Christina Lux

backAuthentische Worte und Töne

Christina Lux

Ein Gefühl von Liebe & Lux

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Discographie

Solo:

„She Is Me“ (Mini-Album, Eigenvertrieb, 1998)
„Little Luxuries“ (Zomba/Prudence, 1999)
„Pure Love“ (Zomba/Prudence, 2001)
„Live im Stadtgarten Köln“ (Enhanced-CD
    inkl. Video, Zomba/Prudence, 2003)

Christina Lux unterwegs:

12.09.03 Derneburg, Glashaus
23.09.03 Mannheim, Alte Feuerwache Balduclub
26.09.03 Wiesbaden, Walhalla Studiotheater
30.09.03 Karlsruhe, Jubez Balduclub
03.10.03 Schindhard, Bärenbrunner Hof
22.10.03 Köln, Stadtgarten, mit Band
23.10.03 Oberhausen, Ebertbad, mit Band
24.10.03 Kellinghusen, Acoustic Night
    mit Long John Baldry
25.10.03 Hamburg, Stage Club
06.11.03 Essen, Löwntal
07.11.03 Eltville, KUZ Eichberg Biber's Corner
08.11.03 Solingen, Cobra
    Benefiz für Missbrauchte Kinder
14.11.03 Aachen, The Wild Rover

RTL-Land sucht den „Superstar“, der SPD-Kanzler fordert mehr Mut zur „Ich AG“? Über solch konzertierte Versuche, eine Nation aus dem Tal des Jammerns auf hohem und des Sich-Zerstreuens auf umso tiefer gelegtem Niveau herauszuführen, kann sich Christina Lux nur wundern. Ohne sich je in Casting-Shows zu verbiegen oder Existenzgründermodelle in Anspruch zu nehmen, hat sich die Kasseler Songschreiberin, Sängerin und Gitarristin in 20 Jahren „ihr“ Publikum erobert und eine künstlerische Existenz geschaffen. Auf dem vierten, wieder selbstproduzierten Lux-Album „Live im Kölner Stadtgarten“ – der Mitschnitt eines Konzerts mit Bassist Marius Goldhammer und Perkussionist Nippy Noya – steht ihr unter die Haut gehender „Acoustic Soul & Funky Folk“ in voller Blüte.

Von Albrecht Pilz

Die Geschichte von „Love & Lux“ – das ins Fretboard von Christinas Lakewood-Gitarre eingebettete Lux-Motto – beginnt Mitte der Siebziger, als sich auf dem elterlichen Bauernhof die Gruppe Guru Guru für Proben einquartiert. Christina schnappt sich Vaters alte Gitarre und fängt an, selbst zu zupfen und zu singen. „Wie viele Mädels in meinem Alter haben wir auf irgendwelchen Schülerversammlungen gehockt und ‚How many roads...' geklimpert.“ 1982, kurz vor dem Abitur, bricht sie die Schule ab, jobbt zunächst in Kneipen – „immer mit dem Gedanken, ich will doch eigentlich singen!“ – und meldet sich schließlich auf eine Zeitungsannonce: „Sängerin gesucht.“Christina Lux „Ich habe einfach zu einem Song dieser Band improvisiert, die Hände tief in den Taschen vergraben. Eine schmale, blonde Frau mit dieser seltsam schweren, tiefen Bluesröhre. Das war ungewöhnlich. Schon bald nach diesem Vorsingen lernte ich die damaligen Lokalmatadoren aus Kassel kennen, eine richtige Achtziger-Rockband mit fetten Keyboards und lauten Gitarren. Und sie wollten mich in ihrer Band! Leider hat es kaum ein halbes Jahr gedauert, da war meine Stimme kaputt, weil ich einfach keine Technik hatte und klang wie eine Mischung aus Rod Stewart und Tina Turner. Ein Jahr lang durfte ich überhaupt nicht singen, das war bitter. Ich nahm Gesangsstunden wie ein Überlebenstraining. Danach habe ich ganz langsam wieder angefangen, nur mit Piano und Gesang, bis meine Stimme wieder stark war. Ich ging nach Heidelberg und habe einige Jahre mit kleinen Cover-Gigs, Jazz- und Fusion-Bands und Nebenjobs mein Leben gemeistert, bis mich '89 die Jule Neigel Band bei einem dieser Konzerte hörte. Sie suchten für ihre ‚Schatten an der Wand'-Tour noch eine Background-Sängerin. Das ermöglichte mir, endlich meine Nebenjobs zu schmeißen und richtig auf Tour zu gehen.“

1990 wird ein WDR-Redakteur auf die Sängerin mit der dunklen Samtstimme aufmerksam und engagiert sie für die Talkshow „Drei vor Mitternacht“. 1993 steigt Christina ins Kölner A-cappella-Ensemble Vocaleros ein, mit dem sie zwei viel beachtete Alben einsingt („Vocaleros“, „YéYé“, 1997/98). In dieser Zeit häufen sich bereits die Solo-Engagements. Im Studio singt „Das Lux“ u.a. Gitte Haenning, Reinhard Fendrich, Pe Werner, Fury In The Slaughterhouse, Mick Karn und Jon „Deep Purple“ Lord, im Fernsehen für Live-Gäste der „Harald Schmidt Show“ wie Grace Jones und Nina Hagen. Brot-Jobs, die Christina das finanzieren, was ihr eigentlich am Herzen liegt: „meine eigenen Songs machen zu können“. Songs, in denen sich Folk-, Blues- und Jazz-Elemente fein verweben und in deren Texten Christina Lux ohne jeden Anflug von Ironie, frei aber auch von Sentimentalität oder gar missionarischem Eifer die heilende Kraft der Liebe beschwört. Songs, vorgetragen in authentischem American English.

Christina LuxChristina, warum schreibst du ausschließlich englische Texte, und wie kommt es, dass dein Englisch so authentisch klingt?

Englisch lag nahe, weil ich wie die meisten meiner Kollegen fast ausschließlich mit englischsprachiger Musik groß geworden bin. Es gab zwar eine kurze frühe Phase, in der ich auch Konstantin Wecker und Reinhard Mey gehört habe, aber die Verbindung von Musik und Sprache bei den Soul- und Blues-Sängern war das, was mich richtig begeisterte. Ich kann in der englischen Sprache eine Freiheit genießen, die ich in Deutsch – noch – nicht so empfinde. Als ich 1990 meinen damaligen Mann kennen lernte, der Amerikaner ist, wurde meine ganze emotionale Welt plötzlich in „Englisch“ gelebt und gedacht. So kommt es, dass die Zeilen, die mich zu einem Song bringen, immer zuerst in Englisch da sind.


CHRISTINA LUX
Live im Stadtgarten Köln

(Prudence 398.6647.2 / BSC Music/Zomba)
11 Tracks, 57:58; mit Infos

Sie könnte genau so gut alleine auf die Bühne gehen! Der Mitschnitt aus dem Stadtgarten Köln vom 6. Oktober 2002, Marius Goldhammers Bass hin, Nippy Noyas Perkussion her, beweist es: Die Stimme hat sowieso Volumen genug; die warme Halbakustische schafft gleich noch mal so viel Raum; und so betont rhythmisch wie Christina Lux sie spielt, ersetzt sie eh' nicht nur die halbe, sondern im Zweifelsfall gleich die ganze Band. Es ist wie in guten alten Zeiten, das „Feeling“ ist das der großen Singer/Songwriter der Siebziger: Tief geerdet im Jazz und seinen leichteren Varianten, dem Soul, dem Rhythm'n'Blues und dem Funk sorgt eine solide instrumentale Virtuosität für das Fundament auf dem sich Songs zu griffig-kompakten Einheiten entwickeln können. Bis hin zum Hit, auf der kleinen aber feinen lokalen Ebene, auf der sich Christina Lux im ersten Jahrzehnt ihrer Solokarriere vorerst noch bewegt, zum Beispiel „Diggi“ und „Let it flow“: Beide bereits je zwei mal veröffentlicht, haben sich über die Jahre zu den Höhepunkten entwickelt, auf die die Shows denn auch zugeschnitten sind. Im Falle „Diggi“ zehn Minuten lang, mit frei improvisierten Instrumentalpassagen und allem Drum und Dran. Und Scat-Gesängen der Chefin höchstselbst, die im Zweifel den ganzen Job auch alleine erledigen könnten …

Christian Beck

 


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Mehr über Christina Lux
im Folker! 5/2003