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Rezensionen der
Ausgabe 2/2014


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PLATTENPROJEKT

Es gibt im Musikbereich immer wieder Veröffentlichungen, die den Rahmen herkömmlicher Produktionen inhaltlich wie vom Umfang her sprengen und deshalb einer ausführlicheren Betrachtung bedürfen, als dies in Form einer üblichen Rezension geleistet werden kann. Die Folker-„Plattenprojekte“ widmen sich in loser Folge solchen außergewöhnlichen Serien, Boxen, Sammlungen, Sondereditionen bis hin zu vergleichbaren Unternehmungen wie etwa Internetprojekten, die auf physische Tonträger inzwischen zunehmend verzichten.


In diesem Heft schreibt Wolfgang Knig über


Highlife On The Move
Selected Nigerian & Ghanaian Recordings From London & Lagos,
1954-1966

Obwohl Highlife als erste Form von Afropop in den Fnfziger- und Sechzigerjahren grenzberschreitende Popularitt erlangte vor allem in Ghana und Nigeria, aber zum Beispiel auch in Liberia und Sierra Leone , ist heute ber diese Musik bei uns viel zu wenig bekannt, steht sie immer noch im Schatten der Konkurrenz aus Lndern wie Senegal, Mali und Sdafrika, aber auch des Afrobeat. Soundway Records aus dem englischen Brighton hat sich schon vor Jahren um die Wiederverffentlichung von Perlen der ghanaischen

DIVERSE
Highlife On The Move Selected Nigerian & Ghanaian Recordings From London & Lagos, 1954-1966 (Soundway Records, 2015)


Cover Highlife On The Move


Highlifegeschichte verdient gemacht. Jetzt hat das Label von DJ Miles Cleret in Zusammenarbeit mit dem Musikethnologen Markus Coester von der Universitt Bayreuth erneut eine interessante Kompilation als Doppel-CD und Dreifach-LP (mit Downloadcode) auf den Markt gebracht. Highlife On The Move sprt den Wanderungen von Knstlern und den daraus resultierenden Entwicklungsschben dieser Musik nach.
Fixpunkte dieser Wanderungsbewegungen waren Accra, Lagos und London. Ghanaische und nigerianische Musiker spielten nicht nur im jeweils anderen fast benachbarten Land, sondern trafen auch in London aufeinander. Zu den Pionieren dieser Migration, die das umfangreiche Begleitheft der Kompilation vorstellt, gehrte Rans Boi aus Accra. Er hatte in der britischen Armee gegen die Nazis gekmpft, war in die Hnde der Deutschen geraten und hatte seine Mitgefangenen im Lager musikalisch aufgemuntert. Als gefeierter Held kehrte er in die britische Kolonie Goldkste, das heutige Ghana zurck und erffnete in Accra den Club Rans Red Spot, der zu den Geburtsorten des Highlife werden sollte.
Ende der Vierzigerjahre ging Rans Boi mit vielen Musikerkollegen nach England Dort waren sie intensiven Einflssen aus der Karibik ausgesetzt, schlielich war die britische Hauptstadt auch Wahlheimat tausender Immigranten aus Jamaika, Trinidad und Tobago oder Barbados. Auf diese Weise erhielt der Highlife eine starke Calypsokomponente. Kubanische Musik war ohnehin schon seit den Dreiigerjahren in ganz Westafrika vor allem ber das Radio populr geworden, und so findet sich auf der zweiten CD unter anderem der Niger Mambo von Bobby Benson aus Nigeria. Eine weitere Inspiration kam von sdafrikanischen Kollegen, die vor der Apartheid nach London geflohen waren. Auch die englische Jazzszene hinterlie ihre Spuren. Eines der vielen historischen Fotos im Booklet zeigt den ghanaischen Trompeter und Highlifepionier E. T. Mensah mit dem damals noch blutjungen Posaunisten Chris Barber, der sich eben nicht nur fr Jazz und Blues, sondern auch fr afrikanische Musik interessierte.

... mehr im Heft.