In der Ausgabe März/April 2004 findet Ihr:
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Liebe Musikfreundinnen und -freunde, neben zustimmenden Stellungnahmen zur politischen Ausrichtung meines Editorials und einiger unserer Beiträge und Porträts haben den Folker! auch Stimmen erreicht, wonach Politik keinen Platz im Blatt haben sollte. Wir sollten uns auf die Musik beschränken, wird gefordert. Eine ähnlich Diskussion findet derzeit in Zeitschriften wie dem Folkmagazin Sing Out! oder dem Weltmusikmagazin Global Rhythm in den USA statt. In meiner Entgegnung auf diese kritischen Stimmen möchte ich mich voll und ganz meinen dortigen CvD-Kollegen anschließen: Musik ist keine Erscheinung, die losgelöst von der Welt betrachtet werden kann. Vielmehr ist jede Form von Musik Ausdruck von gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen, in denen wir als Menschen leben. Dabei haben gerade Genres wie Folk, Lied und Weltmusik durch die Geschichte hindurch immer etwas mit dem Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen zu tun gehabt. Ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher reicht, um dafür reichlich Belege zu finden. Ich bin selber kein Musiker, ich schreibe keine Lieder, mit denen ich Stellung beziehen kann. Aber ich kann in meiner Funktion mit dem Folker! Künstlerinnen und Künstlern ein Forum für ihre (musikalischen) Ansichten geben und damit zur Kulturvermittlung beitragen. Eine andere kontroverse Diskussion findet derzeit - außer auf der Leserbriefseite dieser Zeitschrift - im Online-Forum "Folkmail" darüber statt, ob der Folker! die "deutsche Folkszene" angemessen darstellt. Diese Diskussion kann ich nur begrüßen, verbunden mit dem Angebot, konkrete Vorschläge sowie (journalistische) Angebote zur Mitarbeit im Rahmen der redaktionellen Planung gerne prüfen zu wollen Zur Klarstellung sei an dieser Stelle jedoch auch angemerkt, dass der Folker! sich weder als Sprachrohr nur einer bestimmten (Musik-)Szene versteht, noch will er nur "aktive" Musikerinnen und Musiker ansprechen. Der Folker! ist eine Zeitschrift, die mit einem journalistischen Ansatz die nationale und die internationale Folk-, Lied- und Weltmusiklandschaft beobachtet. Dabei ist die Redaktion vor allem bemüht, mit ihrer Themenwahl eins zu erreichen: Gängige Scheuklappen der Anhängerinnen und Anhänger nur bestimmter Genres sollen abgebaut werden. Sätze wie "Ich interessiere mich nicht für ..." haben im Folker!-Selbstverständnis keinen Platz! Dafür sind die Musikstile, ihre Interpretinnen und Interpreten, über die wir an dieser Stelle berichten, viel zu eng miteinander verbunden. Obwohl in einer von der englischen Sprache geprägten Medienwelt benachteiligt, versucht der Folker! natürlich auch, ein Sprachrohr deutscher und deutschsprachiger Musik im Ausland zu sein. Umso erfreulicher ist es daher, dass mit Ken Hunt ein Folker!-Autor aus England an der Überarbeitung des Kapitels "Deutsche Szene und Traditionen" für die Neuauflage des "Rough Guide to World Music" sitzt, der im Jahr 2005 erscheinen soll. Dazu braucht Ken Hunt die Unterstützung von MusikerInnen und Plattenlabels in Deutschland, damit er mit aktuellem Material versorgt wird. Davon hängt u.a. auch ab, ob es eine CD "Rough Guide to the Music of Germany" geben wird. Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier auf der Folker!-Homepage. Bevor ich Sie in die Lektüre eines Heftes entlasse, das Sie wieder einmal durch das ganze Spektrum von Folk, Lied und Weltmusik führt, möchte ich Sie auf eine Neuerung in der Gestaltung unserer Zeitschrift hinweisen. Der einen oder dem anderen wird es schon aufgefallen sein: Karikaturen haben Einzug in den Folker! gehalten. Wir werden nicht gleich dem New Yorker nacheifern - dessen Markenzeichen Zeichnungen und Karikaturen statt Fotos sind - aber mit spitzer Feder wirft Imke Staats jetzt in jeder Ausgabe aus der Sicht einer Zeichnerin den Blick auf eins unserer Themen.
Ihr Folker!-CvD P.S.: Natürlich habe ich auch wieder etwas Neues in meiner Reihe "USA - The land of the free, the home of the brave": Dieses Mal traf die am Rande des Faschismus stehende amerikanische Regierung mit ihrem "Heimatschutz" - Sprache kann so verräterisch sein! -Paco de Lucia. Der spanische Ausnahmegitarrist musste im Januar mehrere ausverkaufte Konzerte absagen, weil seine Band keine Einreisegenehmigung bekommen hatte. Hintergrund: Alain Rodriguez, de Lucias Bassist, ist zwar spanischer Staatsbürger, aber kubanischer Herkunft. Kubaner unterliegen in den USA verschärften Einreisebestimmungen. So sind u.a. sind gleich mehrere behördliche Genehmigungen erforderlich, bevor ein Visum erteilt wird. Das zudem erforderliche persönliche Gespräch im US-Konsulat in Madrid wurde vom amerikanischen Heimatschutzministerium unter Verweis auf die nationale Sicherheit verschoben. |
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Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!