In der Ausgabe Januar/Februar 2004 findet Ihr:
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Liebe Musikfreundinnen und -freunde, "Zum siebten Mal verleiht die Deutsche Welle in diesem Jahr den Weltmusikpreis für die beste Radiosendung." So stand es Anfang November auf der Homepage der Deutschen Welle über den von der DW in Zusammenarbeit mit der EBU (European Broadcasting Union) organisierten Radio-Wettbewerb zu lesen, der in den letzten Jahren weit über die Grenzen Europas hinaus große Resonanz gefunden hat. Eine wichtiger Zusatz fehlte allerdings in der Meldung "zum letzten Mal". Still und heimlich - hat da außer mir noch jemand ein Gefühl von Déjà-vu? - ist der Preis den Sparmaßnahmen der Welle zum Opfer gefallen. Wie man hört, wurde die Verleihung - die Namen der Preisträger standen am Tage der Überreichung übrigens noch nicht auf der DW-Homepage!!! - im vergangenen Jahr auch nur deshalb noch einmal durchgeführt, weil man offensichtlich vergessen hatte, sie rechtzeitig abzublasen. Mit dem Wettbewerb beabsichtigte die Deutsche Welle, "die Anerkennung von Musik fremder Kulturen zu fördern und sich aktiv am Dialog der Kulturen zu beteiligen". Damit ist es wohl nun vorbei. Doch es gibt auch positive Nachrichten aus dem Schürmann-Bau in Bonn zu berichten, in dem die Deutsche Welle seit vergangenem Jahr residiert: Demnächst soll die Liederbestenliste einen Platz im Programm finden. Die "BesucherInnen" der Folker!- bzw. Liederbestenliste-Homepage wissen ja bereits, dass am Rande des letzten SWR-Liederfests der Konflikt mit dem SWR bereinigt werden konnte. Die Liederbestenliste wird unter ihrem eingeführten Namen fortgeführt! Der Folker! hat sich für die Zukunft vorgenommen, dem deutschsprachigen Lied verstärkt ein Forum zu bieten. Sowohl durch die Unterstützung der Liederbestenliste als auch durch eine verstärkte Berichterstattung über diese Szene. Dabei sollen nicht nur die "großen" Namen, sondern auch Künstler und Künstlerinnen vorgestellt werden, die noch nicht im Rampenlicht stehen. Mit dem "Festival Musik und Politik 2004" im Februar in Berlin und der Jubiläumsveranstaltung "40 Jahre Festival Chanson Folklore International" im Mai auf Burg Waldeck stehen wichtige Veranstaltungen in den nächsten Monaten auf dem Programm (s. Beitrag in diesem Heft). Dem leidigen Thema "Programmreform beim WDR" ist in dieser Ausgabe der Bericht über eine Pressekonferenz gewidmet, bei der die Programmverantwortlichen verkündeten, was sie so unter "Optimierung" ihres Hörfunkangebots verstehen. In seiner Reihe "Folk-Business" beschäftigt sich Christian Rath dieses Mal mit der Promo-Politik der Plattenfirmen. Im Zusammenhang mit den einschneidenden Veränderungen bei der CD-Bemusterung haben Verleger, Herausgeber und Chef vom Dienst Ende vergangenen Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst: So wird es künftig eine Art "Strafecke" geben, in der alle CDs gelistet werden, die Störgeräusche enthalten, bei denen man nur auf MP3 verwiesen wird oder die als reine "Weißpressungen" ohne Bookletinfos zur Rezension vorgelegt werden. Zur besseren Information werden auch so genannte "Advance"-CDs zukünftig bei den Besprechungen besonders gekennzeichnet.
Ihr Folker!-CvD P.S.: In meiner Reihe "USA - The land of the free, the home of the brave" kann ich dieses Mal berichten, wie es MusikerInnen ergeht, die sich für Meinungsvielfalt in den Vereinigten Staaten einsetzen. Knapp drei Wochen waren Billy Bragg, The Nightwatchman (Tom Morello von Rage Against The Machine), Steve Earle und Lester Chambers von den Chambers Brothers sowie einige weitere KünstlerInnen unterwegs, um unter dem Motto "Tell Us The Truth" auf die katastrophale Lage der Medien in den USA hinzuweisen, die Michael Copps, Mitglied der staatlichen Medienaufsichtskommission FCC, so beschreibt: "Die Vielfalt der Medien ist nicht bedroht, sie existiert nicht mehr." Dass die Tour von Billy Bragg und Co. praktisch unter Ausschluss der Mainstream-Öffentlichkeit stattfand, war zu erwarten. Dass sie nach einem Konzert in Florida von einer Gruppe von Rechten mit Pfefferspray angegriffen wurden, lässt Erinnerungen an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte aufkommen und bestätigt, was Pete Seegers Manager, der 84-jährige Harold Leventhal, in Bezug auf das politische Klima im Land bereits in der letzten Folker!-Ausgabe gesagt hat: "Wir haben es mit einer Regierung zu tun, die am Rande des Neofaschismus steht." (s. Szene Heft 6/03)
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Wir lesen uns wieder beim nächsten Folker! ?!!