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Sasahara Blumenstiel * Foto: Hans Almstedt

Heimspiel


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Die Freie Musikschule Musikuß

Fokus auf Folk

Im finnischen Dorf Kaustinen hat traditionelle Musik einen hohen Stellenwert. Sie ist über 250 Jahre alt und wird auch heute noch weitergegeben und -entwickelt. Der heutige Kern dieser Tradition ist „Näppäri“. Dahinter verbirgt sich ein gemeinschaftliches Musikkonzept, bei dem die Freude an der Musik im Vordergrund steht. Davon ließ sich auch Sasahara Blumenstiel inspirieren, als er gemeinsam mit einer Gruppe von Musikerinnen und Musikern Anfang der Achtziger die Musikschule Musikuß in Braunschweig gründete.

Text: Jean-Oliver Groddeck

„Damals spielte ich Fiddle in der Deutschfolkband Mabon. Wir wurden zum Folkfestival nach Kaustinen eingeladen, und das war echt beeindruckend“, schwärmt Blumenstiel noch heute. „Es heißt, dass 350 von den 400 Einwohnern in Kaustinen Geige spielen.“ Und das meistens zusammen, ohne Rücksicht auf Alter oder Spielniveau.
Wie in dem kleinen finnischen Dorf steht auch bei Musikuß die Begeisterung für Musik im Fokus, weniger der Leistungsgedanke. „Wir konzentrieren uns auf musikalische Breitenarbeit“, charakterisiert Blumenstiel die Arbeit der Musikschule. „Und da passen Folk- und Weltmusik auch einfach von der Idee her gut rein“, erklärt der 66-Jährige. Und so wartet Musikuß neben Klassik, Jazz, Pop und Rock auch mit einem großen Angebot an Folk- und Weltmusikkursen auf und hat damit Erfolg. Es sind so verschiedene Richtungen vertreten wie Klezmer, irischer und skandinavischer Folk oder Balkanmusik. Neben gängigen Instrumenten können auch Dudelsack, Nyckelharpa, keltische Harfe oder afrikanische Kürbislaute erlernt werden. Darüber hinaus haben Interessierte die Möglichkeit, bei verschiedenen Ensembles und Sessions mitzumachen.

Ein Kind der Achtziger

Die Geschichte von Musikuß begann Anfang der Achtziger im alternativen Milieu Braunschweigs. „Das Stichwort damals war, Betriebe ohne Chefs zu schaffen“, erinnert sich Sasahara Blumenstiel, „ohne Hierarchien und basisdemokratisch, mit allen Streitereien, die dazu gehören.“ Ideen gab es genug, nur der Raum fehlte. Dies änderte sich 1981 mit der Schließung der ehemaligen Konservenfabrik Brunsviga. Dort entstand in den darauffolgenden Jahren ein bis heute selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum, das auch zur Heimat der Musikschule Musikuß wurde. Den Namen der Fabrik, „Brunsviga“, behielt man einfach bei. „Wir hatten damals eine Musiker-WG. Und eines Morgens war die ganze Küche voll von Leuten, die zusammen eine Musikschule aufbauen wollten.“ Für 3.000 Mark kaufte die Gruppe Material und richtete die Räume her.

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