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The Manhattan Brothers
Mbawula
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Buch-Tipp:
Joe Mogotsi (& Pearl Connor) |
Einst waren sie die Lieblingsband von Nelson Mandela. In den vierziger und fünfziger Jahren stand die populäre Musik Südafrikas im Zeichen der Manhattan Brothers. Die vier Sänger aus Soweto waren die ersten Superstars der afrikanischen Musikszene mit Schallplattenverkäufen, die in die Millionen gingen. Weltstars von heute wie Miriam Makeba sangen in ihrer Begleitband und im Radio erklangen pausenlos ihre Hits.
Von Christoph Wagner
Die Gruppe bestand aus vier Mitgliedern. Nathan Mdledle, Joe Mogotsi, Rufus Khoza und Ronnie Sehume hatten sich in den dreißiger Jahren in der Pimville Government School in Soweto getroffen. Von ihren Lehrern erhielten sie erste Anregungen zum Gruppensingen. Unsere Lehrer sangen mit uns keine afrikanischen Lieder, sondern Ragtime- und Jazz-Melodien aus Amerika, die damals groß in Mode waren, erinnert sich Joe Mogotsi, der immer die treibende Kraft der Gruppe war. Diese Songs wurden in Wettbewerben am Ende des Schuljahrs aufgeführt mit den Eltern im Publikum, was uns zu kleinen Gesangsstars in der Schule machte.
Durch die schulischen Erfolge angespornt, sangen die vier bald an
Straßenecken in
Johannesburg für ein paar Groschen von
Passanten. Die Einkünfte entwickelten sich so prächtig, dass sie
mit dem eingenommenen Geld bald ihrer Familie unterstützen konnten.
Ich verdiente durch Straßenmusik mehr, als mein Vater durch
reguläre Arbeit, erzählt Mogotsi. Mein Vater wollte
nicht, dass wir auf der Straße musizierten. Deshalb gab ich das Geld
heimlich meiner Mutter, weil mein Vater einen Wutanfall bekommen hätte.
Doch wir merkten, dass man mit Musikmachen seinen Lebensunterhalt verdienen
konnte.
Bei einem dieser Straßenauftritte wurde eines Tages ein Talentscout einer Schallplattenfirma auf sie aufmerksam, der ihnen das Angebot für eine Plattenaufnahme machte. Ein paar Tage später gingen wir schon ins Studio, erzählt Mogotsi. Da waren weiße Musiker, die uns begleiteten und wir fühlten uns wie kleine Stars. Nach den Aufnahmen fragten wir den Manager, wie viel wir ihm schuldeten, und da merkten wir erst, dass sie eigentlich uns Geld bezahlen wollten. Als ich mit dem kleinen Handgeld nach Hause kam, war ich ungeheuer stolz.
Für Afrikaner war es nicht einfach, als Musiker unter der Diskriminierung
des Apartheid-Regimes tätig zu sein. Nirgends war man vor
Polizeiübergriffen sicher. Es gab Schikanen, Ausweiskontrollen und Razzien.
Wollten die Manhattan Brothers proben, mussten sie eine Wache aufstellen,
um schnell verschwinden zu können, wenn die Polizei aufkreuzte, denn
sonst gab es Prügel. Wenn sie in weißen Clubs in Johannesburg
auftraten, mussten sie durch den Hintereingang rein. Eigentlich war das
überhaupt
nicht erlaubt, doch die Polizei drückte ein Auge zu,
wenn es sich um Unterhaltung für Weiße handelte. Es war geduldet,
sollte aber unter dem Teppich bleiben.
Anders zu sein als andere Vokalgruppen wurde zum Erfolgsrezept der Manhattan Brothers. Sie wandten sich vom traditionellen Gesang ab und orientierten sich am Sound der neusten Doo-Wop-Gruppen aus Amerika. Die amerikanische Firma Decca schlug uns vor, Hits aus den USA mit afrikanischen Texten zu singen, berichtet Mogotsi. Das machte uns ungeheurer populär. Wir traten regelmäßig zur besten Sendezeit im Radio auf.
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