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 KAI ENGELKE: Musik liegt in der Gruft : Kriminalgeschichten.
KAI ENGELKE
Musik liegt in der Gruft : Kriminalgeschichten.
leda-verlag.de
(Leer : Leda-Verl., 2016. – 232 S.)
ISBN 978-3-86412-090-9 , 9,99 EUR


Die Mörder sind immer und überall … Und wenn der Musiker, Journalist, Autor und Folker-Mitarbeiter Kai Engelke in seinem Surwolder Wintergarten den Füller eintaucht, dann ist die Tinte aus Blut – und Musik liegt in der Gruft. Da geschieht auf einem Festival ein Doppelmord in des Wortes besonderer Bedeutung, ein wodkaseliger Sänger genießt einen ganz speziellen Aufstieg, und der Frontmann einer rechten Rockcombo erlebt einen bemerkenswerten Abflug. In der Kürze liegt die Würze, weiß der Volksmund, und Engelke beherrscht die Kunst der kurzen Form perfekt. Ihn interessiert an Kriminalgeschichten nicht die Frage, wer’s getan hat oder wie der Täter geschnappt wird, sondern der Weg hin zur Tat und die Psyche des Täters. Engelkes Krimis sind Täterkrimis in einer zupackenden, flotten Sprache, und seine Geschichten enden meist gleich nach der Tat. Es sind satirische, skurrile und durchaus auch bösartige Geschichten, in denen aus scheinbar banalen alltäglichen Situationen das Grauen entsteht, und nicht selten wird der Leser auf die Seite des Täters gezogen und kann sich eines schadenfrohen Grinsens nicht erwehren. Zweiundvierzig Kurzgeschichten enthält seine rabenschwarze Anthologie, davon dreizehn sogenannte Rätselkrimis mit den beiden Antipoden, dem leicht begriffsstutzigen Kriminalhauptkommissar Johann de Vries vom ZKD Leer/Emden und dem gewieften Lokalreporter Titus Wolters, der als Journalist für die Ostfriesen-Zeitung tätig ist. Man darf bei deren Mordermittlungen mitraten, und immer wieder überrascht die zwar offensichtliche, aber dennoch versteckte Lösung. Ja, klar, wenn man’s weiß … Man kann das Buch in einem Rutsch lesen, es empfiehlt sich jedoch, das Gift eher in kleinen Dosen zu einem guten Glas Rotwein zu genießen, den man nach Möglichkeit selbst entkorkt und kredenzt hat. Oder man besucht eine musikalische Lesung, die der Autor zusammen mit dem Fingerstylegitarristen Helm van Hahm durchaus auch schon mal in einem Bestattungsinstitut veranstaltet.
Ulrich Joosten
 FIONA RITCHIE & DOUG ORR: Wayfairing Strangers – The Musical Voyage from Scotland and Ulster to Appalachia / with the assistance of Darcy Orr ; Foreword by Dolly Parton.
FIONA RITCHIE & DOUG ORR
Wayfairing Strangers – The Musical Voyage from Scotland and Ulster to Appalachia / with the assistance of Darcy Orr ; Foreword by Dolly Parton.
turpin-distribution.com
uncpress.unc.edu
(Chapel Hill : Univ. of North Carolina Press, 2014. – 361 S. : mit zahlr. Fotos)
ISBN 978-1-4696-1822-7 , 30,00 GBP


Die Geschichte ist nicht neu. Wie denn auch, sie hat sich tatsächlich zugetragen und wurde unzählige Male erzählt und niedergeschrieben. Ab 1600 siedelten zehntausende Schotten mit Regierungsunterstützung in den nordirischen Counties Down und Antrim. Diese „Ulster-Scots“ zogen ab 1717 weiter nach Nordamerika und zwar meist nur bedingt freiwillig. Sie waren den Regierenden nicht mehr willkommen, wurden religiös unter Druck gesetzt und mit extrem hohen Steuern belastet. Die Auswanderer landeten zumeist in Pennsylvania und zogen schnell weiter in die nahegelegene Bergkette, die sich fast über den kompletten Ostteil der USA erstreckt, die Appalachen. Natürlich brachten sie auch ihre traditionelle schottisch-irische Musik mit, die einerseits bewahrt und gepflegt wurde, sich andererseits aber auch weiterentwickelte und als Basis etwa von Bluegrass oder Old-Time gilt. Wie gesagt, alles bereits genauestens erforscht und beschrieben, aber wohl kaum zuvor so einfühlsam, kompetent, nachvollziehbar und unterhaltsam wie in diesem dicken Buch der Schottin Fiona Ritchie und des Amerikaners Doug Orr. Zentral ist der chronologische Text, der mit der genauen sozialen und musikalischen Entwicklung in Schottland beginnt und in der wilden und oft isolierten Bergwelt der Appalachen noch lange nicht endet. Angereichert wird diese Geschichte mit unzähligen, manchmal den Lesefluss etwas hemmenden, aber thematisch immer passenden Erklärungen („Sidebars“) und Interviews mit Folkpersönlichkeiten von beiden Seiten des Atlantiks („Voices of Tradition“). Und als wenn das nicht bereits genug detaillierte Information wäre, punktet das Werk weiter mit unzähligen, auch großformatigen Fotos und Illustrationen sowie Bio- und Diskografie, Index etc., etc. Und quasi als Sahnehäubchen gibt es eine gezielte, zeitlich optimale CD (79:46) mit 20 Tracks. Okay, das Hardcoverbuch im A4-Format ist nicht gerade preiswert, aber für Keltomanen und/oder akustische Americana-Liebhaber jeden einzelnen Penny wert. Schlicht ein Referenzwerk!
Mike Kamp

 100 KINDERLIEDER FÜR GITARRE: Beliebte Melodien & Hits aus Film und TV.
100 KINDERLIEDER FÜR GITARRE
Beliebte Melodien & Hits aus Film und TV.
bosworth.de
(o. O. : Bosworth Music, 2016. – 176 S. : nur Noten u. Texte. – (BOE ; 7828))
ISBN 978-3-86543-938-3 , 14,95 EUR


Nach den Kinderliedern für Ukulele (siehe Folker 2/2016) nun das gleiche Liedmaterial in gleicher Anordnung und Aufmachung für Gitarre. Die Kinderlieder, traditionelle und moderne, die fast schon Klassiker sind (und immer noch inklusive „Yellow Submarine“!), von A bis Z sortiert, mit Noten, Akkorden und Akkorddiagrammen und Texten. Auch hier gilt: Eine nette Sammlung für alle, die schon mit den kleineren Kindern singen und musizieren wollen.
Doris Joosten
 HERMANN HÄRTEL: Lustige Streiche : Tanzmusik für Streicherensemble 2 ; für 2 Violinen, Viola (Violine), Violoncello, Kontrabass (Violoncello).
HERMANN HÄRTEL
Lustige Streiche : Tanzmusik für Streicherensemble 2 ; für 2 Violinen, Viola (Violine), Violoncello, Kontrabass (Violoncello).
tradmotion.at
(o. O. : Tradmotion, 2016. – 12 S. / 4/4/4/4/4/4)
ISBN 978-3-9501291-9-9 , 22,00 EUR


Vom Titel her könnte man es auch für Kinder-Notenliteratur halten, aber es ist schlicht und ergreifend eine Partitur für fünf Eigenkompositionen Härtels: „Mariehre Walzer“, „Vielfalt“ (schnelle Polka), „Nur a bisserl“ (Masur; Polka-Mazurka), „Die Lebzelt“ (Steierer) und „Theresien“ (Franzé) – unschwer zu erkennen, dass es eine Notenausgabe aus Österreich ist. Der Titel ist eine Anleihe am Gaukler Dyl Ulenspegel, dessen Narreteien Vorbild für Härtels „lustvolle Musikvermittlung“ sein sollen. Die Stücke sind für zwei Melodiestimmen, zwei Begleitstimmen und eine Tenorstimme, gesetzt für Besetzungen vom Streichduo bis zum Streichquintett.
Doris Joosten