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Es gibt im Musikbereich immer wieder Veröffentlichungen, die den Rahmen herkömmlicher Produktionen inhaltlich wie vom Umfang her sprengen und deshalb einer ausführlicheren Betrachtung bedürfen, als dies in Form einer üblichen Rezension geleistet werden kann. Die Folker-„Plattenprojekte“ widmen sich in loser Folge solchen außergewöhnlichen Serien, Boxen, Sammlungen, Sondereditionen bis hin zu vergleichbaren Unternehmungen wie etwa Internetprojekten, die auf physische Tonträger inzwischen zunehmend verzichten.


In diesem Heft schreibt Katrin Wilke über



Juanito Valderrama 1916-2016

Juanito Valderrama * Foto: Paco Sánchez Dass Musikschaffende wie -konsumenten in Spanien Hommagealben lieben, lassen die unzähligen Veröffentlichungen dieser Art Jahr für Jahr vermuten. Siebzehn Künstler intonierten nun ihre Widmung an Juanito Valderrama, eine der wichtigsten Stimmen Spaniens nach dem Bürgerkrieg, die selbst Musiker wie Manu Chao begeistert. Der Sampler erschien bereits ein halbes Jahr vor Valderramas hundertstem Geburtstag. Der Sänger und Komponist erblickte

DIVERSE
Juanito Valderrama 1916-2016
(Universal Spain)
CD, 16 Tracks, 68:45, plus DVD u. a. mit Making-of


Cover Juanito Valderrama 1916-2016


das Licht der Welt am 24. Mai 1916 in Torredelcampo in der andalusischen Provinz Jaén. Quasi schon singend, wie es heißt, denn im bäuerlichen Familienkontext war der Arbeitsalltag von Gesängen durchzogen.
Juan Manuel Valderrama Blanca, so sein voller Name, arbeitete selbst als Kind auf dem Feld mit und frönte parallel dazu bereits seiner Liebe zum Flamenco. Mit ihm feierte der so zierliche wie energiegeladene, stets Hut tragende Mann mit der poetisch-hohen Stimme später allerdings weniger Erfolge als mit der Copla, zumindest aus kommerzieller Sicht. Hervorgegangen unter anderem aus dem Cuplé, der spanischen Coupletvariante, und der Zarzuela, erzählt dieses auch Copla Andaluza oder Canción Española genannte Lied in seinen drei, vier Minuten oft eine kleine, gerne dramatisch aufgeladene Geschichte. Unter anderem wegen der ähnlichen Gesangsanmutung wird diese Liedkultur gerne mit dem Flamenco assoziiert. Der bildet jedoch ein eigenes, stilistisch weiter reichendes Genre (siehe auch Beitrag in diesem Heft ab Seite 34) dessen Vertreter sich immer wieder auf die Copla und insbesondere auf Valderrama beziehen.
Unter den sechzehn Neuinterpretationen auf Juanito Valderrama 1916-2016 finden sich auch solche von Liedermachern und Popmusikern, die sich ebenfalls von Gefühl und Ausdruckskraft der Copla und speziell der Kunst des 2004 verstorbenen Andalusiers inspirieren lassen. Das ist bemerkenswert, verlor doch die in den 1940ern boomende Copla nach Ende des Franco-Regimes stark an Popularität, weil man sie zu sehr mit jenem düsteren Kapitel Spaniens assoziierte und sie auch als künstlerisch minderwertig oder kitschig abtat. Sie wurde unter Franco ähnlich dem Flamenco beziehungsweise sogar noch stärker als etwas „Urspanisches“ instrumentalisiert.

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