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Kontakt:
Fundación Cultural Bayahonda
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(Auswahl)
Xiomara Fortuna
Ochy Curiel
Edis Sánchez, El Gurú
Luis Díaz
Patricia Pereya/Juan Francisco Ordóñez
Diverse
Diverse
Diverse |
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Kleines Glossar der Musik von der Dominikanischen Republik
Palos
Congos
Salve
Música de Gagá oder Rará |
Wer an Musik aus der Dominikanischen Republik denkt, dem fällt
sofort Merengue und Bachata ein. Der Hink- oder Wiegetanz aus der Karibik
hat in den Discos und Tanzschuppen der Republik inzwischen Furore gemacht.
Die Plattenerfolge von Juan Luis Guerra, die Besuche der
Sonnenhungrigen aus Alemania in den
All-Inclusive-Beach-Resorts auf der zweitgrößten Insel der Karibik
und die Tanz-Crashkurse am Swimmingpoolrand sowie die Sommertourneen von
Merengueros und Bachateros wie Kinito Mendez oder den Las Chicas del Can
haben entscheidend dazu beigetragen. Die andere Musik, die traditionellen
Rhythmen, die ein Teil der Bevölkerung noch immer pflegt, werden dagegen
kaum oder gar nicht wahrgenommen.
Von Hans-Ulrich Dillmann
Als der dominikanischen Musikerin Xiomara Fortuna im März des vergangenen
Jahres die Casandra, der Preis als beste Sängerin des Landes
im Jahre 2001 verliehen wurde, waren einige Vertreter des Feuilletons des
Landes empört. Mit rassistischem Unterton kritisierte der Kulturexperte
der größten Tageszeitung Listin Diario, Orlando Gil,
dass die farbige
Künstlerin keine kommerziellen Erfolge vorzuweisen habe.
Xiomara intoniert hauptsächlich Musik der Schwarzen,
empörte sich Gil in seinem gedruckten Aufschrei gegen den schlechten
Geschmack. Der Mann muss gelitten haben, als er bei der Preisverleihung im
Auditorium des Nationaltheaters, das man sonst nur mit ordentlichem Schuhwerk
betreten darf, anwesend sein musste. Barfuß und beinahe kahlköpfig
nahm die schwarze Musikerin den Preis in einem langen Gewand entgegen. Wie
eine Priesterin, fand Gil und ein Verstoß gegen die Bekleidungsregeln
der Kulturstätte. Und dann auch noch die Musik von Xiomara Fortuna,
die auf eine unverkennbare Art und Weise afro-karibische Musiktraditionen
mit Jazz verknüpft: Es ist eine Zumutung, sich diese unkontrollierten
Schreie anzuhören.
Eine Frechheit, die nur zu verstehen ist, wenn man weiß, dass in dem
Land, in dem rund 80 Prozent der EinwohnerInnen dunkelhäutig sind, die
Mehrheit der Bevölkerung bei der Angabe zur Person ihre Hautfarbe
vornehm als bronze umschreibt, sich
lieber als Nachfahren der spanischen Konquistadoren versteht und damit ihre
afrikanischen Ursprünge verleugnet. Negro möchte niemand
genannt werden und schon gar nicht sein trotz der eigenen Hautfarbe.
Im Rundfunk und im Fernsehen hört man so gut wie nie Música
de los raíces. Musikmanager und -produzenten lassen sie links
liegen. Trommelmusik, afrikanische Musik, gilt als
primitiv und rückständig. Nach der Eroberung der Insel durch den
Konquistadoren Christoph Kolumbus rotteten die spanischen Eroberer die
Urbevölkerung der Insel Quisqueya (Mutter Erde) oder Haití (Land
der Berge) wie sie alternativ von den etwa 300.000 damals auf der Insel lebenden
Taínos genannt wurde, innerhalb von fünfzig Jahren fast
vollständig aus. Danach wurden afrikanische Sklavenarbeiter auf den
Zuckerrohrplantangen eingesetzt. Und die brachten ihre religiösen und
musikalischen Traditionen mit, die sie in der Illegalität ihrer armseligen
Hütten pflegten und über die Jahrzehnte der Unterdrückung
retteten.
Wer im Mutterland des Merengue eine andere Musikrichtung vertritt,
hat es schwer, sein Auskommen als Musikerin oder Musiker zu bestreiten
und muss sich vieler, oft rassistischer Vorurteile erwehren. Dies musste
und muss nach wie vor nicht nur die
feministische
Musikerin Xiomara Fortuna erfahren, die nach fast 25 Jahren endlich eine
Ehrung erhielt, sondern auch jemand wie Patricia Pereira, die sich mit ihrer
melodiösen Reibeisenstimme dem Blues verschrieben hat. Dies erleben
jeden Tag alle Musikerinnen und Musiker, die nicht den Mainstream widerspiegeln:
Davis Almengod und seine Band Maracandé, José Duluc, Edis
Sánchez, Ochy Curiel oder Roldán Mármol, um nur einige
bekanntere zu nennen. Von Europa aus betrachtet, leben diese allerdings im
Schatten von Juan Luis Guerra, Kinito Mendéz, Toño Rosario
oder Manuel Jiménez. Besonders die kleinen Gruppen, die noch immer
die Tradition der Trommeln pflegen, wie einst ihre afrikanischen Vorfahren,
sind vom offiziellen Musikgeschehen ausgegrenzt: Die Paleros de Nigua, Enerolisa
y el Grupo de Salve de Mata los Indios, La Reverenda y los Congos de Villa
Mella, Hermandad Cultural de Villa Mella, die von der Unesco zum oralen
Weltkulturerbe erklärt worden sind, um auch hier nur eine Handvoll von
Gruppennamen herauszuheben, stehen für die Ursprungsmusik.
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