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Carla Feuerstein

Heimspiel


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Highland Blast

Wenn der schottische Wind wild weht

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ein profaner Spruch, der aber dennoch hundert Prozent korrekt ist, auch wenn der Plan, ein fahrendes schottisches Festival in Deutsch­land ins Leben zu rufen, gegen Morgengrauen nach einer durchzechten Küchensession gefasst wurde. Klingt eigentlich so, als würde da an einem Mythos gestrickt. „Fakt!“ betont Festivalchefin Carla Feuerstein im Gespräch. „Die Idee entstand tatsächlich an unserem Küchentisch, zusammen mit Seán Gray und Paul McKenna.“

Text: Mike Kamp

Und so kam es dann auch. Im Herbst 2014 reiste das Highland-Blast-Festival erstmals vornehmlich durch den Westen der Republik, mit eben jenem Paul McKenna und seiner Band plus Steve Byrne sowie Siobhan Miller & Ewan MacPherson gemeinsam im Tourbus. Seitdem hat sich das Festival entwickelt und feiert dieses Jahr mit einem eingespielten Konzept fünfjähriges Jubiläum: Man nehme zwei Bands und eine Tänzerin und lockere das Publikum vorab mit einem (preislich separaten) Whisky-Tasting auf. „Solange das Konzept weiterhin gut funktioniert, behalten wir es bei. Aber wer weiß, vielleicht kommt in den nächsten Jahren noch ein Element dazu. Das Festival wird sich mit Sicherheit weiterentwickeln“, so Feuerstein.

Auch ein Festival der Musiker

Dafür sorgt nicht zuletzt der sogenannte Creative Director vom Küchentisch, Seán Gray, der in der schottischen Szene bestens vernetzt ist. Was besonders wichtig ist: Gray ist kein Theoretiker, er ist ein erfahrener Musiker, der mit der Paul McKenna Band, aber auch mit Künstlern wie Mike Vass oder Ryan Young gearbeitet hat und daher ganz genau weiß, was funktioniert. Er entscheidet, wer musikalisch zusammenpasst, und arbeitet den Ablauf des Abends sowie das Finale aus. Carla Feuerstein und ihr Team wollen nicht nur dem Publikum ein wunderbares Erlebnis bereiten. Highland Blast lässt den in diesem Jahr sieben Damen und zwei Herren ziemlich freie Hand. Feuerstein betont: „Es ist auch ihr Festival, und das sollen die Besucher merken. Tänzerin Sophie Stevenson hatte zum Beispiel letztes Jahr die Idee, den Besuchern für das Finale ein paar Steps beizubringen und dann mit dem Publikum zusammen zu tanzen. Oder Breabach wollten 2015 beim Finale gern ein deutsches Volkslied präsentieren. Die Wahl fiel auf das ‚Steigerlied‘. Calum MacCrimmon hatte dieses Lied mal von mir in Glasgow gehört und meinte, es wäre perfekt für die Pipes. Ich habe jeden Tag im Tourbus mit Sängerin Megan Henderson stundenlang den deutschen Text geübt, und sie hat es dann super hinbekommen.“ Wenn man fast zwei Wochen zusammen unterwegs ist, dann muss nicht zuletzt auch die persönliche Chemie stimmen, denn Highland Blast soll nicht nur Schottland nach Deutschland bringen, sondern auch den Musikern verschiedener Stilrichtungen der schottischen Szene eine gemeinsame Plattform bieten.

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