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Hinrich Langeloh * Foto: Hinrich Langeloh

Heimspiel


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Der Heidbarghof am Hamburger Stadtrand

Gute Gagen in Toplage

Für Agenturen ist er eine feste Größe in der Tourneeplanung, bei Folkfans über Hamburg hinaus bis weit nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen für sein hochwertiges Programm bekannt: Der Heidbarghof in Osdorf hat sich mit dem Geld einer Trägerstiftung im Hintergrund und einem Musikenthusiasten im Vorstandskreis zu einem der wichtigsten Folkveranstalter Norddeutschlands entwickelt.

Text: Jens-Peter Müller

Ganz im Westen Hamburgs liegt der Stadtteil Osdorf. Der dörfliche Charakter ist noch nicht ganz verschwunden. Der Heidbarghof ist ein schmuckes Ensemble mit einem reetgedeckten niedersächsischen Langhaus aus Fachwerk, das seit einem Brand 1842 in dieser Form neu aufgebaut wurde, und einem steinernen Kuhstall, der vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts stammt. Damals kamen die Bauern durch den Milchhandel mit dem nahen Altona zu einigem Wohlstand und konnten sich solche Erweiterungen leisten. Richtig Geld gemacht wurde dann später mit dem Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen als Baugrundstücke. Gustav Gätgens, Besitzer des Heidbarghofes, war der erste Landwirt, der schon Mitte der Fünfzigerjahre seinen Betrieb aufgab und in das Immobiliengeschäft einstieg. Seinem Sohn vererbte er einige dieser Immobilien, seiner Tochter Elisabeth den Hof und den Großteil seines Vermögens. Hinrich Langeloh, ein begeisterter Dudelsackspieler und Volkstänzer, ist seit 2003 ehrenamtlich für das Veranstaltungsprogramm im Heidbarghof verantwortlich. Er erinnert sich an den frühen Tod von Elisabeth Gätgens: „58 Jahre war sie alt, als sie 1982 an Krebs erkrankte, und hat noch in ihren letzten Tagen auf dem Krankenbett mit krakeliger Handschrift ein Stiftungskonzept für die Weiternutzung und Finanzierung des Heidbarghofes als Kulturzentrum entworfen.“

Folkkonzerte sind Publikumsmagnete

Heute ist hier der Osdorfer Bürger- und Heimatverein zu Hause, es finden Malgruppen statt, treffen sich Senioren zum Bridgespielen, übt der Hamburger Lotsenchor. Vor allem aber finden das ganze Jahr hindurch Kulturveranstaltungen statt, finanziert mit dem Vermögen der Elisabeth-Gätgens-Stiftung. Über sechzig sind es im Jahr 2019 gewesen: zwei Kunsthandwerkermärkte, plattdeutsche Nachmittage, einige Konzerte mit klassischer Musik, etwas Jazz. Eindeutig aber liegt der Schwerpunkt auf Folkkonzerten mit internationalen Topbands der Szene. Schon im ersten Programm 2003 tauchten Haugaard & Høirup, Die Grenzgänger, Jake Walton & Erik Liorzou und die dänischen Folkjazzer vom ULC Quintet auf. 2019 sind The Shee, die Old Blind Dogs, Flook, Falk Zenker, Trolska Polska oder die Harpreet Bansal Band mit indischer Weltmusik made in Oslo aufgetreten. „Hundert Plätze hat der Konzertraum eigentlich nur“, so Langeloh, „aber wenn uns Petr Pandula von Magnetic Music die Highlights des Irish Folk Festivals rüberschiebt, dann müssen wir mehr Menschen reinquetschen. Oder, wie bei Flook in diesem Jahr, auch mal Fans absagen, die kurzfristig von weither kommen wollten.“

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