahmentrommel usw., kompetent instrumentiert und gesungen. Kein Pseudomittelalter-Krawall, sondern fein arrangierte Musik zum Hinhören.

AKALÉ WUBÉ
Sost
www.akalewube.com
(Clapson CS1497)
11 Titel, 50:03,


Der Eröffnungstitel „Anbessa“ mit Manu Dibango macht gleich zu Beginn deutlich, wo das Pariser Quintett stilistisch einzuordnen ist: Funkiger Ethio Jazz à la Mulatu Astatke. Produktionstechnisch fängt das Album den Sound der Sechziger und Siebziger sehr gut ein. Das Album, das teils aus Eigenkompositionen, teils aus Neuvertonungen besteht, macht Lust auf mehr.


NORMAN YOUNG
Im Blauen bleiben
www.normanyoung.de
(Timezone, Timezone Distribution, TZ321)
11 Tracks, 40:26,


„Zeit der feinen Töne“ ist ein Song des Berliner Singer/Songwriters überschrieben. Stimmt, es sind tatsächlich besondere Klänge, die Norman Young, ausschließlich mit Stimme und Gitarre, auf seinem Erstling Im Blauen bleiben präsentiert. Aber auch die Texte lassen aufhorchen. Young schreibt Texte im Wortsinn, man könnte sie auch Gedichte nennen.