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Backkatalog   Ausgabe Nr. 2/2020   Internetartikel
Michael Kleff * Foto: Ingo Nordhofen

Resonanzboden
— Gedanken zur Zeit




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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Zeichnung: Woody Guthrie
Mit freundlicher Genehmigung von Woody Guthrie Publications


Michael Sez

Erinnern Sie sich noch an The Day After Tomorrow, den Naturkatastrophenfilm aus dem Jahr 2004 von Roland Emmerich mit Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal und Emmy Rossum? Sein Thema: die globale Erwärmung, die den Golfstrom zusammenbrechen lässt. Binnen weniger Tage wird es so kalt im Norden Amerikas, dass Menschen und Motoren innerhalb weniger Sekunden einfrieren. Emmerich ist bekannt dafür, in seinen Filmen die Ereignisse stark zu dramatisieren. Doch ein Blick auf die aktuelle Lage zeigt, sein Szenario war ganz und gar nicht aus der Luft gegriffen.
Unsere wider besseres Wissen auf fossilen Brennstoffen basierende Zivilisation verursacht dramatische Veränderungen auf der Erde. Überflutungen und Stürme mit zerstörerischen Folgen nicht nur für Küstenstädte gehören fast schon zum Alltag. Der Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre hat im vergangenen Jahrhundert die Erdtemperatur um mehr als ein halbes Grad erwärmt – mit der Folge, dass der Meeresspiegel um etwa zwanzig Zentimeter angestiegen ist. Die Forscher sind sich weitgehend darin einig, dass selbst wenn wir morgen plötzlich aufhörten, fossile Brennstoffe zu nutzen, die bereits freigesetzten Treibhausgase den Planeten noch für Jahrhunderte aufheizen würden. Wir sind unwiderruflich dabei, künftigen Generationen einen wärmeren Planeten zu hinterlassen – und damit auch steigende Ozeane. Wissenschaftler warnen vor diesem Hintergrund vor einer Welle von Klimaflüchtlingen. „Von den Bahamas über Bangladesch bis zu einem großen Teil von Florida müssen alle umziehen, und das möglicherweise zur gleichen Zeit“, wurde Hal Wanless, der Vorsitzende des Geologie-Instituts an der Universität von Miami, in der Zeitschrift National Geographic bereits 2013 zitiert. „Wir werden Unruhen erleben, Krieg. Ich frage mich, wie – oder ob – unsere Zivilisation das verkraften wird. Wie dünn ist das Gewebe, das alles zusammenhält? Es entzieht sich unserer Vorstellungskraft. Wie bringt man den Leuten bei, dass Miami – oder London – nicht ewig existieren werden?“

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