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Katiju * Foto: Hans-Jürgen Lenhart

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Katiju

Musik zweier Kontinente

Internationales Theater, Frankfurt/Main, 1.2.2020



Text: Hans-Jürgen Lenhart

Dass man es auch in Dresden gut hinbekommen kann, kulturelle Unterschiede zu überbrücken, dafür ist das Duo Katiju ein gutes Beispiel. Die akustische Gitarristin Julia Schüler und die deutsch-türkische Sängerin Evin Küçükali haben sich in Dresden an der Hochschule für Musik kennengelernt und verbinden orientalische und afrobrasilianische Musik zu einer intimen klanglichen Einheit. Laut Schüler gibt es durchaus Ähnlichkeiten zwischen orientalischer Musik und dem brasilianischen Baião in der Rhythmik, der melodischen Spielweise und den Textinhalten. Andererseits ist brasilianische Musik meist synkopiert und verwendet keine Vierteltöne, wie sie auf der türkischen Saz mit ihren vielen Bünden vorgesehen sind. Die orientalischen Stücke wirkten beim Konzert von Katiju besinnlich und emotional. Da liegt die Melancholie, ein Merkmal brasilianischer Musik, nicht allzu fern. Das Internationale Theater in Frankfurt war der richtige Rahmen, diese ungewöhnliche Musikkombination zu präsentieren, denn es entspricht genau dem Konzept für dessen musikalische Schiene.
Julia Schüler studierte Gitarre beim Gitarristen Carlo Domeniconi, dessen Kompositionen auch arabische und brasilianische Einflüsse haben. Ihr waren beide Musikkulturen daher nicht fremd. Evin Küçükali widmete sich dem Jazzgesang. Ihr Vater ist Kurde, die Mutter lasische Türkin, für sie Anlass, sich auch mit der Musik ihrer Eltern zu beschäftigen und diese mit Improvisationen dezent zu variieren. Hier konnte sich Küçükali intensiv einbringen, man merkte ihre Identifikation damit. Beim Song „Dar Hejîrokê“ trommelte Schüler auf der Gitarre, Küçükali lieferte dazu dezente Mouth Percussion.

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