Folker-Logo Probeabo & Abo     Mediadaten/Anzeigen

Suche
    Intern     Über uns

Kontakt/Impressum

       
 

N E U AUF DEUTSCHEN* BÜHNEN

*gilt auch für Österreich und die Schweiz

Um dem musikalischen Nachwuchs in den Bereichen Folk, Lied und Weltmusik die Möglichkeit zu geben, sich unseren Leserinnen und Lesern vorzustellen, hat die Redaktion des Folker einen Fragebogen entwickelt. Wer sich in der letzten Zeit neu formiert oder solo auf die Bühne gewagt hat, kann diesen [hier] ausfüllen und als Bewerbung an die Redaktion senden. In jeder Ausgabe wird an dieser Stelle ein ausgewählter Bogen veröffentlicht.


In diesem Heft präsentiert sich...



La Pomme Pourrie

Was bedeutet euer Name?

„Der überreife, verdorbene Apfel.“ Da wir hauptsächlich Lieder über das Leben und seine Brüche, Widersprüche und Versuchungen, seine Licht- und Schattenseiten singen, schien uns das Wortspiel mit dem Apfel als biblische Frucht der Erkenntnis, der vielleicht faul oder überreif ist, sehr passend.


La Pomme Pourrie * Foto: Lukas Benedikt StilliSeit wann gibt es euch?

Seit 2010.


Wie cha­rak­te­ri­siert ihr eure Musik?

Wir spielen Bohème Trash Chansons. Als Chansonband besingen wir, wie gesagt, aber auch die bitteren Seiten des Lebens. Wir orientieren uns an der alten Tradition des Liedes, wie es zum Beispiel Schubert aufgefasst hat, binden unsere Musik aber in einen modernen Kontext ein. Wir besingen das Leben mit all seinen tragischen und komischen Facetten.


Wer zählt zu euren musikalischen Vorbildern?

Tom Waits, Friedrich Hollaender, Beethoven, Schubert, Bach, John Coltrane, PJ Harvey, Milva, Charles Aznavour, Jacques Brel, Django Reinhardt, Šaban Bajramović, Slayer, Edith Piaf, Paul Bley oder Jimmy Giuffre.


Welche musikalische Ausbildung habt ihr?

Ulrich Pletscher hat einen Hochschulabschluss an der Hochschule für Musik in Basel, Abteilung Jazz für Tenorsaxofon mit Klavier als Nebeninstrument, hat sich Akkordeon im Selbststudium beigebracht und Gesangsunterricht auf privater Basis genommen. Zudem hat er mit seinem Sopransaxofon fünf Wochen bei dem Bansurispieler Hariprasad Chaurasia studiert. Silvana Schmid hatte privaten Gitarren-, Klavier- und Akkordeonunterricht und Gesangsstunden.


lapommepourrie.com



Besetzung:
Besetzung: Ulrich Pletscher (Gesang, Klarinette, Akkordeon, Klavier, Ukulele), Silvana Schmid (Gesang, Akkordeon, Klavier, Spieldose)

Album:
Hinter dir!
   (Pekaton, 2017)
Cover Hinter Dir!
Wer schreibt die Musik, wer die Texte – wie entstehen eure Songs?

Oft schreibt Silvana die Texte und Ulrich die Musik dazu, manchmal schreiben wir Stücke zusammen. Das läuft immer anders ab. Entweder es geht mit einer melodischen Idee los, mit Sprachrhythmus, harmonischen Ideen oder gar einem theoretischen Konstrukt, oder wir vertonen bestehende Gedichte und interpretieren bestehende Stücke auf unsere eigene Weise. Wir mögen es, möglichst nicht festgefahrene Wege zu beschreiten, sodass alles jedes Mal frisch bleibt.


Was macht in euren Augen ein gelungenes Stück aus?

Wenn es zutiefst berührt, auf eine eigene Art und Weise und den Zuhörer zum Nachdenken, Lachen oder Weinen bringt.


Wann und wo war euer erster öffentlicher Auftritt?

2010 beim Baseler Breite-Fest.


Wie viel Zeit verbringt ihr mit Proben und Auftritten?

Wir proben regelmäßig einmal die Woche und haben ein, zwei Konzerte pro Monat. Dazu kommen intensive Probewochen, wenn es um Erarbeitung von neuem Material geht oder Studiotermine anstehen. Zudem arbeitet jeder zu Hause für sich und übt, textet, komponiert oder arrangiert dort.


Wo würdet ihr gerne einmal spielen?

Ziemlich überall, wo man auf offene Menschen und Ohren trifft – zum Beispiel im Roten Salon in Berlin oder im Teufelhof Basel und ganz generell gerne in Kleintheatern, aber die haben meist nur ein sehr begrenztes musikalisches Programm oder gar keines. Wir mögen auch spezielle Orte wie die Cueva de los Verdes auf Lanzarote.


Wie sehen eure weiteren Zukunftspläne aus?

Wir arbeiten an neuen Stücken, werden sicher wieder eine neue Platte aufnehmen und weitere Videos mit Jinn TV produzieren. Für die Saison 2018/19 und danach sind wir noch auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten.


Wo kann man euch hören?

Wir treten vorwiegend in der deutschsprachigen Region auf, also in der deutschsprachigen Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Durch unsere französischen Lieder haben wir langsam ein wenig Fuß in der französischen Schweiz gefasst und würden ganz gerne auch in Frankreich spielen.


Könnt ihr empfehlenswerte Auftrittsorte für Newcomer nennen?

Es gibt so gut wie in jeder Stadt eine oder mehrere offenen Bühnen, bei denen man sich ausprobieren und sich einem öffentlichen Publikum präsentieren kann. Manchmal folgen daraus weitere Konzerte, die Erfahrung ist es auf jeden Fall wert. Je nach Band lohnt es sich auch, an Straßenmusikfestivals teilzunehmen. Auftritte sind die beste Werbung für weitere Auftritte. Kleine, feine Musik geht dabei allerdings leider eher unter. Man sollte am Anfang nicht allzu wählerisch sein, sich aber auch nicht verheizen, denn Konzerte unter unannehmbaren Bedingungen bringen einen auch nicht weiter und frustrieren nur.